Gerüstet fürs Jahrhundertspiel

Die Berner Young Boys haben vor dem Cupspiel gegen Bazenheid unruhige Tage hinter sich. Die Alttoggenburger hingegen betreten am Sonntag gelassen und ohne Furcht das Spielfeld.

Beat Lanzendorfer
Merken
Drucken
Teilen
Bazenheids Torhüter Adrian Bernet wird sich wie schon damals im Cup gegen St. Gallen auch gegen YB nicht über fehlende Arbeit beklagen müssen. Bild: Roberto Bernal (Bild: BERNAL Roberto)

Bazenheids Torhüter Adrian Bernet wird sich wie schon damals im Cup gegen St. Gallen auch gegen YB nicht über fehlende Arbeit beklagen müssen. Bild: Roberto Bernal (Bild: BERNAL Roberto)

Am Sonntag ist es soweit. Dann kommt es im Toggenburg zum Jahrhundertspiel Bazenheid – Young Boys. Im 4500-Seelen-Dorf ist zurzeit alles ein wenig anders. In den vergangenen Tagen herrschte emsiges Treiben auf dem Fussballplatz Ifang. Rund fünfzig Helfer sind seit letztem Samstag dabei, eine dem Anlass würdige Infrastruktur zu erstellen. Dazu gehören drei Sitzplatztribünen, auf denen 638 Zuschauer Platz finden, plus die Stehplatztribüne für die Young-Boys-Fans, die mit dem Extrazug anreisen.

Auch im Umfeld der ersten Mannschaft ist die Anspannung zu spüren. An der am letzten Dienstag einberufenen Pressekonferenz war die Vorfreude bei Trainer Heris Stefanachi und Captain Dejan Baumann spürbar. Angst vor dem scheinbar übermächtigen Gegner halten beide für einen schlechten Ratgeber. «Ich bin froh, dass wir erst in der 2. Hauptrunde auf die Young Boys treffen, denn meine Spieler haben nach vier Partien in der Meisterschaft ihren Rhythmus gefunden», erklärt Stefanachi. Die Frage, ob den Bazenheidern die Angst im Nacken sitzt, verneint er vehement: «Respekt ja, Angst sicher nicht. Wir gehen in jedes Spiel mit der Absicht, dieses zu gewinnen, auch wenn der Gegner Young Boys heisst.»

Fähig, Oberklassige in Bedrängnis zu bringen

Auch Captain Dejan Baumann sieht es ähnlich: «Ich war 2008 nicht dabei, als sich Bazenheid gegen St. Gallen erst in der Verlängerung geschlagen geben musste. In den Jahren davor haben wir Bazenheider jedoch gegen Lugano und Chiasso trotz knapper Niederlagen bewiesen, dass wir Oberklassige in Bedrängnis bringen können.» Heris Stefanachi glaubt nicht, dass die Querelen um Sportchef Fredy Bickel, von dem sich die Berner Anfang Woche trennten, einen Einfluss auf das Spiel haben: Im Gegensatz zu Fredy Bickel sitzt Bazenheids Sportchef Hans «Hasä» Stadler fest im Sattel. Er gehört auch dem OK an, welches das Cupspiel organisiert.

Als Vorbereitung haben die Bazenheider das Meisterschaftsspiel Grasshoppers – Young Boys besucht. Diese Woche stand noch eine Videoanalyse auf dem Programm. Zudem wurden bis und mit heute statt der üblichen drei, vier Trainingseinheiten absolviert. Weiter gilt es positiv zu erwähnen, dass die 1. Mannschaft beim Aufbau der Stehplatztribüne aktiv mitgeholfen hat. Auch das gehört zum Motto «Fussball auf dem Land».

Präsident Markus Böni freut sich auf das Wiedersehen mit dem Ex-Bazenheider Harald Gämperle, heute Co-Trainer der Young Boys. Er war es, mit dessen Transfererlös das Clubhaus vor 25 Jahren finanziert werden konnte. Die Bazenheider hatten sich 1986 beim Verkauf nach St. Gallen eine Beteiligung bei einem Weiterverkauf ausbedungen. Diese kam 1990 zum Tragen, als ihn die Espen zu den Grasshoppers transferierten. Ein weiterer Grund also, sich auf YB zu freuen.