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«Gerechte, friedliche Welt ist möglich»

DEGERSHEIM/BRIENZ. Seit vier Jahren entwickelt sich in Degersheim das Ökodorf Sennrüti. Weltweit haben sich Ökodörfer in einem Netzwerk (GEN) zusammengeschlossen. Vergangene Woche fand die europäische GEN-Konferenz erstmals in der Schweiz statt. Auch die Degersheimer nahmen teil – und viel mit nach Hause.
Mario Fuchs
René Hirschi ist nach der Konferenz motiviert, in der Schweiz Organisationen und Projekte im Sinne der Ökodorf-Bewegung zusammenzuführen. (Bild: mf)

René Hirschi ist nach der Konferenz motiviert, in der Schweiz Organisationen und Projekte im Sinne der Ökodorf-Bewegung zusammenzuführen. (Bild: mf)

DEGERSHEIM/BRIENZ. Alles egal: politische, kulturelle oder religiöse Herkunft. Denn völlig unabhängig von alledem suchen sie alle das gleiche – Wahrhaftigkeit und Erneuerung in allen wesentlichen Bereichen des Lebens. Mit «sie» sind jene Menschen gemeint, die – überall auf der Welt – in Ökodörfern leben, Ökodörfer aufbauen, Ökodörfer bekanntmachen. Einer von ihnen ist René Hirschi. Er ist Mitglied der Gemeinschaft Ökodorf Sennrüti und lebt seit vier Jahren mit seiner Familie im ehemaligen Kurhaus in Degersheim. Er sagt: «Wir bilden eine Art Zukunftswerkstatt.» Geforscht wird an neuen Strukturen und Formen friedlichen Zusammenlebens mit möglichst geringem ökologischem Fussabdruck.

Die UNO beraten

Ökodörfer organisieren sich über regionale, nationale und internationale Netzwerke. Diese heissen GEN, Global Ecovillage Network. Das GEN Suisse ist noch ein junges, es besteht erst seit 2011. René Hirschi hat Einsitz im Vorstand. Weltweit aber ist das GEN bereits zu einer professionellen, inspirierenden und, so Hirschi, «durchaus ernstzunehmenden» Organisation gewachsen. Sie könne einen wichtigen Beitrag an der bevorstehenden Gesellschaftswende leisten.

Das sind keine leeren Worte – denn auch die Politik ist auf die GEN aufmerksam geworden: Das Netzwerk hat beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (Unecosoc). In Europa existiert GEN seit 1995 und besteht aus 90 Ökodorf-Mitgliedern aus 26 Ländern. Jährlich treffen sie sich zu einer Konferenz. Vom 7. bis 12. Juli fand diese Konferenz erstmals in der Schweiz statt, im Ökodorf Schweibenalp oberhalb Brienz.

Selbst die Veränderung sein

Ökodörfer zeigten, so erklärt René Hirschi, unmittelbar und konkret, dass eine andere Lebensweise möglich ist. «Und zwar in allen Regionen der Welt, sowohl in Krisengebieten und armen Ländern als auch in unserer westlichen Welt, in der ein Umdenken notwendig ist.» Dem entsprach auch das Motto der diesjährigen Konferenz: «Vernetzung von Gemeinschaften für eine nachhaltige Welt». Über 300 Besucher und Besucherinnen aus 51 Nationen nahmen teil – unter ihnen sieben Erwachsene und drei Kinder aus Degersheim. Bei bester Stimmung und freundlichem Wetter fanden Vorstellungen von Netzwerken und Ökodörfern, Netzwerktreffen sowie Workshops zu Permakultur, sozialen Werkzeugen, EDE (Ecovillage Development Education), Politik, Wirtschaft, Fundraising und IT statt. Für René Hirschi war vor allem inspirierend, wie sich Regierungen aus Afrika, die UN, die EU und auch Nichtregierungsorganisationen immer mehr für das GEN zu interessieren beginnen. «Wir haben auf der Schweibenalp gespürt, dass eine gerechte und friedliche Welt möglich ist», berichtet René Hirschi. Wenn er das sagt, strahlt sein Gesicht. Denn genau das ist es, was am Ende aus der Bewegung resultieren soll. «Das begreifen von Tag zu Tag immer mehr Menschen auf der ganzen Welt», freut er sich. Sie folgten dem Motto: «Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest.»

Wissen weitergeben, Neues lernen

Auch die Degersheimer konnten ihr Ökodorf Sennrüti vorstellen. «Bei uns leben gleich viele Kinder wie Erwachsene, das ist nicht bei allen so», erzählt Hirschi. So habe man mit Kindern wertvolle Erfahrungen gemacht, die man nun habe weitergeben können. Im Gegenzug konnten Hirschi und Co. auf der Schweibenalp Neues von anderen lernen. Etwa, dass man sich in Degersheim auf dem richtigen Weg befindet, wenn man sich als Ökodorf nicht vom Gemeindeleben abkapselt. Oder ein Konzept, wie Projekte speditiv umgesetzt werden können. Zudem entstanden spannende Kontakte zu anderen Ökodörfern in Kalifornien, Südamerika oder Afrika.

An der Konferenz vertreten waren auch die «Next-GEN»-Organisationen. Wie ihr Name vermuten lässt, handelt es sich dabei um die «nächste Generation», um die jüngsten GEN-Mitglieder zwischen 18 und 30 Jahren. Die Jugend arbeitet mit viel Energie und Kreativität an anderen Modellen und vernetzt sich selbständig parallel zum übrigen GEN.

Wer GEN Suisse oder das Ökodorf Sennrüti in irgendeiner Form unterstützen möchte, meldet sich per E-Mail bei René Hirschi unter pegaswiss@hotmail.com.

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