Gemeinsam auf dem Erfolgsweg

Freitag- und Samstagabend veranstalteten die drei Männerchöre von Jonschwil, Schwarzenbach und Lütisburg erstmals einen gemeinsamen Unterhaltungsabend. Mit dem Vokalensemble Ottobelli und dem Theaterstück «Im goldige Chrueg» kam eine starke Prise Humor dazu.

Carola Nadler
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Die Männerchorgemeinschaft gestaltete das erste Mal einen gemeinsamen Unterhaltungsabend.

Die Männerchorgemeinschaft gestaltete das erste Mal einen gemeinsamen Unterhaltungsabend.

JONSCHWIL. In einer Zeit mangelnden Nachwuchses in Chören bietet sich eine Männerchorgemeinschaft geradezu an. Der grosse Erfolg der beiden Unterhaltungsabende in Jonschwil am Freitag- und in Schwarzenbach am Samstagabend gibt den Initianten dieser Fusion recht. Der Anlass wird am Sonntagnachmittag, 20. November, in Lütisburg ein drittes Mal durchgeführt.

Unter der Leitung von Ruth Scheiwiller sang die stattliche Menge an Sängern beliebte Lieder aus dem bewährten Männerchorrepertoire. «Es macht Spass, in so einer grossen Gemeinschaft zu singen», meinte Georges Steppacher, Präsident des Männerchors Schwarzenbach, in seiner Begrüssung. Man wolle weiterhin das angestammte Liedgut «gespickt mit modernen Stücken» pflegen. Passend zum Theaterstück des Abends, «Im goldige Chrueg», standen Lieder wie «Sierra Madre» und «Freunde bis in die Nacht» von Bert Kaempfert auf dem Programm. Das alte deutsche Volkslied «Im Krug zum grünen Kranze» war von Ruth Scheiwiller kurzerhand zu «Im Hof zum goldenen Kruge» umgetextet worden, um es an das Theaterstück von Hanna Frey anzupassen. Diese Lieder wurden an passenden Stellen des heiteren Volksstücks aufgeführt, die nahezu 40 Männer stellten sich dazu jeweils vor der Bühne auf.

Komödiantisches Talent

Doch bevor sich die lustigen Begebenheiten entfalten konnten, stand ein weiteres Vokalensemble auf der Bühne, ebenfalls bestehend aus Männern. Aus schönen Männern, wenn man deren Name glauben darf: «Ottobelli», die acht Schönen. Schön in weissem Hemd und Jeans, augenzwinkernd sich selbst in «Don't Worry, Be Happy» vorstellend. Ein prädestiniertes Lied für ein A-cappella-Ensemble, was die Ottobelli grossartig unter Beweis stellten. Nebst den eher traditionell gesungenen «Down By The Riverside» und «Jasha spielt auf» zeigten die Ottobelli bei «The Lion Sleeps Tonight» dann wieder ihr komödiantisches Talent: Urwaldgeräusche von Paradiesvögeln zu kreischenden Affen und eine hinreissende Choreographie begeisterten das Publikum. Begeistert zeigte sich das Publikum auch von den Darstellerinnen und Darstellern des Volksstücks «Im goldige Chrueg».

Starke Charaktere

Regisseur Roberto Martinez hatte es grossartig verstanden, die Charaktere sehr klar umrissen zu zeichnen und die individuellen Eigenheiten seiner Darsteller einzusetzen. Gestikulierende Hände, verzogene Gesichter, davontobende Weibsbilder – nichts wirkte unnatürlich oder gar peinlich. Lediglich Fabienne Aubert musste für ihre Rolle der Tante Rösi gewaltig in die komödiantische Schublade greifen, was dieser jedoch phantastisch gelang. An ihrer Seite spielten Kurt Kast und Judith Jud als Wirteehepaar Gloor, Miriam Scherrer als dessen Tochter Priska und Sonja Scherrer als Serviertochter Monika, die sich stetes selbstbewusst zu behaupten weiss. In weiteren Rollen traten Michael Meier als ehemaliger Schulschatz von Tante Rösi auf, Thomas Uhlmann als Nachbarssohn und Edi Koch als «Raser» Pius Richner. Man darf in Lütisburg wieder gespannt sein, wie es mit der Tante Rösi endet…

Mit auf dem Programm stand das heitere Volksstück «Im goldige Chrueg» von Hanna Frey. (Bilder: can.)

Mit auf dem Programm stand das heitere Volksstück «Im goldige Chrueg» von Hanna Frey. (Bilder: can.)