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Gratisparkieren und Wildpinkeln

Der Teufel liegt im Detail. Auch beim Neubauprojekt «Schulanlage Schwarzenbach», über dessen Realisierung die Stimmberechtigten am 10. Juni entscheiden. Bedürfnis und Kosten scheinen ausgewiesen zu sein.
Andrea Häusler
Das neue, baulich mit der Mehrzweckturnhalle verbundene Schulhaus, wie es in das heutige Schulareal eingebettet werden soll. Im Vordergrund die Schulstrasse, hinten links der Kindergarten, der bestehen bleibt. (Visualisierung: Schällibaum)

Das neue, baulich mit der Mehrzweckturnhalle verbundene Schulhaus, wie es in das heutige Schulareal eingebettet werden soll. Im Vordergrund die Schulstrasse, hinten links der Kindergarten, der bestehen bleibt. (Visualisierung: Schällibaum)

Knapp 19,4 Millionen Franken soll der geplante Neubau der Schwarzenbacher Schulanlage kosten. «Das grösste und wichtigste Projekt seit dem Bau des Oberstufenzentrums im Jahr 1995», wie Gemeindepräsident Stefan Frei betont. Jenes kann dieses Jahr fertig abgeschrieben werden. Weshalb sich die Gemeinde den in Schwarzenbach geplanten Neubau finanziell leisten könne. Ohne eine Erhöhung des eben auf 137 Prozent gesenkten Steuerfusses befürchten zu müssen. «Das OZ belastete die Rechnung jährlich mit 16 Steuerprozenten», sagte Frei. Bei einer linearen Abschreibung des Neubaus innert 25 Jahren betrüge die Belastung aber bloss 10 Steuerprozente. Hinzu komme, dass der Finanzplan einen Investitionsbedarf von 20 Millionen Franken vorsehe, für die neue Schulanlage jedoch – nach Abzug der Vorfinanzierungen – nur 17,1 Millionen aufzubringen seien. Stefan Frei ist guter Dinge, die Bausumme mit Beiträgen Dritter (Aggloprogramm, Sport-Toto-Fonds etc) noch reduzieren zu können.

Umstritten waren an der öffentlichen Informationsveranstaltung vom Mittwoch weder das Bedürfnis noch der Baukredit. Fragen, Kritik und Anregungen beschränkten sich auf Details. Beispielsweise auf das vorgesehene Flachdach. Planer Florian Schällibaum vom gleichnamigen Architektur- und Ingenieurbüro in Wattwil bestätigte zwar deren schlechten Ruf, versicherte aber, dass «sauber konstruierte Flachdächer» heute eine Lebensdauer von 30, 35 oder 40 Jahren hätten. Ein Sattel- oder Pultdach sei bei dieser Kubatur auch aufgrund der Dachhöhe keine Option gewesen. Obwohl sich ein geneigtes Dach für die Installation der Photovoltaikanlage durchaus eignete. Diese soll Strom für den Betrieb der Erdsonde bereitstellen, jedoch kein Warmwasser aufbereiten. Weil der Verbrauch in einem Schulhaus – erst recht während der Sommermonate – relativ gering sei, wie Schällibaum begründete.

Die Sache mit dem einheimischen Holz

Die Fassaden sollen in Sichtbeton und vorverwittertem Holz gestaltet werden. Einige Anwesende votierten für einen höheren Holzanteil. Florian Schällibaum wies auf die Vorgaben bezüglich Schall- und Brandschutz sowie die um fünf bis acht Prozent höheren Kosten von Holz hin. Ob am und im Neubau tatsächlich Schweizer Holz verbaut wird, kann er nicht garantieren. Denn die Submissionsverordnung lasse solche Einschränkungen bei der Ausschreibung nicht zu.

Die Mehrzweckturnhalle mit Bühnentrakt soll auch für nichtschulische Anlässe genutzt werden. Kritisiert wurde am Mittwoch die Zufahrt zum Office ab dem Rössliweg. Verbunden mit der Anregung, diese doch über die Schulstrasse zu führen: der Sicherheit wegen. Apropos Sicherheit. Der Neubau verlangt nach einem neuen Verkehrskonzept. Wohl sind die Zufahrtswege für Autos und Velofahrer definiert, jedoch nicht verbindlich festgelegt. Dies soll später in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei erfolgen. «Die Massnahmen müssen auch öffentlich aufgelegt werden», machte Stefan Frei klar.

Offen ist, ob und wie die 30 Tiefgaragenplätze sowie die bestehenden 15 Aussenabstellplätze bewirtschaftet werden. Angeregt wurde, dass Gemeinde- und Schulangestellte grundsätzlich für ihre Parkplätze zahlen sollten. Stefan Frei will jedoch keine isolierte Schulhaus-Lösung und erst recht kein Ausweichparkieren auf Privatgrundstücken. Das Thema sei über das ganze Gemeindegebiet zu diskutieren: im Zusammenhang mit der Ortsplanung, nicht mit dem Schulhausprojekt.

Von aussen zugängliche Toiletten

Das Bauprojekt beinhaltet keine Toilettenanlagen, die ausserhalb des Schulbetriebs zugänglich sind. Eine unbefriedigende Situation – des Wildpinkelns wegen, wurde von potenziellen Nutzern des Spielplatzareals kritisiert. Darüber sei nicht abschliessend entschieden worden, sagte Stefan Frei, der das Bedürfnis anerkennt, jedoch Bedenken wegen Vandalismus hat. Hier werde noch nach Lösungen gesucht.

Die Alternative

Knapp 13 Mio. Franken hätten die Sanierung und der zeitgemässe Ausbau des 48-jährigen Schulhauses Hofäcker verschlungen. Der Gemeinderat favorisierte daher von vornherein einen Neubau neben dem Altbau. Wobei die heutigen Gebäude nach dem Bezug der neuen Schulanlage – vor-aussichtlich Ende 2020/anfangs 2021 – zurückgebaut werden sollen. Sollte sich die Stimmbürgerschaft am 10. Juni gegen den Baukredit von 19,34 Mio. Franken aussprechen, müssten laut Gemeinderat weitere Provisorien geschaffen, externe Schulräume hinzugemietet und die Altbauten (Heizung, Klima, Fenster, Dächer, Fassaden, Bühne etc.) saniert, bzw. erneuert werden. (ahi)

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