GESCHICHTE: Erinnerung an verschwundene Gebäude

Eine Broschüre führt die in der Gemeinde Oberhelfenschwil verschwundenen Gebäude auf. Besonders gross ist der Abgang landwirtschaftlicher Nutzbauten, aber auch viele Wohnhäuser wurden abgebrochen.

Martin Knoepfel
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Die Linde an der Magdenauerstrasse stellt für die Gemeinde Flawil und für den zuständigen Revierförster Roman Gschwend ein Sicherheitsrisiko dar. (Bild: Cédric Schneider)

Die Linde an der Magdenauerstrasse stellt für die Gemeinde Flawil und für den zuständigen Revierförster Roman Gschwend ein Sicherheitsrisiko dar. (Bild: Cédric Schneider)

In der Gemeinde Oberhelfenschwil sind in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Gebäude aus den verschiedensten Gründen verschwunden. In einer kürzlich fertiggestellten Broschüre erinnern Georg Scheurer und Emil Lehmann an diese Bau­werke.

Die Spannweite reicht von der Brücke über die Scheune bis zum Wohnhaus, zum Gasthaus und zur Fabrik. Den Hauptteil der Broschüre machen die Abbildungen aus den verschiedensten Sammlungen aus, ergänzt durch kurze Begleittexte. Alles in allem dürften rund 100 Gebäude aus dem Dorf Oberhelfenschwil und den Weilern der Gemeinde aufgeführt sein. Allerdings ist die Zusammenstellung, wie die Autoren selber schreiben, nicht vollständig. Es sei fast unmöglich, den Überblick über die abgebrochenen Feldscheunen zu haben. Diese waren für die Landwirtschaft wichtig und prägten die Landschaft. Die Bauern lagerten dort Futter für den Winter und zogen mit den Tieren in der kalten Jahreszeit von Feldscheune zu Feldscheune.

Mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft verloren die Feldscheunen ihre Funktion. Viele wurden nicht mehr unterhalten und abgebrochen. Die Autoren erwähnen für die Zeit von 1950 bis 1990 rund 40 Abgangsmeldungen an die kantonale Gebäudeversicherung. Zudem sind seit Jahren oder Jahrzehnten leerstehende Gebäude aufgeführt, die mangels Unterhalt Kandidaten für einen Abbruch sind, weil sie mit vernünftigem Aufwand nicht mehr bewohnbar gemacht werden können.

Unter diese Liegenschaften fällt die Gebäudegruppe Rohrgarten, für die Autoren vielleicht die ansehnlichste in Oberhelfenschwil. Die Zukunft des Observatoriums sei ungewiss, heisst es. Interessant sind die Gesamtansichten der einzelnen Dörfer und Weiler. Viele der verschwundenen Häuser fielen Bränden zum Opfer. Erstaunlich ist, dass in ­einigen Fällen Brandstiftung als Ursache genannt wird.

Martin Knoepfel

martin.knoepfel@toggenburgmedien.ch