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Gespenst der Schliessung geht um: Spital Flawil wieder unter Druck

Setzen sich die Finanzen bei der Politik und der Bevölkerung als stärkstes Argument durch, wird es in absehbarer Zeit kein Spital Flawil mehr geben. Angstvolle Erinnerungen an frühere Debatten werden wach.
Hans Suter
Das Spital Flawil gehört zur Spitalregion St. Gallen und bietet medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung des Fürstenlandes und unteren Toggenburgs. (Bild: Andrea Häusler)

Das Spital Flawil gehört zur Spitalregion St. Gallen und bietet medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung des Fürstenlandes und unteren Toggenburgs. (Bild: Andrea Häusler)

Die ökonomische Wahrheit und die politische Realität klaffen weit auseinander, wenn es um die Zukunft von Regionalspitälern geht. Davon zeugen schmerzhafte Erinnerungen an die Vergangenheit. Allein zum Spital Flawil liessen sich dicke Bücher zur wechselvollen Geschichte schreiben. Nun droht erneut das letzte Kapitel.

Regierung beugte sich dem Druck der Bevölkerung

Bereits 1995 beabsichtigte die St. Galler Regierung, aus Kostengründen die Spitäler Flawil, Wattwil und Altstätten zu schliessen. Der Widerstand aus allen Lagern fiel aber so heftig aus, dass die Regierung diese Pläne bald aufgab. Doch schon 1997 folgte die nächste Zäsur. Diesmal sollten die Spitäler Wil und Rorschach geschlossen werden. Doch auch hier setzte sich die Bevölkerung vehement zur Wehr. Erstmals in der Geschichte dieser zwei Städte wurden gemeinsame Demonstrationen organisiert. Die Wiler reisten nach Rorschach, die Rorschacher nach Wil. Selbst Pensionierte, die in ihrem Leben noch nie an einer Demonstration teilgenommen hatten, zogen durch die Strassen und skandierten Parolen gegen die drohenden Spitalschliessungen. Auch in diesem Fall krebste die Regierung zurück. Die Folge: Unter der Bezeichnung Quadriga I + II wurde in zwei Schritten von 1999 bis 2003 und 2004 bis 2006 das Kantonsspital St. Gallen und die acht Regionalspitäler in vier rechtlich selbstständige Spitalverbunde zusammengefasst. So entstanden unter anderem die Spitalregionen St. Gallen mit den Spitälern St. Gallen, Flawil und Rorschach, sowie Fürstenland-Toggenburg mit Wil und Wattwil. Am 30. November 2014 sagte das St. Galler Stimmvolk Ja zu Spitalinvestitionen von knapp einer Milliarde Franken. Die Freude sollte nur vier Jahre währen.

Plötzlich ist die Angst wieder da

Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde befürchtet ein strukturelles Defizit von 70 Millionen Franken pro Jahr. Als Massnahme empfiehlt er der Regierung, das stationäre Leistungsangebot nur noch in einem Spital pro Region anzubieten. Auch wenn der Schock erst einmal verdaut und der politische Prozess angestossen werden muss, so liegt auf der Hand: Eine Fokussierung auf vier kantonale Spitäler bedeutet mittelfristig die Schliessung von fünf Spitalstandorten. Auch Flawil.
«Der Gemeinderat Flawil ist sich bewusst, dass im Gesundheitswesen betriebswirtschaftliche Überlegungen von Bedeutung sind», äusserte sich Gemeindepräsident Elmar Metzger in einer Stellungnahme. Zugleich appellierte er an die Verwaltungsräte, die Regierung und die Kantonsräte, auch wichtige regionale, volkswirtschaftliche und medizinische Aspekte bei der Spital- und Versorgungsplanung zu berücksichtigen. «Das Spital Flawil ist für die Region Fürstenland–Untertoggenburg von besonderer Bedeutung», betont Elmar Metzger. «Insofern erwartet der Gemeinderat, dass für dieses anerkannte Regional-Spital realistische Zukunftsszenarien ausgearbeitet werden, um die hiesigen Arbeitsplätze und die regionale medizinische Versorgung vor Ort zu erhalten.»
Die Gemeinde würde Hand bieten für neue medizinische Angebote, sich aber mit aller Kraft gegen eine Schliessung wehren.

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