Gemeinde vor Fait accompli gestellt

GÄHWIL. Im September 2004 erhält der Besitzer eines früheren Bauernhauses in Senis (Gähwil, Politische Gemeinde Kirchberg) eine Baubewilligung für die Sanierung und den Umbau seines Hauses. Dieses liegt in der Landwirtschaftszone und im Landschaftsschutzgebiet Iddaburg.

Martin Knoepfel
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GÄHWIL. Im September 2004 erhält der Besitzer eines früheren Bauernhauses in Senis (Gähwil, Politische Gemeinde Kirchberg) eine Baubewilligung für die Sanierung und den Umbau seines Hauses. Dieses liegt in der Landwirtschaftszone und im Landschaftsschutzgebiet Iddaburg.

Im Juni 2005 teilt er der Gemeinde Kirchberg unter anderem mit, die Bausubstanz sei so schlecht, dass er das Unter-, Erd- und Obergeschoss habe abbrechen und neu erstellen müssen.

Nur noch Estrich

Das Bundesgericht wird später festhalten, dass vom alten Haus im wesentlichen nur noch der Estrich vorhanden ist und dass das neue Haus als massiv gemauerter Bau erscheint.

Die Gemeinde verfügt einen Baustop und der Bauherr reicht ein nachträgliches Korrekturgesuch ein, das jedoch abgelehnt wird. Dagegen wehrt er sich erfolglos und geht bis vors Bundesgericht.

Guter Glaube verneint

Die Architektin, die mit dem Bau betraut gewesen sei, habe gewusst, dass ein ergänzendes Baugesuch nötig gewesen wäre. Das müsse sich der Bauherr anrechnen lassen. Er hätte sich zudem erkundigen können, wie er in dieser Situation vorgehen solle, hält das Bundesgericht in seinem Urteil fest. Es nimmt dem Bauherrn nicht ab, dass er in gutem Glauben gehandelt habe.

Es gebe ein grosses öffentliches Interesse an der Trennung von Bau- und Landwirtschaftsland. Wenn man hier den Wiederaufbau zulasse, würden den Behörden in anderen ähnlich gelagerten Fällen die Argumente fehlen, einen solchen zu verweigern, schreibt das Bundesgericht in seinem Urteil von 2007.

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