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Grenzen, die keiner kennt

Fritz Studli

Das Grün für Fussgänger leuchtet nicht lange auf. Fritz Studli und sein Dackel Erich müssen sich sputen, um die Strasse bei der Niederuzwiler Augartenkreuzung rechtzeitig zu überqueren. Es ist Feierabend, und die Blechlawine wälzt sich von und zur Autobahn. Der Strassenbelag ähnelt einer Buckelpiste, doch die Sanierung lässt auf sich warten. Zudem fehlen Park- oder Abstellplätze beim Autobahnzubringer, sogenannte «Park and Pool»-Plätze.

Franz Dähler, ehemaliger Carunternehmer und Pionier von Busreisen nach Spanien, hält einen Vorschlag parat. Die Erdwälle im Augarten, am Stammtisch spöttisch nach einem ehemaligen Bauverwalter benannt, sollen abgetragen und damit Raum für Parkplätze geschaffen werden. Das Ausbruchmaterial von rund 15 000 Kubikmetern, das dort angehäuft worden ist, stammt aus dem Uzestollen. Dort hatte sich die Tunnelbaumaschine durch Fels, Mergel, Sandstein und Nagelfluh vorgearbeitet. Der Entlastungsstollen der Uze ist erbaut worden, um die Hochwassersicherheit zu erhöhen. Ob er seine Funktion bisher erfüllt hat, ist nicht bekannt. Doch will nun auch Zuzwil einen Stollen nach dem Vorbild der Nachbargemeinde realisieren. Man ist dort gut beraten, die Kosten im Auge zu behalten, denkt Studli. Hatte doch die Endabrechnung dieses Jahrhundert-Bauwerks in Uzwil eine böse Überraschung in Form von saftigen Mehrkosten ergeben.

Die vormals kahlen und unansehnlichen Erdhügel sind inzwischen begrünt. Die Natur hat sich ihren Raum zurückerobert. Ökologische Ausgleichsfläche nennen Raumplanungsspezialisten dieses Areal, was immer dies bedeuten mag. Laut Uzwils Gemeindebehörde ist es schlicht unmöglich, dort Parkplätze zu erstellen. Man spricht von einem siedlungsgliedernden Freiraum. Noch so ein Fachausdruck aus dem Vokabular der Technokraten. Dabei handelt es sich um einen Grüngürtel, dessen Funktion darin besteht, die Dörfer Niederuzwil und Oberbüren nicht zusammenwachsen zu lassen.

Uzwil und Oberuzwil sind im Gegensatz dazu längst eng ineinander verschachtelt. Eine Grenze ist beim besten Willen nicht zu erkennen. Ebenso wenig ein siedlungsgliedernder Freiraum beziehungsweise eine ökologische Ausgleichsfläche. Auswärtigen ist es schwer zu erklären, weshalb sich die beiden Gemeinden nicht längst zusammengeschlossen haben. Eine Fusion aber steht nach wie vor nicht zur Debatte. Wer Synergien an der Uze zum Thema macht, gilt vor allem ob dem Damm als Defätist. Denn es darf nicht zusammenwachsen, was zusammengehört.

Fritz Studli ist Journalist im Ruhestand und kommentiert in loser Folge das Uzwiler Lokalgeschehen.

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