Gemeinderat empfiehlt Anbau

Die Stimmberechtigten befinden an der Urne über den Kindergarten in Jonschwil. Die Notwendigkeit eines Neubaus scheint unbestritten zu sein, doch welche der beiden Varianten sie bevorzugen, entscheidet sich am 30. November.

Urs Bänziger
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Schulratspräsident Köbi Zimmermann, Gemeindepräsident Stefan Frei und Schulleiter Roger Reich sitzen auf den Kinderstühlen im Altbau. (Bild: Urs Bänziger)

Schulratspräsident Köbi Zimmermann, Gemeindepräsident Stefan Frei und Schulleiter Roger Reich sitzen auf den Kinderstühlen im Altbau. (Bild: Urs Bänziger)

JONSCHWIL. Am 30. November entscheiden die Stimmberechtigten der Gemeinde Jonschwil über einen Kindergarten-Ersatzbau in Jonschwil. Zur Diskussion stehen die beiden Varianten Nord und Süd. In Bezug auf die Kosten gibt es keine grossen Unterschiede: für das Bauprojekt Nord sind 3, 3 Millionen und für die Variante Süd 3, 4 Millionen Franken veranschlagt worden.

Im Vorfeld der Abstimmung sind keine Stimmen laut geworden, die den Kindergarten-Neubau grundsätzlich in Frage stellen. Offensichtlich haben die Argumente des Gemeinderates überzeugt. Er beantragt, das 40jährige Kindergartengebäude in Jonschwil abzubrechen, da dieses sowohl für die Schulbedürfnisse als auch aus energetischer Sicht nicht befriedige und eine Sanierung keine sinnvolle Lösung ergebe.

Gemeinderat für Variante Nord

Spannender dürfte daher an der Urnenabstimmung von Ende November die Frage sein, ob die Stimmberechtigten der Empfehlung des Gemeinderates folgen und der Variante Nord den Vorzug geben werden. Aus finanziellen, aber auch aus funktionellen und betrieblichen Gründen sei die Variante Nord die bessere, argumentiert die Behörde. Bei diesem Projekt ist ein Anbau an das Sonnenrain-Schulhaus vorgesehen. Das alte Kindergartengebäude soll abgebrochen und das Grundstück als Baulandreserve zur Verfügung stehen.

Die Variante Süd sieht einen Neubau am bisherigen Standort vor. In Bezug auf das Raumprogramm gibt es zwischen den beiden Projekten keine wesentlichen Unterschiede. Im neuen Kindergarten sollen drei Unterrichtsräume mit angegliederten Gruppenräumen eingerichtet werden; ebenso ein Musik- und ein Geräteraum, ein Bastelmateriallager sowie Räume für Archiv, Technik und Hauswart. Zudem ist geplant, im Ersatzbau einen Disponibelraum zu erstellen, der als Reserve dienen und den Vereinen zur Verfügung stehen soll.

Weil das neue Gebäude dreigeschossig ist, muss für den behindertengerechten Zugang ein Lift eingebaut werden. Bei der Anbau-Variante könnte somit das ganze Sonnenrain-Schulhaus behindertengerecht erschlossen werden.

Inklusive Photovoltaikanlage

Vorgesehen ist ausserdem, gleichzeitig mit der Erstellung des Kindergartenersatzbaus eine Photovoltaikanlage beim Schulhaus Sonnenrain zu realisieren. Bauherrin ist die Anfang dieses Jahres gegründete Solargenossenschaft Jonschwil-Schwarzenbach. Je nachdem für welche der beiden Varianten sich die Stimmberechtigten entscheiden, soll eine Anlage mit 93 000 oder 99 000 Kilowattstunden auf dem Dach des Schulhauses erstellt werden. Mit dem erzeugten Solarstrom kann der durchschnittliche Verbrauch von 15 bis 20 Haushalte gedeckt werden.

Am Informationsabend im August wurde die Frage aufgeworfen, ob mit dem Neubau nicht zu viel Schulraum geschaffen werde. Dies nachdem aufgrund der sinkenden Kinderzahlen auf Anfang des neuen Schuljahres die Kindergartenklassen in Jonschwil von drei auf zwei reduziert wurden. Es werde kein Überangebot geschaffen, versicherte Gemeindepräsident Stefan Frei an diesem Abend. Die Kinderzahlen könnten sich rasch wieder verändern. Würden zwei, drei neue Mehrfamilienhäuser im Dorf gebaut, könne sich die Situation schon wieder verändern. Zudem müsse die Schule wegen fehlender Räume auf das Pfarreiheim ausweichen, und es herrsche auch bei den Vereinen einen Mangel an Proberäumen.