Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

GESUNDHEIT: Blumenfamilie baut Hanf an

Bekannt ist die Rutishauser AG Züberwangen durch ihre Tulpen und Topfpflanzen. Nun steigt das Unternehmen ins Geschäft mit Medizinalpflanzen ein. Erster Schritt bildet die Kultivierung von legalem Hanf.
Ursula Ammann
Am Standort der Rutishauser AG in Fällanden ZH soll künftig Hanf wachsen. In der Medizin ist diese Pflanze wegen ihrer Heilwirkung sehr gefragt. (Symbolbild: Guido Röösli/Keystone)

Am Standort der Rutishauser AG in Fällanden ZH soll künftig Hanf wachsen. In der Medizin ist diese Pflanze wegen ihrer Heilwirkung sehr gefragt. (Symbolbild: Guido Röösli/Keystone)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

In den nächsten zwei Wochen kommen die Setzlinge in die Töpfe. Im Herbst fällt voraussichtlich die erste Ernte an. Sicherlich ein nicht alltäglicher Moment für die Blumenfamilie Rutishauser. Denn bei ebendiesen Pflanzen, die in den nächsten Monaten im Gewächshaus am Standort Fällanden ZH gedeihen, handelt es sich nicht etwa um Tulpen oder Topfpflanzen, sondern um Hanf für medizinische und kosmetische Zwecke. Sei es als Rohstoff in CBD-Öl oder in Hautcrèmes.

Das Traditionsunternehmen aus Züberwangen hat sich entschieden, ein neues Geschäftsfeld im Bereich Gesundheit zu erschliessen und wird dazu die Tochterfirma Galenus AG gründen.

Nicht immer einfach mit dem Gesetz

Erster Schritt ist der Anbau von Hanf. Die Nachfrage nach dieser Heilpflanze sei gross, sagt Christoph Kempter, Verwaltungsratsratsdelegierter der Rutishauser AG und Geschäftsführer der Galenus AG. Er betont, dass die verwendeten Pflanzensorten nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Diese weisen nämlich einen tiefen Wert an Tetrahydrocannabinol (THC) – verantwortlich für die berauschende Wirkung im Hanf – aus, dafür einen hohen Gehalt an Cannabinoiden (CBD). Dieser Stoff wirkt wiederum entkrampfend und entzündungshemmend und ist deshalb in der Medizin sehr gefragt.

«Trotzdem ist es mit dem Gesetz nicht ganz einfach», sagt Christoph Kempter. Die Regeln für den Anbau seien von Kanton zu Kanton verschieden. «Wir stehen jedoch in engem Kontakt mit der Ermittlungsabteilung der Polizei und pflegen eine offene Kommunikation gegenüber den Behörden», ergänzt er. Diese seien je nach Region sehr aufgeschlossen gegenüber dem legalen Hanfanbau, so der Galenus-Geschäftsführer. «Auch in der Gesellschaft ist das Thema – insbesondere bei der jüngeren Generation – überhaupt nicht negativ besetzt.» Auf eine sehr positive Resonanz ist man gemäss Kempter bei den Mitarbeitern gestossen. Sie sind am Donnerstagmorgen über die Diversifizierung informiert worden.

Den Hanfanbau bewältigt das Unternehmen vorerst durch eine Umverteilung des Personals. «Die Hanfkultur braucht aber nicht konstant gleich viele Leute», sagt Christoph Kempter. Zeitintensiv dürfte vorallem das Pflanzen und Ernten werden. «Diesbezüglich planen wir die Mithilfe von Temporärangestellten ein», so Kempter. Ziel ist es, dass nicht nur die Pflanzen wachsen, sondern auch das Unternehmen. Was das betrifft, ist Christoph Kempter zuversichtlich. Wie gross das Potenzial in Zahlen ausgedrückt ist, möchte er zwar nicht bekannt geben, doch eines sagt er klar: «Wir sehen im Anbau von Medizinalpflanzen grosse Chancen, sonst hätten wir uns nicht für diese Strategie entschieden.»

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Galenus AG ihre Tätigkeit irgendwann auch auf andere Heilpflanzen ausdehnen wird. «Wir haben in Züberwangen schon Anbauversuche mit Baldrian gemacht», sagt Christoph Kempter. Die Kultivierung von Hanf soll den neuen Geschäftszweig aber erst einmal zum Spriessen bringen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.