GEWÄHLT: Typische O-Bein-Geschichte

Im Frühjahr 2019 führt die Operette Sirnach das Stück «Ball im Savoy» auf. Damit wird auf Bewährtem aufgebaut.

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Sowohl «Maske in Blau» (Bild) als auch «Ball im Savoy» gehören zu den spät geschriebenen Operetten. (Bild: Urs Bucher (5. Januar 2016))

Sowohl «Maske in Blau» (Bild) als auch «Ball im Savoy» gehören zu den spät geschriebenen Operetten. (Bild: Urs Bucher (5. Januar 2016))

Die Wahl des Stücks ist logisch. «Ball im Savoy» von Paul Abraham wurde in den 1930er-Jahren geschrieben und ist eine der späteren Operetten, bevor die Musicals Überhand nahmen. Viele Jazz-Elemente prägen das musikalische Bild, aber auch Tango, Foxtrott und Walzer werden zu hören sein. Otto Noger, Präsident der Operette Sirnach, spricht von einer «typischen O-Bein-Geschichte». Ein Pärchen geht getrennte Wege, findet dann aber doch wieder zusammen.

Die Wahl ist darum logisch, weil schon bei der letzten Aufführung im Frühjahr 2016 mit «Maske in Blau» auf eine späte Operette gesetzt worden war und der Erfolg den Organisatoren recht gab. 11400 Zuschauer wurden an den 25 Vorstellungen gezählt, womit die Auslastung bei über 90 Prozent lag. Was das finanziell einbrachte, will Noger nicht im Detail sagen. Er spricht aber von «einer guten Zahl im Plus». Somit wurde die Trendwende geschafft, nachdem drei Jahre zuvor ein Verlust resultiert hatten. «Das Defizit konnte allerdings noch nicht ganz kompensiert werden», sagt Noger.

Verjüngungskur hat eingesetzt

Obwohl es noch knapp zwei Jahre dauert, bis «Ball im Savoy» Premiere feiert, laufen die Vorbereitungen bereits. Als nächstes sind wichtige Personalentscheide zu fällen. Zum Beispiel, ob Leopold Huber neuerlich Regisseur sein wird. «Er hat einen sehr guten Job gemacht und ist sicherlich eine Option», sagt Noger. Nach Ostern soll diesbezüglich Klarheit herrschen. Ebenfalls offen ist, ob Martin Baur wieder für die musikalische Leitung verantwortlich zeichnet. Er ist schon über 30 Jahre dabei und dieses Jahr aus dem Vorstand zurückgetreten. «Ich hoffe sehr, dass er in irgendeiner Form wieder mitwirken wird», sagt Noger.

Ganz grundsätzlich ist die Operette Sirnach auf Verjüngungskurs, was sich nicht nur an der Stückwahl manifestiert. So sollen künftig vermehrt die Schulen eingebunden werden, um schon die Kinder zu begeistern. Frisches Blut gibt es auch im siebenköpfigen Vorstand der Operette. Michael Kaufmann (Finanzen) und Richard Schellenbaum (Marketing) sind vor wenigen Tagen an der Hauptversammlung zurückgetreten, wollen aber im Chor weiterhin dabei sein. Um die Finanzen kümmert sich neu Silvia Rüdisüli, für das Marketing ist Heidi Zimmermann verantwortlich. Auch die Gastro-Leitung und jene des Vorverkaufs gehen in jüngere Hände über.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch