Gemeinde will ökologische Lösungen

Mitarbeitende der Uzwiler Gemeindeverwaltung sind täglich unterwegs. In Schritten will nun die Gemeinde die Mobilitätsmittel selber zur Verfügung stellen und umweltschonende Elektrofahrzeuge und -velos einsetzen.

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UZWIL. Der Bautechniker unterwegs von Baustelle zu Baustelle. Der Leiter des Betreibungsamtes auf Pfändungstour. Der Liegenschaftenverwalter auf dem Weg zu seinen Baustellen. Der Gemeindepräsident von Besprechung zu Besprechung: Bisher mussten die Mitarbeitenden der Gemeinde Uzwil für Dienstfahrten ihr privates Fahrzeug zur Verfügung stellen. Wer viel fährt, gegen eine fixe Fahrzeugpauschale. Wer wenig fährt, schreibt Kilometer auf.

Spartanisch auf vier Rädern

In Schritten will die Gemeinde nun die Mobilitätsmittel selber zur Verfügung stellen. Dazu läuft seit Anfang August ein Testbetrieb. Ratsschreiber Marcel De Tomasi: «Meist sind unsere Mitarbeitenden allein unterwegs, haben nur ein Aktendossier dabei. Und meist fahren sie kurze Strecken innerhalb der Gemeinde.» Und genau für dieses Bedürfnis hat die Gemeinde einfache und ökologische Lösungen gesucht.

Gefunden hat sie diese schliesslich bei kleinen, zweiplätzigen Elektrofahrzeugen und Elektrovelos. Marcel De Tomasi zu den Elektrofahrzeugen: «Sie bieten genau das, was wir brauchen: Sie haben vier Räder, ein Dach und fahren.» Und er fügt an, dass sie spartanisch eingerichtet und ungeheizt sind. Das mache aber nichts, schliesslich seien die Mitarbeitenden nur auf Kurzstrecken unterwegs. «Viele Dienstfahrten lassen sich innerorts mit dem E-Bike gleich schnell erledigen. Deshalb können unsere Mitarbeitenden auch darauf zurückgreifen», so De Tomasi.

Versuchsbetrieb angelaufen

Der Versuchsbetrieb ist bereits angelaufen, Erfahrungen sollen gesammelt werden. Wie alltagstauglich ist es mit viel Gepäck und Material? Wie funktioniert es im Winter? Laut Marcel De Tomasi sind die ersten Erkenntnisse positiv. Die Buchung der Fahrzeuge über das interne Reservationssystem funktioniert gut, Elektrofahrzeuge und E-Bikes sind für die meisten Dienstfahrten gut geeignet. Die Reichweite der Elektrofahrzeuge von 70 bis 80 Kilometer mit einer Aufladung ist mehr als genügend. Mit 80 Kilometer Höchstgeschwindigkeit sind die Mitarbeitenden gleich schnell unterwegs wie mit konventionellen Autos.

Sparsam und schonend

Auf einen Benziner umgerechnet, liegt der Verbrauch bei weniger als einem Liter auf 100 Kilometer. Ratsschreiber Marcel De Tomasi: «Das neue Mobilitätskonzept ist kostenneutral, langfristig gar günstiger. Die bisherigen Spesenentschädigungen an die Mitarbeitenden fallen weg, die Betriebskosten der neuen Fahrzeuge sind tief.»

Die neue Art der Mobilität freut natürlich auch die Umwelt. Die Bilanz verbessert sich zusätzlich, weil Mitarbeitende nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen, um es dann für geschäftliche Zwecke verfügbar zu haben. Elektromobilität verursacht kaum Verkehrslärm. Auch das macht sie interessant. Bewährt sich das Konzept, denkt die Gemeinde an eine eigene Photovoltaikanlage, um die Fahrzeuge mit erneuerbarer Energie zu betreiben. Prüfen will man später auch, das Reservationssystem für breitere Kreise zu öffnen. (gk)