Gipfeltreffen der Jugendchöre: Am Samstag singen über 100 Jugendliche in der Kirche St. Peter in Wil

Die Jugendchöre der Singbox Wil und der Domsingschule St. Gallen laden zu einem Begegnungskonzert. Als Gast tritt der Coro Calicantus aus Locarno auf.

Tobias Söldi
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Markus Leimgruber probt mit den Jugendchören der Singschule für das anstehende Begegnungskonzert.

Markus Leimgruber probt mit den Jugendchören der Singschule für das anstehende Begegnungskonzert.

Bilder: Tobias Söldi

Eine grosse Ehre ist es: Die Jugendchöre der Singbox Wil und der Domsingschule St.Gallen empfangen dieses Wochenende den Jugendchor Coro Calicantus aus Locarno. Markus Leimgruber, der Leiter der Wiler Jugendchöre, gerät ins Schwärmen:

«Der Coro Calicantus ist wohl einer der besten und professionellsten Jugendchöre hierzulande. Und sogar international ist er sehr erfolgreich.»

Als Höhepunkt dieses Begegnungskonzertes am Samstagabend, 8. Februar, werden alle drei Chöre gemeinsam zwei Stücke vortragen. Fast 120 Jugendliche stehen dann auf der Bühne in der Kirche St.Peter in Wil – ein regelrechtes gesangliches Gipfeltreffen und in dieser Form eine Premiere.

Den gemeinsamen Klang finden

Doch noch sitzt nicht jeder Ton. «Das ‹Ach› müsst ihr mehr seufzen», sagt Leiter Markus Leimgruber während der Probe des Singbox-Jugendchors im Wiler Pfarreizentrum an diesem Donnerstagabend, eineinhalb Wochen vor dem Begegnungskonzert. Da und dort sind ihm einzelne Stimmen zu wenig präsent, und die gesungene Frage «Anneli, wo bisch geschter gsi?» klingt ihm noch zu wenig vorwurfsvoll.

Auch kleine Choreografien werden eingeübt.

Auch kleine Choreografien werden eingeübt.

Konzentriert arbeiten sich die 16 Jugendlichen durch das Programm, mit dem sie am kommenden Samstag zusammen mit dem Jugendchor der Domsingschule St.Gallen die Tessiner Gesangskollegen begrüssen werden. Nur einmal, ein paar Tage vor dem grossen Auftritt, werden die beiden Ostschweizer Chöre gemeinsam proben. Zwar kennt man sich bereits von gemeinsamen Singlagern, die kurzzeitige Fusion ist trotzdem eine Herausforderung. Leimgruber erklärt:

«Die Chöre müssen sich wieder aneinander gewöhnen, den gemeinsamen Klang finden, sich auf eine andere Leitungsperson einlassen.»

Kontakt über die Ehefrau entstanden

Noch grösser wird die Aufgabe, wenn sich der 47-köpfige Coro Calicantus dazugesellt. Am Samstagnachmittag vor dem Konzert ist lediglich eine halbstündige gemeinsame Probe vorgesehen. Da geht es dann vor allem um praktische Fragen – wer steht wo? –, aber auch darum, die Sprache der Dirigenten kennen zu lernen. Eines der beiden vorgetragenen Stücke dirigiert Mario Fontana, Leiter des Coro Calicantus, eines Anita Leimgruber, Leiterin des Jugendchors der Domsingschule St.Gallen – und Ehefrau von Markus Leimgruber. Über sie ist auch der Kontakt zum Chor aus Locarno zu Stande gekommen, kennt sie doch dessen Manager. «So kam es, dass der Coro Calicantus uns für einen Choraustausch angefragt hat», erinnert sich Markus Leimgruber.

Mit viel Gestik und Mimik am Dirigieren

Das war im Sommer des vergangenen Jahres. Seither seien «unglaublich viele Stunden» in die Organisation des Events geflossen, erzählt Leimgruber. So galt es etwa, die finanziellen Mittel aufzutreiben, die Übernachtung der Tessiner Chormitglieder sicherzustellen, den Menuplan festzulegen, Carparkplätze zu suchen und das für den Sonntag geplante Sightseeing-Programm in St.Gallen aufzugleisen. «Manchmal fühlte ich mich mehr als Eventmanager denn als Musiker», sagt Leimgruber mit einem Lachen.

Doch kaum steht er vor seinem Chor, ist er wieder ganz Dirigent. Mit viel Einsatz von Mimik und Gestik motiviert er die Jugendlichen zu gesanglichen Höchstleistungen. Man will den weit gereisten Gästen schliesslich etwas bieten können.

Konzert: Samstag, 8. Februar, 19.30 Uhr, Kirche St.Peter