Gesellschaftliches Leben Uzwils geprägt

Gut umsorgt und betreut von ihren Angehörigen und der Spitex, kann morgen Sonntag in ihrem Daheim in Uzwil die weit über die Region hinaus bekannte einstmalige Wirtin Emmy Rapp ihren 102. Geburtstag begehen.

Christian Jud
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Emmy Rapp prägte als Wirtin des «Schweizerhofs» das Leben Uzwils. (Bild: chj.)

Emmy Rapp prägte als Wirtin des «Schweizerhofs» das Leben Uzwils. (Bild: chj.)

uzwil. Der Aufschwung des gesellschaftlichen Lebens in Uzwil und in der Region ist kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eng mit dem Namen von Emmy Rapp verbunden. Sie hat mit ihrer Familie, aus der Innerschweiz kommend, im Jahre 1946 das Hotel-Restaurant Schweizerhof an der Uzwiler Bahnhofstrasse übernommen.

Gesellschaftliches Zentrum

«Kein Bagger der Welt kann je die Erinnerungen an die ungezählten Festanlässe, Ausstellungen und Theateraufführungen wegräumen, die mit dem <Schweizerhof> verbunden sind», sagte Emmy Rapp beim Gespräch in jenen vorweihnachtlichen Dezembertagen des Jahres 1984. Bagger und Lastwagen für die Abfuhr des Bauschuttes gaben dem einstmaligen örtlichen und regionalen Treffpunkt den Rest, nachdem sich Einheiten des Luftschutzes zuvor darin geübt hatten.

An das Gute geglaubt

«Unsere erste vordringliche Aufgabe hier im <Schweizerhof> war, das Vertrauen der Kundschaft zu gewinnen, und es war schon damals so, dass mit der persönlichen Note viel zu erreichen war», erinnert sich die langjährige Wirtin. Die Lebensstrasse der freundlichen Jubilarin war bei weitem nicht nur mit Rosen eingefasst. Strenge und harte Arbeit war nötig, um bestehen zu können. «Ich dachte zeitlebens an das Gute in den Menschen, und der Herrgott, der mir eine gute Gesundheit und ein langes Leben bescherte, umgab mich mit Menschen, mit denen ich unzählige Freundschaften pflegen durfte», erzählt sie. Und wie sagte es die zierliche Frau, die in einer Kinderschar mit vierzehn Kindern aufwuchs, damals im Vorfeld ihres neunzigsten Geburtstages: «Nun habe ich Zeit, ein wenig Rückschau zu halten, und ich muss staunen, wie viel Gutes mir im Leben widerfahren ist. Angefangenes zu beenden war eine meiner Devisen, und dankbar denen zu sein, die mich begleiten.»

Nicht nur bitten, auch danken

Emmy Rapp ist der lebendige Beweis dafür, dass Arbeit edelt und adelt. Als Kind hat sie gelernt zu beten, und jeden Tag beschliesst sie noch heute so. Das Leben hat sie gelehrt, im Gebet nicht nur zu bitten, sondern auch zu danken. Viele gute und dankbare Grüsse gehen zu ihrem hohen Geburtstag in ihr stilles Daheim an der Alpsteinstrasse 10 in Uzwil.

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