Glücksfee versus Liebesfee

Theater Lenggenwil feiert in einer Woche Premiere mit «Lumpazivagabundus». Für einmal ist auf der Lenggenwiler Bühne eine Komödie zu sehen, die des Österreichers Johann Nestroy.

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lenggenwil. Hugo Forrer parliert in Französisch. Carina Klinger stöckelt etwas nervös über die Bühne. Peter Bernhardsgrütter gibt Anweisungen. Veronika Enderli unterstützt, wenn es Unsicherheiten bei den Texten gibt. Guido Wild singt aus «Nabucco», und seine Tochter Stephanie erscheint im Feenkleid, das ihr kurz vorher Helen Rusch angezogen hat. Diese Szene spielte sich am Mittwoch im Lenggenwiler Pfarreisaal ab, während der Probe der Komödie «Lumpazivagabundus».

Musik widerspiegelt Heiterkeit

Noch eine Woche, dann ist Premiere dieses heiteren Stücks des österreichischen Dramatikers und Satirikers Johann Nestroy. Es geht lustig zu und her, obwohl eine gewisse Hektik oder Nervosität zu spüren ist, sobald die Premiere naht. «Lumpazivagabundus», ein Stück, das vom Witz und vom Tempo lebt, in dem aber auch die Musik einen nicht unwichtigen Faktor spielt. Dafür ist Remo Bernhardsgrütter zuständig.

Er hat einen Grossteil der Musikstücke des Komponisten Peter Tschudi übernommen, aber – wie bereits bei früheren Aufführungen – neue Stücke für Klavier, Schlagzeug, Bass, Violine und Sax/Flöte geschrieben. Die Musik ist heiter und fröhlich und widerspiegelt somit die Handlung des von Johann Nestroy 1833 geschriebenen Klassikers des Wiener Volkstheaters, das zwischen dem 1. und 16.

Oktober neunmal zur Aufführung gelangt – allerdings in einer Schweizer Dialektbearbeitung von Arthur Müller.

Drei Handwerker und zwei Feen

Die Komödie handelt von den drei Handwerkern Tischler Leim, Schuster Knieriem und Schneider Zwirn. Sie feiern und trinken lieber, als ihrer Arbeit nachzugehen. Unverhofft kommen sie zwischen die Fronten von Glücksfee Fortuna und Liebesfee Amorosa, denn Fortuna wettet gegen Amorosa, dass es ihre gelänge,

wenigstens zwei der drei Burschen zum tugendhaften Leben zu bekehren und damit dem bösen Geist Lumpazivagabundus, dem Herrscher des Liederlichen und Lasterhaften, die Anhänger abzuringen. Amorosa ist der Ansicht, dass allein die wahre Liebe dieses Wunder bewirken könne. Ein unerwarteter Geldsegen stellt die drei liederlichen Gesellen letztlich auf die Probe.

Lustig und mit viel Schalk

Helen Rusch, die für die Kostüme verantwortlich ist, schmunzelt immer wieder während der einzelnen Szenen. Es sei ein lustiges Stück mit viel Schalk, sagt sie während sie mit dem Kleid der Amorosa beschäftigt ist. Ihre grosse Arbeit ist bald zu Ende. Drei Kleider und einige Rucksäcke hat sie bereits angefertigt.

Noch in Arbeit hat sie die Teufelshörner des bösen Geists Lumpazivagabundus, der ihr nun sein Handy hinhält, auf dessen Display ein Foto von Teufelshörnern zu sehen ist – so wie er sie sich wünscht. (zi.)

«Lumpazivagabundus» wird am 1., 5., 8., 9., 13., 14., 15. und 16. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am Sonntag, 10. Oktober, um 15.30 Uhr im Mehrzwecksaal Lenggenwil aufgeführt. Tickets unter www.theater-Ienggenwil.ch oder Telefon 071 947 10 94, Montag/Mittwoch/Freitag von 13.00 bis 17.00 Uhr.