Greens verfrühte Bescherung

Malcolm Green & The Green Experience spielten am Montagabend im Kulturkeller Flawil. Das Lokal war bis auf den letzten Platz besetzt, die Stimmung vom ersten bis zum letzten Ton gut, und die Band grossartig.

Zita Meienhofer
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Malcolm Green & The Green Experience brachten das Publikum im Flawiler Kulturkeller zum Tanzen, Klatschen und Singen. (Bild: Zita Meienhofer)

Malcolm Green & The Green Experience brachten das Publikum im Flawiler Kulturkeller zum Tanzen, Klatschen und Singen. (Bild: Zita Meienhofer)

FLAWIL. Es war vor mehr als 20 Jahren, in der Kirche Haldenbüel in Gossau, an einem Weihnachtskonzert der Schülerinnen und Schüler der Musikschule Fürstenland, die erste Begegnung mit Malcolm Green. Es war ein traditionell-klassisches Konzert. Bis Malcolm Green, beim Schlusslied, aufstand, zu klatschen begann und das Publikum – zwar vorerst zögerlich – mitriss. Die Stimmung war einzigartig, sie war berührend. Da stand einer, der sich die Rhythmen einverleibt hatte, der beim ersten Ton aufstehen, tanzen und klatschen musste.

Die pure Freude an der Musik

Und da war er wieder, nach all den Jahren, am Montagabend im Flawiler Kulturkeller. Malcolm Green (Gesang, Saxophon, Querflöte) brauchte diesmal nicht bis am Schluss zu warten, bis er tanzen und klatschen, stampfen und hüpfen konnte. Exakt auf den ersten Takt – und bis zum letzten Ton – war er in Bewegung, liess er die Rhythmen durch seinen Körper fliessen, liess er das Publikum an seiner Leidenschaft, der Musik, teilhaben, holte er die Damen und Herren aus dem Alltag ab.

Und das taten auch die Musiker um ihn herum. Gitarrist Gee-K, Andy Leumann (Schlagzeug), Petros Tsipoylidis (Bass) und Marcel Schefer (Keyboard). Sie spielten mit der gleichen Intensität, Virtuosität, mit der gleichen Freude an der Musik, an der eigenen Interpretation von Liedern, die schon x-mal gespielt worden waren. Lieder wie «I shot the Sheriff», «Rolling on the River», «Unchain my Heart», «Stand by me» oder «I feel good». Dazwischen Weihnachtslieder. Traditionelle wie «Stille Nacht», «Jingle Bells» oder Gospels wie «Go Tell it on the Mountain», «Kumbaya» – immer im Stil von Malcolm Green & The Green Experience, immer überraschend anders interpretiert. Weihnachtsgeschenke.

Gestampft und getanzt

Für ihn sei bereits heute Weihnachten, sagte Walter Baumann, Präsident des Vereins Monday Night Music, zum jubelnden und klatschenden Publikum kurz vor der Pause. Und ein Besucher sagte: «Das ist absoluter Wahnsinn, ich habe noch nie so ein gutes <Kumbaya> gehört.» Mit «No Woman, No Cry» hätte das Konzert nach knapp zwei Stunden enden sollen. Doch Malcolm Green & The Green Experience schien es zu gefallen, da wurde wiederholt, da gab es Zusatzschleifen. Irgendwann war dann doch Schluss. Der Applaus frenetisch, die Zugabe in Griffnähe. Die ersten Takte von «Satisfaction» ertönten, niemand sass mehr auf dem Stuhl, im Kulturkeller wurde gestampft und getanzt, es wurde gesungen und geklatscht. Malcolm Green bescherte dem Publikum Weihnachten drei Tage zuvor.

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