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Gemeindeverwaltung kritisiert

Am zweiten Podiumsgespräch zur Wahl des Kirchberger Gemeindepräsidenten diskutierten die drei Kandidaten über Flüchtlinge, Finanzen und Fusion. Kritik gab es für die Gemeinde: Unternehmen müssten zu lange auf Entscheide warten.
Beat Lanzendorfer
Die Kandidaten Philipp Dörig, Roman Habrik und Michael Sutter (von links) stellten sich in Bazenheid den Fragen der Bevölkerung. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Kandidaten Philipp Dörig, Roman Habrik und Michael Sutter (von links) stellten sich in Bazenheid den Fragen der Bevölkerung. (Bild: Beat Lanzendorfer)

BAZENHEID. Eingeladen und organisiert hatte die Diskussionsrunde die Dorfkorporation. Als Moderator hielt Remo Sprecher die Fäden in Händen. Er hatte jene Fragen im Vorfeld bei den politischen Parteien, den Unternehmen und Vereinen eingeholt, die am meisten unter den Nägeln brennen. Diese bezogen sich mehrheitlich auf das Dorf Bazenheid. Die Kandidaten Philipp Dörig (parteilos), Roman Habrik und Michael Sutter (beide FDP) erhielten Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.

Schwierige Entscheidung

«Wen soll ich bloss wählen?», fragen sich viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. «Dies ist der Grund, weshalb wir zum heutigen Abend einladen», hiess Felix Forster, Präsident der Dorfkorporation, die Anwesenden willkommen. Zu Beginn erhielt jeder Kandidat zehn Minuten, sich und seine zukünftige Stossrichtung vorzustellen. Philipp Dörig und Roman Habrik hatten eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet, Michael Sutter präsentierte seine Aufzeichnungen am Flipchart.

Die Fragerunde war in vier Einheiten aufgeteilt. Zuerst musste jeder Kandidat zu einer von den politischen Parteien gerichteten Frage Stellung beziehen. Michael Sutter plädiert bei der Bevölkerungsentwicklung für ein verdichtetes Bauen. «Der Bauboom der letzten Jahre ist darauf zurückzuführen, dass unsere Gemeinde attraktiv ist.» Nach Meinung von Philipp Dörig braucht das Dorf Kirchberg sowohl den neuen Saal als auch die Schulraumerweiterung. «Natürlich gilt es die Kosten im Griff zu halten, gleichzeitig dürfen wir das Bildungsniveau nicht senken.» Roman Habrik äusserte sich zur Einheitsgemeinde: «Wir müssen zwei Strukturen zusammenführen. Mit gegenseitigem Verständnis und Geduld wird dies gelingen.»

Flüchtlinge und Tagesstruktur

Im zweiten Teil sah sich Michael Sutter mit dem Vorwurf der Unternehmer konfrontiert, es fehle der Anreiz, die Verschmutzung des Abwassers zu mindern. «Dem kann ich so nicht zustimmen. Als Gemeinderat bin ich mit der Thematik vertraut und weiss, dass gute Lösungen vorhanden sind.» «Schnell Deutsch lernen und den Menschen Arbeit geben. Finanzielle Anreize der Gemeinde an die Unternehmen sind dabei durchaus denkbar», gab Roman Habrik zur Antwort, wie Flüchtlinge integriert werden können. Philipp Dörig plädiert bei der Tagesstruktur an die Eigenverantwortung: «Es muss auch finanziell machbar sein. Gegenseitige Hilfe untereinander ist ein guter Ansatz.»

Bei den Vereinen wird die fehlende Bereitschaft seitens der Gemeinde kritisiert, die nötige Infrastruktur bereitzustellen. «Mit der Verabschiedung des Richtplanes kommen wir Lösungen sicher näher», gibt sich Dörig optimistisch. Bei der abschliessenden Fragerunde wird die Gemeindeverwaltung als zu träge eingestuft. Unternehmen müssten zu lange auf Entscheide warten. Angeregt werden längere Öffnungszeiten der Verwaltung oder eine Sprechstunde mit dem Gemeindepräsidenten. Kritisiert wird auch, dass der Landwirtschaft bei der Podiumsdiskussion kein Platz eingeräumt worden ist. Noch einmal wird das Thema Flüchtlinge aufgegriffen. Die Zustände an der Südgrenze zur Schweiz seien unhaltbar. Dieses Problem kann nur Europa gemeinsam lösen, lautet die einhellige Meinung. Einigkeit herrscht auch in Sachen Investitionsbedarf. Die Gemeinde muss in den kommenden Jahren mit der Erneuerung der Infrastruktur einen finanziellen, aber nötigen Kraftakt stemmen. Bei der Schlussfrage von Felix Forster: «Gibt es in zehn Jahren nur noch zwei Gemeinden im Toggenburg?», kommt als Antwort: Die Zeit ist reif, wenn die Bevölkerung eine Notwendigkeit dafür sieht. Bei der Grösse Kirchbergs stellt sich die Frage kurz- und mittelfristig aber nicht.

Die letzte der Podiumsdiskussionen findet am Montag, 29. August, in der «Rose» in Müselbach statt.

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