Geschlossen für den Lehrplan 21

Die 17 Hinterthurgauer Schulpräsidenten machen sich für den Lehrplan 21 stark. In einem gemeinsamen Manifest betonen sie, dass dessen Einführung längst im Gange ist – und begegnen einer Volksinitiative.

Olaf Kühne
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Martin Köstli Präsident Volksschulgemeinde Aadorf (Bild: Nana do Carmo)

Martin Köstli Präsident Volksschulgemeinde Aadorf (Bild: Nana do Carmo)

REGION. Durchdacht, zukunftsgerichtet und breitabgestützt ist der Lehrplan 21. Dies schreiben die Hinterthurgauer Schulpräsidenten in einem gemeinsam verfassten Manifest. Dass sich gleich alle 17 zusammen hinter ein Projekt stellen, ist aussergewöhnlich. «Wir stehen alle mit Herzblut hinter dem neuen Lehrplan», sagt denn auch der Aadorfer Schulpräsident Martin Köstli.

Einführung läuft bereits

Ihm und seinen Mitstreitern gehe es darum, die längst vom Regierungsrat angeordnete und in den Schulgemeinden Ende letzten Jahres in die Wege geleitete Einführung des neuen Lehrplans möglichst breit abzustützen. Grund für das Manifest ist zudem die im vergangenen November eingereichte Volksinitiative, die den Lehrplan 21 quasi noch auf der Zielgeraden verhindern will (siehe Zweittext). Wie in anderen Schulgemeinden auch, sind in Aadorf sogenannte Multiplikatoren im Einsatz. Lehrer, die dereinst ihren Kollegen den neuen Lehrplan vermitteln werden; nicht nur bis zu dessen Einführung zu Beginn des Schuljahres 2017/18, sondern danach noch für vier weitere Jahre. Zudem seien einzelne Lehrmittel, die sich gemäss Lehrplan 21 auf das sogenannte Kompetenzlernen, also nicht auf das sture Büffeln, ausrichten, bereits im Einsatz und bewähren sich.

Ein roter Faden

«Schulen sollen sich grundsätzlich weiterentwickeln», schreiben die 17 Schulpräsidenten weiter. Dies könne nur erfolgreich geschehen, wenn der Prozess sorgfältig vorbereitet und von allen Beteiligten getragen werde. Der Lehrplan gebe den Lehrpersonen klare Rahmenbedingungen und einen roten Faden in der Planung. Den Schülern helfe er, ihr erhaltenes Wissen im Alltag anzuwenden.

Tatsächlich ist der Lehrplan 21 ein äusserst umfangreiches Werk. «Ich störe mich nicht grundsätzlich daran, wenn jemand dagegen ist», sagt Köstli. «Damit auseinandergesetzt müsste man sich aber schon haben.»