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GEMÜSE: Heimische Scholle spielt eine Rolle

Zwiebeln, Karotten, Kartoffeln, Salat – all das und noch mehr fehlte am Wochenmarkt Degersheim. Nun hat sich ein junger Landwirt für den Anbau entschieden. Auf die Regionalität legt nicht nur er grossen Wert.
Zita Meienhofer
Adrian Büchler aus Degersheim in seinem Anfang Jahr in Betrieb genommenen Treibhaus. Hier wächst das Gemüse, das am Wochenmarkt Absatz findet. (Bild: Zita Meienhofer)

Adrian Büchler aus Degersheim in seinem Anfang Jahr in Betrieb genommenen Treibhaus. Hier wächst das Gemüse, das am Wochenmarkt Absatz findet. (Bild: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

«Unverhofft kommt oft». Diese Redewendung passt ganz gut zu der Situation, die Adrian Büchler in den vergangenen zwei Jahren erfahren hat. Der junge Landwirt und Zimmermann, der den Büchlerhof in Degersheim bewirtschaftet, hält Hühner und Schottische Hochlandrinder. Diese Tiere erweckten Aufmerksamkeit bei Spaziergängern – und den Verantwortlichen des Wochenmarkts Degersheim. Adrian Büchler wurde angefragt, seine Produkte ebenfalls auf dem Markt zu verkaufen. Obwohl frisches Fleisch von den Hochlandrindern nur zwei- bis dreimal jährlich vorhanden ist, sagte er trotzdem zu, bot jedoch ebenfalls Eier an und begann mit der Produktion von Teigwaren.

Schnell fiel dem 27-Jährigen auf, dass auf dem Markt das Gemüse fehlt, dass es von ausserhalb Degersheim eingekauft und wieder weiterverkauft werden muss. Das widerspricht Adrian Büchlers Gesinnung, seinem Credo, dass, was möglich ist, auf heimischer Scholle produziert werden soll. Er nutzt die Gelegenheit und sät in den Gärten neben seinem Hof – auf rund 20 Aren – und später im Treibhaus Gemüse an. Salate, Fenchel, Karotten, Gurken, Auberginen, Blumenkohl, Tomaten, Bohnen, Knollensellerie, Zucchetti, Zwiebeln, Kartoffeln, Rosenkohl und noch mehr gedeihen, finden auf dem Markt Absatz. «Es läuft sehr gut», sagt er, «ich habe mit den Produkten aus heimischem Boden Erfolg. Es kaufen Leute bei mir ein, die sonst Bio-Produkte wählen. Sie ziehen die Regionalität dem Bio-Label vor.» Büchler, der von seiner Mutter Heidi Büchler unterstützt wird, sät all sein Gemüse selber an, hegt und pflegt es und bringt es auf den Markt oder bietet es im Hofladen an. Nur dann, wenn die Saat nicht gedeihen will, kauft er das entsprechende Gemüse hinzu.

Versuchsfeld für Urdinkel oberhalb des Hofes

Produkte von der heimischen Scholle, das ist für Adrian Büchler auch bei der Produktion der Teigwaren wichtig. Deshalb mischt er dem Teigwarenteig nicht Hartweizengriess, sondern Weichweizengriess bei. Das, weil Weichweizengriess in der Schweiz – allerdings nicht in Degersheim – angebaut werden kann. Adrian Büchler bietet seine Teigwaren in fünf verschiedenen Formen an und mischt seinen Eierteigwaren Spinat, Tomaten, Steinpilze oder Chili bei. Zurzeit wächst oberhalb seines Hofs Urdinkel. Es sei ein Versuch, erklärt der Landwirt, gedeiht es, möchte er künftig auch Urdinkel-Teigwaren aus dem Eigenanbau herstellen. «Bis jetzt sieht es im Urdinkel-Versuchsfeld nicht schlecht aus». Monatlich werden auf dem Büchlerhof zwischen 20 und 30 Kilo Teigwaren produziert, ein bis zwei Geschmacksrichtungen, drei bis vier Formen.

Schotte und Aufzuchtmast passen in das Konzept

Seit 2003 halten Büchlers Schottische Hochlandrinder. Zurzeit sind es 13 Tiere. Adrian Büchler hat den Betrieb vor fünf Jahren von seinem Vater übernommen und im 2014 statt eine Scheune mit Hofladen realisiert, einen Bauernhof in Hoffeld gekauft. Es habe besser in das Konzept seines Betriebes gepasst. Der Scheunenbau ist allerdings noch nicht vom Tisch. Diesen möchte er so bald wie möglich realisieren. Damit erhofft er sich mehr Lagerkapazität, und optimale Arbeitsabläufe. Schliesslich baut er nicht nur Gemüse an, produziert Teigwaren hält Hühner und Schottische Hochlandrinder, zu seinem Betrieb gehören auch noch 50 Aufzuchtmastrinder. Damit könne er die Infrastruktur optimal ausnutzen, und die Arbeitsbelastung sei akzeptabel.

Hinweis

Der Wochenmarkt startet immer am ersten Mai-Wochenende und endet jeweils am letzten Oktober-Wochenende. Er findet wöchentlich, am Samstag von 9 bis 12 Uhr, statt. www.buechlerhof.ch

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