Geschehen im Dorf aufgezeichnet

Rund fünfzig geladene Gäste durften als erste im neuen Jonschwiler Jahrbuch schmökern. An der Vernissage im Pfarreiheim haben die Verantwortlichen dabei Schwerpunkte und spannende Hintergrundthemen präsentiert.

Christine Gregorin
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JONSCHWIL. «Wir sind überzeugt, dass es uns gelungen ist, auch in diesem Jahr ein interessantes Jahrbuch zusammenzustellen», konstatierte Markus Egli vom Thur-Verlag stellvertretend für das Redaktionsteam. Neben ihm wirken aktuell auch seine Frau Ursi Egli, Theres Germann, Markus Brändle und Stefan Frei als treibende Kräfte zugunsten des 1991 anlässlich der 700- Jahr-Feier der Eidgenossenschaft ins Leben gerufenen, beliebten Jahresrückblicks der Gemeinde Jonschwil.

Markante Kernthemen

Die beachtliche Auflage von 800 Exemplaren vermag die Nachfrage der Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Jonschwil gut abzudecken und ermöglicht es ausserdem, das eine oder andere attraktiv bebilderte Kleinod zu archivieren.

«In diesem Jahrbuch erhalten nicht nur die Männer, auch die Frauen erhalten eine Stimme», betonte Ursi Egli und wies damit auf eines der Herzstücke der 21. Ausgabe hin: den 40. Geburtstag des Frauenstimmrechts. Das Vorwort von Ständerätin Erika Forster und die geschichtliche Aufarbeitung durch Theres Germann offenbaren die Entwicklungsschritte eindrücklich. Lassen diese doch vor allem junge Zeitgenossinnen beim Gedanken erschaudern, dass es der holden Weiblichkeit einst untersagt war, ein eigenes Bankkonto zu besitzen oder einen Vertrag ohne die Einwilligung des Ehemanns zu unterschreiben. Mit dem von den Vereinigten Nationen (UNO) portierten Internationalen Jahr des Waldes, das in der Region Wil mit dem elftägigen Grossanlass «Wald 11» begangen worden ist, setzt das Redaktionsteam einen weiteren Schwerpunkt.

Im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit werden im Jonschwiler Jahrbuch 2011 überdies jene fünf Vereine vorgestellt, die sich für den heuer innerhalb der Gemeinde Jonschwil erstmals vergebenen Prix Benevol beworben haben, und auf diese Weise wird auch gleich das letzte Kernthema im Dreierbund aufgegriffen.

Markante Persönlichkeiten

Was wäre ein Dorf, eine Gemeinde ohne die dort lebenden Menschen? Milli Fischer aus Schwarzenbach hat beispielsweise ihren intensivsten Freiwilligeneinsatz vor über vierzig Jahren als Operationsschwester in einer Mission in Angola absolviert. Und während der vergangenen dreissig Jahre auch an ihrem Wohnort in verschiedensten Bereichen viel Gutes getan – selbstredend in aller Regel voll und ganz ehrenamtlich.

Oskar Schilling aus Jonschwil seinerseits hat eine spezielle Leidenschaft: Briefmarken sowie die österreichische Feld- und Zensurpost während des Ersten Weltkrieges. In Fachkreisen gilt er als «alter Hase» und ist über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt als Autor von Fachschriften und willkommener Referent. Josef Schnetzer aus Jonschwil beendet den Reigen der Porträtierten. Er hat die Unterhaltsgenossenschaft der Melioration Jonschwil über Jahrzehnte hinweg geprägt wie kein anderer. Als geradezu legendär gelten seine Einleitungen zu den Korporationsversammlungen. Dabei hat es Josef Schnetzer verstanden, tiefsinnige Überlegungen zu machen und diese in einen grösseren Zusammenhang zum Umgang des Menschen mit den Werten der Natur zu stellen.