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Gemeinsam leben und entscheiden

Das Ökodorf Sennrüti in Degersheim strebt ökologische und soziale Nachhaltigkeit an. Mit dem Ausbau der Photovoltaik nähert sich die Mehrgenerationen-Gemeinschaft ihrem Wunsch, selbstversorgend zu leben.
Donat Beerli
René Hirschi half mit, die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach der Wohnungen im Ökodorf Sennrüti zu installieren. (Bild: Donat Beerli)

René Hirschi half mit, die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach der Wohnungen im Ökodorf Sennrüti zu installieren. (Bild: Donat Beerli)

DEGERSHEIM. Eine Gruppe Kinder rennt spielend durch die Gänge, zwei junge Frauen diskutieren beim Vorbeigehen, alle grüssen sich herzlich. Es ist schwierig abzuschätzen, wer hier verwandt ist – alles erscheint wie eine grosse Familie im Ökodorf Sennrüti im ehemaligen Kurhaus in Degersheim. 2009 kaufte die Genossenschaft Sennrüti dieses, um hier eine Gemeinschaft nach ihren Vorstellungen zu errichten.

René Hirschi gehörte der Arbeitsgruppe an, die damals nach einem geeigneten Standort für ein Leben mit nachhaltigen Prinzipien suchte. «Wir waren eine Gruppe von Freunden und wollten eine alternative Lebensform für uns. Kein Einfamilienhaus, wo jeder für sich und seinen kleinen Garten schaut, sondern ein Leben in einer Gemeinschaft mit gemeinsamen Werten.»

Mehr Solarstrom als benötigt

Die Idee ist Realität geworden. Heute wohnt Hirschi mit seiner Patchworkfamilie zusammen mit 30 Erwachsenen und 25 Kindern im Ökodorf Sennrüti. Jede Familie, Einzelperson oder Wohngemeinschaft hat eine Wohnung für sich, dazu kommen eine Gemeinschaftsküche, Spielzimmer sowie Tanz- und Schulungsräume, die gemeinsam genutzt werden.

Vor wenigen Wochen wurde die bestehende Photovoltaikanlage um eine neue ergänzt. Die Solarpanels, die im ganzen Ökodorf auf allen Hausdächern zu sehen sind, sollen in Zukunft rund 100 000 Kilowattstunden Strom produzieren. «Das sind 25 Prozent mehr, als wir als Gemeinschaft über das ganze Jahr hinweg benötigen», erklärt Hirschi. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, wofür Sennrüti von der KEV aktuell 29 Rappen pro Kilowattstunde bekommt. Die Einnahmen können dann wieder für das Beziehen von atomfreiem Strom benützt werden. «Es lohnt sich auch finanziell für uns», sagt Hirschi. Das habe die Erweiterung natürlich erleichtert.

Gemeinsam Lösungen finden

Auch das Regenwasser wird gespeichert – und für Toiletten und Waschmaschinen benützt. Im grosszügigen Garten wird Biogemüse angebaut. Komplette Selbstversorgung also? «Davon sind wir weit entfernt», sagt Hirschi. Dies sei aber auch nicht das Ziel des Ökodorfes. Man versuche hingegen, grosse Transportwege bestmöglich zu verhindern.

Neben den ökologischen Versprechen spielen soziale Prozesse in der Gemeinschaft eine grosse Rolle, wie Hirschi sagt. Anfallende Aufgaben werden in Arbeitsgruppen unterteilt. Die einen sind für den Unterhalt zuständig, andere organisieren die Gemeinschaftsabende oder bewirtschaften die Webseite des Ökodorfes. Gruppendynamik ist wichtig. Wer lieber alleine entscheidet, ist hier fehl am Platz. Man setze sich zwar für Vielfalt ein und respektiere individuelle Lebensentwürfe, meint Hirschi. «Wenn aber jemand Neues zu uns kommen will, erwarten wir, dass die Person sich engagiert.»

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