«Gott wollte ein neues Kreuz»

NIEDERWIL. Das alte Holzkreuz war morsch und fiel einer starken Windböe zum Opfer. Jetzt steht auf dem Sidenberg – der höchste Punkt der Gemeinde Oberbüren – ein neues. Kaum war das aus Eschenholz geschaffene Kreuz errichtet, tobte ein Sturm. Das neue hat dem Wind standgehalten.

Urs Bänziger
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«Hier oben berühren sich Himmel und Erde», sagt Vroni Schilliger. Die Mesmerin der Kirche in Niederwil blickt ehrfurchtsvoll zum soeben errichteten Holzkreuz hinauf. Dunkle Wolken kommen auf, ein Sturm braut sich zusammen. Das Kreuz, das vorher auf dem Sidenberg bei Niederwil stand, fiel letzten Spätsommer einer starken Windböe zum Opfer. «Der liebe Gott wollte ein neues, schönes Kreuz; das alte war von Wind und Wetter morsch geworden und sah schäbig aus», sagt Schilliger. Als das Kindertrachtenchörli Fürstenland vor vier Jahren die 1.-August-Feier der Gemeinde Oberbüren auf dem Sidenberg organisierte, wollte Dirigentin Erika Stalder unbedingt einen Betruf im Programm. «So wie es am Abend von der Alp erklingt», sagt Stalder.

Nacht-Nebel-Aktion

Ihr wurde erklärt, dass ein Betruf nur vor einem Kreuz möglich sei. So wurde die Bundesfeier vor einem improvisierten Kreuz abgehalten. «Danach fanden es einige Niederwiler Einwohner schade, wenn das Kreuz wieder abgebrochen würde. Also blieb es stehen», erzählen Schilliger und Stalder. In einer Nacht-Nebel-Aktion wurde das Kreuz einbetoniert. Sandra und Martin Schmid, die den Boden rund um das Kreuz bewirtschaften, hatten nichts dagegen einzuwenden. «Hier, wo das Kreuz steht, ist die höchste Stelle der Gemeinde», erklärt Martin Schmid. Der Standort, 660 Meter hoch, bietet eine herrliche Fernsicht vom Bodensee bis zum Alpstein.

Erhabener, würdiger Ort

Es sei ein erhabener, würdiger Standort für ein Kreuz, waren sich alle einig, die am Donnerstagabend beim Aufrichten mithalfen; ein Ort der Stille und Besinnung. Maurer Viktor Jung und der Erbauer des aus Eichenholz geschaffenen Kreuzes, Martin Niedermann, waren soeben mit dem Einbetonieren fertig geworden, als ein heftiger Wind über den Sidenberg tobte. Das neue Kreuz hat ihm standgehalten. «Es wird unser Dorf schützen», sagt Vroni Schilliger zufrieden.