Trotz 40'000 Franken Überschuss: Getrübte Freude beim Verein Thurkultur

Die Thurkultur-Mitglieder genehmigten die Jahresrechnung 2019 und das Budget 2020. Renate Graf wurde neu in den Vorstand gewählt.

Tobias Söldi
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Viel Kultur: Manuela Schöb leitet die Geschäftsstelle von Thurkultur.

Viel Kultur: Manuela Schöb leitet die Geschäftsstelle von Thurkultur.

Bild: Michel Canonica

David Zimmermann, Präsident des Vereins Thurkultur, ist zwiegespalten. Im Jahresbericht 2019 blickt er zwar auf ein «ausserordentlich positives» vergangenes Jahr zurück, die Freude werde aber getrübt durch die besondere aktuelle Lage, welche den Verein zwinge, dem kulturellen und wirtschaftlichen Leben in der Region fern zu bleiben.

David Zimmermann, Präsident von Thurkultur.

David Zimmermann, Präsident von Thurkultur.

PD

Die Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie sind auch der Grund, weshalb die Mitgliederversammlung, die eigentlich am 6. Mai hätte stattfinden sollen, abgesagt wurde und die Mitglieder schriftlich über die traktandierten Geschäfte zu entscheiden hatten.

124 Gesuche und 13 Absagen

An der Versammlung hätten die Mitglieder zum Beispiel erfahren, dass die Leistungsvereinbarungen mit den Kantonen St.Gallen und Thurgau erneuert werden konnten. Oder dass im vergangenen Jahr 124 Gesuche um finanzielle Unterstützung von Kulturprojekten eingegangen sind – seit jenem Jahr über ein neues elektronisches System. Das sind zwar weniger als im Vorjahr, dafür konnten die Gesuche mit höheren Beiträgen – insgesamt 148'350 Franken – ausgestattet werden.

Überhaupt habe man festgestellt, dass die Gesuche in den vergangenen Jahren gehaltvoller geworden seien, schreibt Zimmermann. Das zeigt sich auch darin, dass 2019 bloss 13 Gesuche abgelehnt werden mussten. In den Vorjahren waren es teilweise mehr als doppelt so viele.

Mit 77'100 Franken ging 2019 der grösste Teil der bewilligten Beiträge in den Musikbereich. Danach folgen interdisziplinäre Projekte mit 38'800 Franken sowie Tanz und Theater mit 27'100 Franken.

Die meisten Gelder flossen nach Wil

Geografisch betrachtet sind am meisten Gelder nach Wil geflossen, gefolgt von Aadorf und Uzwil. Mit 71 Prozent gingen fast drei Viertel der Kulturförderungsbeiträge in den Kanton St.Gallen, der Rest in den Thurgau.

Gestiegen ist die Zahl der Gemeinden im Verein, konnten 2019 doch die Beitrittsverhandlungen mit der Gemeinde Wuppenau erfolgreich abgeschlossen werden. Seit Anfang dieses Jahres ist Wuppenau nun Gemeindemitglied Nummer 22. Insgesamt hat der Verein aktuell 86 Mitglieder, neben den Gemeinden 48 Organisationen und 16 Einzelmitglieder.

Einnahmenüberschuss von 40'000 Franken im Jahr 2019

Finanziell kann Thurkultur mit einem Überschuss von knapp 40'000 Franken auf ein positives Jahr zurückblicken. Diesen weist der Vorstand den Allgemeinen Reserven zu, um damit Schwankungen aufzufangen. Zimmermann schreibt denn auch:

«Die aktuelle Lage zeigt uns auf, dass im Jahr 2020 Herausforderungen anstehen, welche auch Auswirkungen auf das Jahr 2021 haben werden.»

Das Budget 2020 rechnet bei einem Ertrag von 265'300 Franken und einem Aufwand 266'050 mit einem Unternehmensverlust von 750 Franken. Jahresrechnung, Budget und die Beibehaltung der Höhe des Mitgliederbeitrages wurden einstimmig genehmigt.

Renate Graf löst Dora Hadorn ab

In angebrochenem Jahr kam es zu einem Wechsel im Vorstand von Thurkultur. Dora Hadorn, bis Ende 2019 Uzwiler Gemeinderätin und Vorstandsmitglied seit 2012, trat auf die Mitgliederversammlung vom 6. Mai hin zurück.

Präsident Zimmermann lobt ihr Herzblut für Anliegen der Kulturschaffenden und beschreibt sie als «harte, aber immer faire Sparringpartnerin». Zu ihrer Nachfolgerin wurde mit einer Enthaltung Renate Graf, ebenfalls Gemeinderätin in Uzwil, gewählt.

Die Uzwiler Gemeinderätin Renate Graf ist neues Vorstandsmitglied.

Die Uzwiler Gemeinderätin Renate Graf ist neues Vorstandsmitglied.

PD

Zweite Auflage der Kulturbühne geplant

Auf Kurs ist die Kulturbühne 2021. Die zweite Ausgabe des 2018 erstmals durchgeführten Anlasses findet nächstes Jahr vom 30. April bis 9. Mai statt. Die Bitte an die Gemeinden um einen zusätzlichen Unterstützungsbeitrag, neben dem ordentlichen, fand Gehör.

«Ich bin erfreut über die vielen positiven Rückmeldungen der Gemeinden für einen zusätzlichen Projektbeitrag an die Kulturbühne 2021.»

Kunst- und Kulturschaffende können sich noch bis am 30. Juni für die Kulturbühne 2021 bewerben.

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