Giraffen im T-Shirt: Flawiler Schulkinder proben für ein Musical – unter hohem Zeitdruck

Schüler von der zweiten bis zur sechsten Klasse proben in Flawil zurzeit für ein Musical, das sie am Freitagabend im Lindensaal aufführen. Bei den Proben wird klar, dass die jungen Menschen einiges leisten müssen.

Tobias Bruggmann
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Regisseurin Rita Lüdi (rechts) erklärt mit vollem Körpereinsatz den Kindern die Szenen. (Bilder: Tobias Bruggmann)

Regisseurin Rita Lüdi (rechts) erklärt mit vollem Körpereinsatz den Kindern die Szenen. (Bilder: Tobias Bruggmann)

Mit grossen Schritten schreiten die kleinen Kinder auf die Bühne und stellen sich zum ersten Lied auf. In diesem Moment sind sie keine Kinder, sondern wilde Tiere – Zebras um genau zu sein.

24 Kinder von der zweiten bis zur fünften Schulklasse üben in dieser Woche ein Musical ein. Im Stück geht es um das Zusammenleben der Tiere in Afrika. Die Kinder werden deshalb zu Tieren. Sie spielen aber nicht nur, sondern singen und tanzen auch.

Das will geprobt werden: Regisseurin Rita Lüdi hat alle Hände voll zu tun. Mit vollem Körpereinsatz zeigt sie den kleinen Kindern, was sie sich vorstellt, wenn im Stück die Frage auftaucht, ob Zebras mit Giraffen spielen dürfen.

«Dass wir nur eine Woche Zeit zum Proben haben, ist eine grosse Herausforderung»

«Dazu kannten wir die Kinder bevor dieser Woche noch fast gar nicht. Wir müssen aber trotzdem ihre Stärken herausfinden», sagt Lüdi.

Casting um Rollen zu besetzen

Vor der Musicalwoche, die von der evangelischen Kirche und der Musikschule Flawil organisiert wurde, gab es ein Casting, um die Rollen zu besetzen. Dennoch wird auch in dieser Woche noch getauscht. Zum Beispiel, wenn ein Kind lieber eine Giraffe statt eines Zebras spielen will. Die Rollen bedeuten viel Aufwand.

«Am Freitag musst du alles ohne Zettel auswendig können»

sagt die Regisseurin zu einem Kind. Schnell wird weitergeübt – Mimik und Gestik für unterschiedliche Gefühle der Tiere. Die Aufführung des Stückes ist am Freitag. Natürlich gebe es bis dahin noch Fragezeichen, doch wichtig sei, dass die Kinder auch Spass haben, sagt Lüdi.

Die Kinder schneidern sich die Kostüme selbst.

Die Kinder schneidern sich die Kostüme selbst.

Eine Etage höher wird gebastelt. Die Kinder stellen ihre Kostüme selbst her. Die Giraffendarsteller schneiden braune Stoffe zu, die sie dann auf das gelbe T-Shirt kleben werden. Die Arbeit mit den Schülern sei schön, aber auch anstrengend, erklärt Lucas Kägi, Jugendarbeiter der Kirche.

«Gestern Abend bin ich sehr müde ins Bett gefallen»

sagt er lachend. Auch bei den Kindern ist die Stimmung gut. Ausgelassen basteln sie an ihrem persönlichen Kostüm. Etwas nervös seien sie schon, doch es mache Spass, ist überall zu hören.

Während die Kinder mit der Schere und dem Stoff zu kämpfen haben, hört man aus dem unteren Stockwerk gedämpft erste Liedausschnitte aus der Chorprobe. Claudia Steinlin übt die verschiedenen Lieder ein. Immer wieder werden die einzelnen Strophen wiederholt, bis diese sitzen. Dafür gehen sie umher, stoppen, singen weiter und laufen dann erneut los.

Auch an der Aussprache wird gearbeitet. Da das Stück in Afrika spielt, ist der Titel dementsprechend: «Tuishi pamoja». «Ist das Französisch?», fragt ein Kind. Steinlin erklärt rasch: «Das ist Swahili, eine Sprache, die in Afrika gesprochen wird.»

Choreografien auf grosser Bühne

Auch Tanzen gehört zum Musical.

Auch Tanzen gehört zum Musical.

Zum Singen kommen die Choreografien dazu. Diese werden auf der grossen Bühne geprobt. Die Kinder reden wild durcheinander, doch sobald die Musik beginnt, sind die Kleinsten sofort konzentriert und bewegen sich zur rhythmischen Musik. Und langsam werden Flawiler Schulkindern zu afrikanischen Tieren.

Hinweis
Die Aufführung des Musicals
«Tuishi pamoja» findet am Freitag,
19. Oktober um 18.30 Uhr im Lindensaal statt und ist öffentlich.