Gemeinde passt Zonenplan an

Flawil nimmt Korrekturen an der Gesamtrevision der Ortsplanung vor. Aufgrund von Einsprachen wurden nochmals Anpassungen vorgenommen. Betroffen sind hauptsächlich der Botsberg, das Zentrum, das Habis-Areal und die Glatthalde.

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«Alt Flawil» soll in seiner Struktur erhalten bleiben. Die angepasste Schutzverordnung definiert die Grundsätze. (Bild: zVg.)

«Alt Flawil» soll in seiner Struktur erhalten bleiben. Die angepasste Schutzverordnung definiert die Grundsätze. (Bild: zVg.)

Flawil. Im Juni 2010 wurde die Revision der Ortsplanung Flawil mit gleichzeitiger Überarbeitung des Baureglements und der Schutzverordnung öffentlich aufgelegt. Das Ergebnis waren 43 Einsprachen, meldet die Gemeinde Flawil in einer Mitteilung. Nach verschiedenen Verhandlungen und Abklärungen hat der Planungsausschuss die bestrittenen Punkte der Revision aus juristischer und raumplanerischer Sicht dem Gemeinderat nochmals unterbreitet. Der Rat hat die einzelnen Kritikpunkte zum Geschäft Ortsplanungsrevision nun reflektiert und den Zonenplan teilweise überarbeitet. Zu diskutieren gab vor allem die Neuordnung von Gewerbe- und Industrieflächen im Westen von Flawil und in der Glatthalde.

Fehler aufgedeckt

Bei diesen Anpassungen handle es sich hauptsächlich um eine Feinabstimmung des Zonenplans auf die ortsplanerischen Ziele. Die Einsprachen hätten teilweise aufgezeigt, dass in den Planungsunterlagen noch Überlegungsfehler vorhanden waren, so die Gemeinde weiter. Die nun erfolgten Anpassungen setzen die Ortsplanungsrevision so um, dass gesamthaft ein gutes Resultat entstehe. Eines der wichtigsten Ziele der Revision der Ortsplanung ist, die Verdichtung im Zentrum voranzutreiben. Die Anpassungen an Zonenplan, Baureglement und Schutzverordnung haben dieses Ziel aufgenommen. Aufgrund einer Einsprache einer Privatperson und von Hinweisen aus der Handels- und Industrievereinigung, HIF Flawil, wurde ein Manko zwischen Zonenplan, Baureglement und Schutzverordnung aufgedeckt. Einerseits soll das Gebiet westlich der Bahnhofstrasse in seiner Struktur erhalten werden, andererseits soll dort eine Verdichtung ermöglicht werden. Dank den Hinweisen aus der Bevölkerung konnte dieses Gebiet aus ortsplanerischer Sicht nochmals angepasst werden. Nun ist eine wirkliche Verdichtung möglich, der Strukturschutz bleibt in angepasstem Mass trotzdem bestehen. Was dies konkret bedeutet, erklärte Andreas Eisenring, Ratsschreiber, auf Anfrage: «Alt Flawil besteht aus vielen alten Stickerhäusern. Heute stehen diese Häuser in einer Wohn- und Gewerbezone. Es liegt in unserem Interesse, das Quartier mit diesen traditionellen Häusern so zu erhalten. Neu stehen die Häuser nun in einer Kernzone, den so ist auch eine Verdichtung möglich.» Die Neubauten müssen dem Dorfbild angepasst sein, können aber ein Stockwerk höher gebaut werden, als in der ersten Version des Zonenplanes. Eine Weiterentwicklung im Zentrum bleibt somit möglich.

Industrie und Gewerbe fördern

Ein grosser Teil der Einsprachen hat Industrie- und Gewerbe-Flächen betroffen. Hier sind sich das übergeordnete Interesse (Wirtschaftsförderung) und Einzelinteressen (Nachbarn)nicht immer einig. Aufgrund der Topografie Flawils sind neue gewerblich nutzbare Flächen nicht einfach auszuscheiden. Ein Schwerpunkt der Entwicklung soll im Botsberg, entlang der Toggenburgerstrasse erfolgen. In Abstimmung auf das Projekt zur Sanierung des Bubentalerbaches wurde eine Korrektur der Zonierung vorgenommen. Neu entsteht im Westen von Flawil eine Möglichkeit zur wirtschaftlichen Entwicklung und entlang des Baches ein attraktiver Wohnraum.

Somit könne man die Zonen entflechten, so Eisenring weiter. Die Neueinzonung an der Glatthalde war ein umstrittener Punkt in der ersten Auflage. Geplant ist vis-à-vis der ARA Oberglatt eine massvolle Erweiterung der Gewerbe-Industriezone auf dem ebenen Teil des Gebietes bis zur Glatt. In der Zwischenzeit konnte die Schutzverordnung Glatt-Wissenbach in diesem Bereich noch angepasst werden, so, dass sich das Naturschutzgebiet und die Einzonung aufeinander abstimmen lassen. Diese Einzonung wird bei späteren Bauvorhaben erhöhte Anforderungen an die Bauten und den Verkehr haben. Ein Teil der Einsprachen zu diesem Gebiet wurden sistiert, da eine Erweiterung der Zonenfläche gegenüber der ersten Auflage vorgenommen wird. Der Grundeigentümer habe einen Überbauungsplan auszuarbeiten, welcher der Öffentlichkeit vorgelegt werde, so Eisenring.

Habis-Areal

Im Rahmen der Konzeption zur Ortsplanung wurde im Habis-Areal ein Potenzial von etwa rund zwei Hektaren unüberbauter Fläche eruiert. Im Sinne der inneren Verdichtung wurde eine Studie zur Nutzung des Areals erstellt. Die Zonenplan-Auflage 2010 sah eine Ergänzung der Gewerbe-Industriezone mit Wohn- und Gewerbeanteilen vor. Die Zonenordnung auf dem Habis-Areal kann jedoch nicht isoliert betrachtet werden, sondern steht im Zusammenhang mit dem Planungskonzept für die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Gemeinde. Die bestehenden Betriebe sollen erhalten bleiben und sich weiterentwickeln können. Zudem soll Flawil auch für neue Betriebe des KMU-Sektors weiterhin ein attraktiver Standort sein. Mit dem Zuzug einer grösseren Firma hat sich gezeigt, dass im Habis-Areal auch weiterhin wertvolle Flächen für Gewerbe- und Industriebetriebe realisierbar sind. Die Folge ist eine Anpassung der Zonenordnung. Man habe mit dem Gedanken eines Wohnens im Areal gespielt, in einem zweiten Schritt aber gemerkt, dass dies, so nahe an den Betrieben nicht ideal sei, so Eisenring. Östlich des Areals, sei ein Wohnteil allerdings möglich. Die Änderungen gehen nun in eine zweite Auflagerunde.

Ein Teil der Einsprachen zur Schutzverordnung und zur Zonenplanung bleibt sistiert und wird nach der zweiten Auflage behandelt. Aufgrund dieser Änderungen wird vom 23. März bis zum 21. April eine Ergänzungsauflage durchgeführt. Die Unterlagen können während der öffentlichen Auflage im Gemeindehaus eingesehen werden. (gk./meg.)