Gemeinde bleibt konsequent: Degersheimer Hallenbad wird vorerst nicht verkauft

Das geschlossene Hallenbad Degersheim bleibt in Gemeindebesitz. Weitere Verkaufsverhandlungen sind einstweilig kein Thema.

Andrea Häusler
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Das ehemalige Kurbad (links) und die Liegenschaft der Genossenschaft Ökodorf Sennrüti stehen baulich in engem Bezug.

Das ehemalige Kurbad (links) und die Liegenschaft der Genossenschaft Ökodorf Sennrüti stehen baulich in engem Bezug.

Bild: Andrea Häusler

Der Gemeinderat bleibt bei seinem Entscheid, das seit Juni 2014 geschlossene Hallenbad zu behalten und der Bevölkerung für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Die Parkplätze werden vermietet. Was Gemeindepräsidentin Monika Scherrer nach Ablauf der unbenützt verstrichenen Frist für den Abschluss eines Kaufvertrags mit der Genossenschaft Ökodorf Degersheim kommuniziert hatte, bestätigt sie auch rückblickend auf nachträglich geführte Gespräche mit den potenziellen Interessenten.

Die Sache vorerst ruhen lassen

Die Genossenschaft Ökodorf habe den Entscheid akzeptiert, sagt sie. «Beide Parteien erachten es als sinnvoll, die Sache nun ruhen zu lassen und die Thematik rund um die Weiterverwendung der Liegenschaft zu einem späteren Zeitpunkt – losgelöst von den aktuellen Diskussionen – neu aufzugreifen.»

Ökodorf Sennrüti bleibt weiterhin kaufinteressiert

Nach dem kurzzeitigen Aufflammen der Hoffnung auf eine zeitnahe Handänderung dürfte die Liegenschaft nun wieder in jenen Tiefschlaf versinken, in dem sie in den vergangenen Jahren geruht hatte. Weiterhin geht der Unterhalt zu Lasten des Gemeindehaushalts. Die Kosten seien aber relativ gering, wie Monika Scherrer sagt.

Die Genossenschaft Ökodorf Sennrüti bleibt derweil weiterhin am Erwerb der gut 1500 Quadratmeter grossen Parzelle und dem zunehmend maroden Gebäude am Südhang Degersheims interessiert. Und sie ist inzwischen auch bereit, den Kaufpreis von 500000 Franken zu zahlen, wie deren Präsident, René Duveen, gegenüber dieser Zeitung bestätigte.

Preis war nie verhandelbar

Die Summe war aus Sicht der Verkäuferin nie verhandelbar – und wird es auch weiterhin nicht sein. «Der Kaufpreis entspricht exakt jenem Betrag, den die Hölzli GmbH bezahlt hätte, wenn der Verkauf nicht an den auf dem Hallenbad lastenden, nicht löschbaren Servituten gescheitert wäre. Eine Anpassung des Angebots gegen unten wäre gegenüber der Bürgerschaft nicht zu rechtfertigen», sagt die Gemeindepräsidentin.

Ökodorf plant konkrete Schritte für einen Kauf

Die Eckpfeiler für einen Doch-noch-Verkauf scheinen gesetzt zu sein. Die fehlende Zeit für die Sicherstellung der Finanzierung, mit der die Genossenschaft Ökodorf das Nichtzustandekommen des Verkaufs per Ende November begründet hatte, kann sie sich nun nehmen. René Duveen versichert:

«Wir streben eine Lösung an, die dem Gemeinwohl und der gemeinschaftlichen Kooperation in der Gemeinde dienlich ist.»

An dieser Lösung will die Genossenschaft nun unabhängig vom Entscheid des Gemeinderats aktiv weiterarbeiten. Sprich: Ziel der Genossenschaft ist es, jetzt die notwendigen Schritte in den Weg zu leiten, um den Kauf erfolgreich abschliessen zu können. Wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, lassen die Parteien vorderhand offen.

Zweitletztes Kapitel?

In der wechselvollen Geschichte über die Zukunft des alten Kurhausbads ist damit ein weiteres Kapitel abgeschlossen. Vielleicht ist es tatsächlich das Zweitletzte.

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