Geren-Abstimmung: Beschwerde wird nicht weiter verfolgt

In der Gewerbe- und Industriezone Geren in Lenggenwil soll künftig nur 15 Meter statt 18,5 Meter hoch gebaut werden dürfen.

Hans Suter
Drucken
Teilen
Blick auf die heutige Gewerbe- und Industriezone Geren in Lenggenwil. Bild: Yannis Keller

Blick auf die heutige Gewerbe- und Industriezone Geren in Lenggenwil. Bild: Yannis Keller

«Wir sind extrem erfreut über das Abstimmungsergebnis», sagt Patrick Mathis als Sprecher der IG Lebensqualität NLZ. Nüchterner klingt es in der Stellungnahme der Niederhelfenschwiler Behörde: «Der Gemeinderat nimmt das Resultat zur Kenntnis. In der Ortsplanungsrevision wird nun mit der Arbeitszone A15 für das Gebiet Geren weitergeplant.»

Den Ausschlag für die künftige Arbeitszone A15 gaben lediglich 50 Stimmen: 633 der 1216 gültigen Stimmen entfielen auf die Arbeitszone A15, 583 auf die Zone A18.5. Bei diesem Resultat handelt es sich nicht um einen endgültigen, sondern um einen Grundsatzentscheid, der dem Gemeinderat Klarheit für das weitere Vorgehen in der Revision der Ortsplanung für das Gewerbe- und Industriegebiet Geren in Lenggenwil geben soll.

Alle Gemeinden müssen handeln

Wie alle Gemeinden in der Schweiz muss auch Niederhelfenschwil nach der Annahme der eidgenössischen Raumplanungsinitiative von 2013 die Ortsplanung an die neue Bundes- und Kantonsgesetzgebung anpassen. In der Drei-Dörfer-Gemeinde richtete sich das öffentliche Augenmerk in der Ortsplanungsrevision schnell auf das heutige Gewerbe- und Industriegebiet Geren in Lenggenwil. Der Grund: Das Gossauer Holzveredelungs- und Holzhandelsunternehmen Gebrüder Eisenring AG kaufte hier Bauland, um den Betrieb dereinst von Gossau nach Lenggenwil zu verlegen.

Widerstand aus der Bevölkerung

Um baulich möglichst optimale Bedingungen zu schaffen, wären eine maximale Gebäudehöhe von 18,5 Metern und eine maximale Gebäudelänge von weit mehr als den heute erlaubten 80 Metern nötig. Der Gemeinderat begrüsste die Ansiedlung der Firma und wäre bereit gewesen, die reglementarische Voraussetzung dafür zu schaffen. Insbesondere in Lenggenwil begann sich dagegen aber Widerstand zu regen, weshalb es zur Grundsatzabstimmung vom 17. November kam.

Abstimmungsbeschwerde wird zurückgezogen

Die IG Lebensqualität NLZ hat bereits vor der Abstimmung beim Departement des Innern des Kantons St.Gallen eine Abstimmungsbeschwerde eingereicht. Dem Gemeinderat wird darin unter anderem vorgeworfen, unvollständig und unausgewogen informiert zu haben. Durch das Abstimmungsergebnis vom Sonntag, und das bei einer überdurchschnittlich hohen Stimmbeteiligung, fühlt sich die IG in ihrer Ansicht bestätigt. «Die unvollständigen und unwahren Informationen der Behörden haben nicht verfangen», wertet Patrick Mathis das Ergebnis. Doch wie soll es nun weitergehen?

«Wir sehen keinen Anlass, die eingereichte Abstimmungsbeschwerde weiter zu verfolgen», sagt Mathis. Denn bei allem Idealismus sei es auch eine finanzielle Frage: «Wir haben bisher mehr als 20000 Franken und mehrere hundert Arbeitsstunden aufgewendet.» Von der GPK der Gemeinde wolle die IG Lebensqualität NLZ aber gewisse Punkte noch untersucht haben. «Wir wollen, dass solche Fehler in Zukunft nicht mehr passieren.»

Gebrüder Eisenring AG muss über die Bücher

Offen ist derzeit, wie es mit der Ansiedlung der Gebrüder Eisenring AG nun weitergeht. Patrick Mathis betont: «Die Firma war zu keinem Zeitpunkt das Ziel unseres Wirkens. Die IG stellt sich nicht grundsätzlich gegen die Ansiedlung irgendeiner Firma.»

Bei der Gebrüder Eisenring AG wird man nun notgedrungen über die Bücher gehen und die Bauplanung anpassen müssen. Ob es weitere Optionen gibt, ist zurzeit unklar.