Gewerbler überschreiten Kantonsgrenze

Zum erstenmal wurde am Gewerbeapéro der Gemeinden Wilen und Rickenbach ein Unternehmen in Wil besucht. Über 90 Gewerbetreibende besichtigten die Schreinerei Fust. Dass dabei eine Kantonsgrenze überschritten wurde, bemerkten die wenigsten. Diese wird oft gar nicht wahrgenommen.

Ramona Cavelti
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WIL. «Holz berührt das Herz», zitierte Kurt Enderli, Gemeindeammann von Wilen, Fust-Geschäftsleiter Markus Fust in seiner Begrüssung zum Gewerbeapéro. Er sei auf die Schreinerei aufmerksam geworden, als die Unternehmensleitung nach Räumlichkeiten suchte. Fust entschied sich schliesslich nicht für Wilen, sondern für Wil, für Standorte an der Hubstrasse und der St. Gallerstrasse.

20 Lehrlinge

Trotzdem wollte Enderli am Gewerbeapéro die Werkstatt und die neue Produktionshalle von Fust besichtigen. Im zweiten Teil des Apéros verschoben sich die über 90 Besucherinnen und Besucher in die Schreinerei und das Möbelhaus, wo die neue Ausstellung besichtigt wurde. In verschiedenen Gruppen wurden die Gewerbetreibenden durch die Werkstatt geführt. Fragen wurden gestellt und über die verschiedenen Bereiche gestaunt. Fust ist dafür bekannt, viele Lehrlinge auszubilden. So sind zurzeit 20 Lehrlinge beschäftigt, pro Jahr werden jeweils vier neu eingestellt. Dies begeisterte viele Besucher. Zu ihnen gehört auch Brigitte Scherrer, «Milchfrau» aus Rickenbach. «Ich finde es wichtig, dass junge Leute einen Platz im Unternehmen finden. Das ist vorbildlich.»

Das erstemal in Wil

In den letzten rund zehn Jahren wurde der Gewerbeapéro immer in Wilen oder Rickenbach durchgeführt, erinnert sich Brigitte Scherrer. Dies findet sie auch richtig. Sie ist der Meinung, dass – solange es Betriebe gibt, die noch nicht besucht wurden – prioritär Unternehmen in Rickenbach oder Wilen besichtigt werden sollten. «Eine Möglichkeit wäre die Bingesser Huber Elektro AG.» Trotzdem fand sie die Besichtigung spannend. Urs und Brigitte Lüthi von der Sumag Sägen AG in Wilen sind sich einig: «Es spielt keine Rolle, ob wir ein Unternehmen in Wilen oder Wil besuchen. Wir achten nicht auf die Kantonsgrenze, das Gebiet gehört zusammen.»

Keine enge Grenze

Für Bruno Eugster, Raiffeisenbank Wilen und Rickenbach, ist klar, dass über die Kantonsgrenze hinaus zusammengearbeitet wird. «Ich sehe das nicht so eng», sagt er. Die Ortschaften Wil, Rickenbach und Wilen seien so nahe beieinander, dass die Grenze nicht wahrgenommen werde. So sieht es auch Norbert Rüthemann, Gemeinderat von Rickenbach. «Es ist interessant, über die Kantonsgrenze hinaus miteinander zu arbeiten», sagt er. Dass der Schritt gewagt wurde, das erstemal den Apéro in Wil durchzuführen, findet er gut. «Wilen und Rickenbach gehören zu Wil, für mich gibt es gefühlsmässig keine Grenze.»

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