Gelungene Eröffnung nach den Operationen

BAZENHEID. Am späteren Sonntagnachmittag strömten Freunde der klassischen Musik in den Ulrich-Bräker-Saal zu Bazenheid. Dieser war so gut gefüllt, dass noch zusätzliche Stühle geholt werden mussten.

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Soloviolinistin Anne-Maria Bagdasarjanz (l.) mit Kammerensemble Il Piacere. (Bild: Peter Küpfer)

Soloviolinistin Anne-Maria Bagdasarjanz (l.) mit Kammerensemble Il Piacere. (Bild: Peter Küpfer)

BAZENHEID. Am späteren Sonntagnachmittag strömten Freunde der klassischen Musik in den Ulrich-Bräker-Saal zu Bazenheid. Dieser war so gut gefüllt, dass noch zusätzliche Stühle geholt werden mussten. Nach einer operationsbedingten Pause spielten Soloviolinistin Anne-Maria Bagdasarjanz und «Il Piacere». Die Musikerin musste sich Operationen an Arm- und Hüftgelenken unterziehen und deshalb ein Jahr lang pausieren. Es war nicht zum vornherein klar, ob sie überhaupt je wieder ihre geliebte Violine spielen und zum Singen bringen könne.

Wieder voll da

Von Albinonis Sinfonia a cinque op. 2/3 für Streicher und Basso continuo wurde diesmal das 3. Stück zu Gehör gebracht. Es ist nicht für fünf Musiker komponiert, sondern für fünf Stimmen, so dass man die Solistin und das achtköpfige Ensemble als Gesamtheit begutachten konnte. Schön war auch das Zusammenspiel von Violoncello (Otto Horsch) und Kontrabass (Werner Broger), oft als Unisono in zwei Oktaven; alles unterlegt vom den Rhythmus prägenden Cembalo, von Stephan Giger manchmal tänzerisch intoniert. Schon der erste, energisch gespielte Einsatz der stimmführenden Violine zeigte allen, dass Anne-Maria Bagdasarjanz mit ihrem schön klingenden Instrument und als Leiterin wieder voll «da war». Mit grosser Präsenz und Intensität durchlief sie das eröffnende Largo und schlug beim zweiten und vierten Allegro ein mitreissendes Tempo an.

Diese Qualitäten zeigten sich auch bei den beiden anderen Werken. Hindemiths freie Tonalität war weder gefällig noch leicht. Es war ein musikalisches Raumerlebnis. Dieses stellte sich auch bei Bachs Doppelkonzert in d-Moll für zwei Violinen und Streicher ein, besonders wenn es mit so viel Hingabe intoniert wird, wie das hier der Fall war. Die Zuhörer konnten das Wechselspiel der beiden solistischen Violinen (Anne-Maria Bagdasarjanz und Martina Bleiker) bestaunen.

Dank an den Arzt

Anne-Maria Bagdasarjanz bedankte sich am Schluss bei Hans Geigenmüller, vormals Chefarzt der Klinik Littenheid, ihrem ehemaligen Psychiater in einer Zeit seelischer Erschütterung. Sie tat dies mit einer äusserst schnell gespielten virtuosen Zugabe (das Presto aus der Bach-Solosonate in g-Moll). Das Publikum applaudierte für das vielschichtige Konzert. (pek)