Gemeindesaal: SP für ein Nein

Die Mitglieder der SP Kirchberg lehnen das Projekt des Gemeinderates für einen Bau eines neuen Gemeindesaals im Dorfzentrum Kirchberg grossmehrheitlich ab.

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KIRCHBERG. In erster Linie seien es Bedenken zu Grösse und Kosten dieses neuen Saals, die zur ablehnenden Haltung geführt haben. Dies schreibt die SP in einer Medienmitteilung. Die vom Gemeinderat beantragten 17,5 Mio. Franken würden die Gemeindefinanzen auf Jahre hinaus blockieren. Von diesem Geld, davon zeigt sich die SP überzeugt, können die Vereine und das Gemeindeleben in grösserem Ausmass profitieren, wenn es zielführender eingesetzt würde. Laut den Promotoren finden knapp 100 Anlässe pro Jahr im bisherigen Saal statt. Schaue man sich die Liste aber etwas genauer an, so stelle man fest, dass nur wenige Dorfvereine den Saal für ihre Auftritte benötigen, und für diese genüge ein Saal in der heutigen Grösse vollkommen. Alles andere seien Kleinstveranstaltungen, Proben und Anlässe, die mit der Gemeinde oder den Vereinen nichts zu tun hätten, wie die SP weiter in der Mitteilung festhält.

Verkehrsaufkommen befürchtet

Ein Saal in der geplanten Grösse müsste also gezwungenermassen viele andere Belegungen generieren, moniert die SP. Auch Befürworter gäben zu, dass regionale und kantonale, ja sogar eidgenössische Anlässe nach Kirchberg geholt werden müssten, um die notwendige Auslastung zu erreichen. Die SP rechnet vor: Der Saal müsste mindestens dreimal pro Woche voll belegt sein, was ein entsprechendes Verkehrsaufkommen mit sich bringt. In der Verkehrsproblematik sieht denn die SP Kirchberg auch einen zweiten Hauptgrund, der gegen das vorliegende Projekt spreche. Logischerweise komme es beim Betrieb des Gemeindesaals zusammen mit dem deutlich ausgebauten Hotelbetrieb zu grösserem Verkehrsaufkommen. Das bestreitet laut Mitteilung der Sozialdemokraten auch das erstellte Verkehrsgutachten nicht. Ein Saal, in dem kantonale und nationale Anlässe stattfinden sollen, habe grundsätzlich an einem mit dem öffentlichen Verkehr leicht zugänglichen Ort, also in der Nähe eines Bahnhofs, zu stehen.

Enge Verbindung

Schliesslich führte auch die enge Verbindung mit der Hotel Toggenburgerhof AG zum Entscheid der SP: Nutzniesserin sei in erster Linie dieses Unternehmen, finanziert werde das Projekt aber durch die Gemeinde. Zwar sei diese mit 5 Prozent am Nettoumsatz, der über 1 Million liegt, beteiligt. Von der ersten Million sehe sie hingegen nichts. Und da erscheine das immer wieder hervorgehobene Argument, dass die Mieterin Unterhalt und Betrieb des Saales finanzieren müsse, in einem anderen Licht, schreibt die SP weiter. Sie wehre sich nicht grundsätzlich gegen einen neuen Gemeindesaal. Die SP erachtet beim vorliegenden Projekt die Nachteile aber als so gross, dass sie den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern dessen Ablehnung an der Urne empfiehlt. (pd)

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