Gräser, Bärte und weiteres Getrimmtes

Zugegeben, gestern morgen hat er gehörig genervt. Nicht der Nachbar, aber das ohrenbetäubende Gesurre seines Rasentrimmers. Mit Gehörschutz, Arbeitshosen und weissem Doppelripp-Leibchen liess er den Elektromäher entlang der Tujahecke schweben und stutze, was es zu kappen gab.

Andrea Häusler
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Zugegeben, gestern morgen hat er gehörig genervt. Nicht der Nachbar, aber das ohrenbetäubende Gesurre seines Rasentrimmers. Mit Gehörschutz, Arbeitshosen und weissem Doppelripp-Leibchen liess er den Elektromäher entlang der Tujahecke schweben und stutze, was es zu kappen gab. Später sollte sich herausstellen: er war nur einer von vielen. Nach dem neblig-kühlen Mittwoch schien die Region über Nacht vom Trimmfieber infiziert worden zu sein. Zu zweit rückten sie dem Graswuchs vor dem Uzwiler Coop zu Leibe, zu dritt gar dem Unkraut an der Strasse beim Föhrenwäldli oberhalb von Degersheim. Derweil auf dem Fussweg zur nahen Feuerstelle eine Frau ihren Hund spazieren führte: einen langhaarigen, mit ungetrimmtem Fell. Bartlos präsentierten sich auch die Männer vom Unterhaltsdienst. Ein Barttrimmer? Kein Bedarf.

Trimmen? Duden umschreibt den Begriff mit «(durch wiederholte Anstrengungen) zu einem bestimmten Aussehen, einer Verhaltensweise, in einen bestimmten Zustand bringen» und nennt als Synonyme «schneiden, abscheren, rasieren, kürzen». Zwei Walkerinnen haben eben ihre Stöcke ausgepackt. Frei nach dem Motto «Trimm Dich fit» machen sie sich auf in Richtung Wald: Noch schauen sie ganz unversehrt aus.

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch