Gesang ging unter die Haut

Das Kammerton-Quartett war am Sonntagabend Gast des Konzertzyklus Uzwil. Das Ensemble trug dem Publikum melodiöse, emotionale Lieder vor.

Christof Lampart
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Das Kammerton-Quartett singt Liebeslieder aus der Renaissance und dem Frühbarock. (Bild: Christof Lampart)

Das Kammerton-Quartett singt Liebeslieder aus der Renaissance und dem Frühbarock. (Bild: Christof Lampart)

OBERUZWIL. Aus alt mach neu – was für Häuser gilt, welche in Sachen Bausubstanz ein wenig in die Jahre gekommen sind, hat auch in Sachen Kunst seine Berechtigung. Vor allem dann, wenn man die musikalischen Preziosen von einst so auf Vordermann bringt, wie es Elisabeth Germann (Sopran), Susanne Wiesner (Mezzosopran), Valentin Johannes Gloor (Tenor) und Stefan Vock (Bass) als bestens eingespieltes Kammerton-Quartett tun.

Die Liebe in vier Teilen

Die rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörer am Konzert vom Sonntagabend in der evangelischen Kirche Oberuzwil wurden Zeugen eines Gesangsvortrags, der zutiefst berührte und unter die Haut ging. Die individuelle Stimmführung war exquisit, das Verschmelzen der Stimmen zu einem ganz und gar harmonischen Ganzen fast atemberaubend. Das «passte» auch gut zum Thema des Madrigalabends, welcher unter dem vielversprechenden Motto «Lieben und Leben» stand. Das 80 Minuten dauernde und ohne Pause gegebene Konzert war in die vier Teile «Lieben und Kosen», «Der Schmerz der Trennung», «Die Sehnsucht» und «Wieder vereint» gegliedert und deckte das ganze Spektrum in Sachen Liebesfreude und -leid ab.

Zu Gehör kamen Madrigale, also weltliche Vokalwerke, welche vor allem in der Renaissance und im Frühbarock sehr populär waren. Da die Gliederung nach den jeweils emotionalen Zuständen erfolgte, fanden sich die unterschiedlichsten Sprachen in einem Block. So bekam das Publikum in «Lieben und Kosen» englische, spanische und französische Werke zu hören.

Emotionale Streiflichter

Viele Lieder waren von sehr kurzer Dauer und spiegelten somit passend die Gefühle eines flüchtigen Momentes dar – bevor dieser vom nächsten Gesang gewordenen Gefühl abgelöst wurde. So befand man sich als Zuhörer gewissermassen in einem steten, sanft dahin wogenden Melodienfluss, in einem «Reigen», welcher ab und an durch eine neckische Kadenz unterbrochen und stimmig aufgelockert wurde.

Das Publikum spendete den Sängerinnen und Sängern am Ende einen langen und intensiven Applaus und wurde dafür mit einer passenden Zugabe, die den vielsagenden Titel «Come again» trug, belohnt.

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