Gemeinde investiert in Sonnenenergie

Die Gemeinde Uzwil setzt ihr im Oktober 2013 gestartetes Energieförderprogramm Schritt für Schritt in die Tat um. Als nächstes beginnt sie Mitte Februar mit dem Bau der Photovoltaikanlage auf dem Garderobengebäude in der Henauer Rüti.

Ives Bruggmann
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Hinter den Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung entsteht auf der Garderobe der Sportanlage Rüti eine kaum sichtbare Photovoltaikanlage. (Bild: Andrea Häusler)

Hinter den Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung entsteht auf der Garderobe der Sportanlage Rüti eine kaum sichtbare Photovoltaikanlage. (Bild: Andrea Häusler)

UZWIL. Etwa 250 000 Franken investiert die Gemeinde Uzwil in eine neue Photovoltaikanlage auf dem Garderobengebäude in der Henauer Rüti. Finanziert wird die Anlage gemäss dem Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker über die Energieerträge innert der nächsten 15 Jahre. Wenn es die Witterung erlaubt, wird Mitte Februar mit dem Bau begonnen. Die Inbetriebnahme erfolgt im Optimalfall Ende März.

Strom für 20 Häuser

Damit gibt Uzwil in Sachen Energiewende die Richtung vor. Die Gemeinde hat die Niederuzwiler Firma Lenz AG beauftragt, eine Photovoltaikanlage mit insgesamt 492 Modulen anzubringen. Diese Module sollen 106 000 Kilowattstunden Strom liefern. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch von 20 Einfamilienhäusern. «Was in der Garderobe an Strom der neuen Anlage nicht verwendet wird, wird ins Stromnetz gespeist», sagt Thomas Stricker. Nicht zu verwechseln ist die neue Anlage mit den bereits beim Bau des Gebäudes angebrachten Sonnenkollektoren, welche die Warmwasseraufbereitung für die Garderoben unterstützen. Warum die Photovoltaikanlage nicht bereits beim Bau erfolgte, hat gemäss Stricker finanzielle Gründe. «Wir verfügten damals noch nicht über einen Energiewende-Fonds, aus dem solche Vorhaben finanziert werden.» Auch in Zukunft will die Gemeinde Uzwil ihr Energieprogramm vorantreiben.

Stricker: «Ziel ist es, jedes Jahr eine grosse Photovoltaikanlage zu erstellen.» Als nächste Gebäude stehen dafür das Feuerwehrdepot und die Eishalle auf der Liste. «Ob dann wirklich in jedem Jahr eine Photovoltaikanlage entsteht, hängt auch von weiteren Kriterien ab», sagt Stricker. Das Dach der Eishalle beispielsweise müsse sehr wahrscheinlich vor der Montage einer Photovoltaikanlage saniert werden, damit die Lebensdauer des Daches mit jener der Anlage übereinstimme. Die Entsorgung der Anlage beschäftigt Thomas Stricker indes noch nicht. «Es ist allgemein bekannt, dass es derzeit nicht so einfach ist, eine solche Anlage zu entsorgen oder zu rezyklieren.» Bei einer Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren glaube er aber, dass sich dieses Problem in dieser Zeit entschärfen werde, so Stricker.

59 Beiträge geleistet

Nicht nur die Gemeinde, auch Private nutzen in Uzwil die Sonnenenergie. Seit der Lancierung des Energieförderprogramms kriegen sie für solche Vorhaben gar finanzielle Unterstützung der Gemeinde. Dabei gelten genaue Kriterien: Für auf das Dach montierte Photovoltaikanlagen bezahlt die Gemeinde je nach Leistung bis zu 12 000 Franken. Die finanzielle Förderung trug schnell Früchte: In den 15 Monaten seit dem Start des Förderprogramms hat die Gemeinde Beiträge an 59 Photovoltaikanlagen zugesagt. Dazu kamen fast 50 Förderzusagen an andere Vorhaben, beispielsweise an die Modernisierung von Gebäudehüllen oder an Sonnenkollektoren fürs Warmwasser.

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