«Gelechzt nach Eiszeit»

Bereits zum zweitenmal besuchten spanische Curler Uzwil, um zu trainieren. Vor zwei Jahren waren es etwas mehr als zehn Sportler, diesmal umfasste die Delegation gar 30 Personen.

Urs Nobel
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Das Erinnerungsbild wurde anlässlich des Uzwiler Herbstmarktes geschossen. (Bild: Urs Nobel)

Das Erinnerungsbild wurde anlässlich des Uzwiler Herbstmarktes geschossen. (Bild: Urs Nobel)

CURLING. Während vier Tagen standen die Gäste aus Spanien fast nur auf Eis. Zwei Tage wurde ausschliesslich trainiert, eineinhalb Tage lang fand ein Turnier zusammen mit den Gastgebern des Curling-Clubs Uzwil statt. «Ich bin hundemüde», stöhnte Romano Ruch, der Hauptverantwortliche des Trainingslagers. Zusammen mit seinem Bruder Marco, mit Vereinspräsident Marc Stäheli sowie Jörg Müller und weiteren Helfern, sorgte er dafür, dass die spanischen Curler möglichst viel profitieren und sich in der Schweiz wohl fühlen konnten. «Unsere Gäste hätten am liebsten 24 Stunden im Tag Curling gespielt, derart gelechzt haben sie nach Eiszeit.»

Kein Eis für die Vorbereitung

Die spanischen Curler kamen aus verschiedenen Regionen: Aus Malaga, dem Baskenland, den Pyrenäen und aus Valladolid. Sie stammen aus verschiedenen Vereinen, kennen sich jedoch alle, da es auf der iberischen Halbinsel nur etwa 150 lizenzierte Curler gibt. Da diese Curler während der Vorbereitungszeit nicht über eigenes Eis verfügen, trainieren sie vielfach im Ausland und reisen entweder mit dem Flug- oder Fahrzeug an die besagten Orte. Das Trainingslager in Uzwil bedeutete für die Spanier praktisch die Hauptprobe vor dem Saisonstart. Bereits am nächsten Wochenende findet in Puigcerdà ein erstes internationales Turnier statt, an welchem auch vier Uzwiler-Mannschaften teilnehmen. «Als Gegenbesuch», wie Romano Ruch erklärt, «aber auch um die schönen neuen Kontakte weiterzupflegen.»

Junioren-Nationaltrainer

Romano Ruch wurde zudem vom spanischen Verband aufgeboten, während dreier Tage den Nachwuchs des Landes zu trainieren. So praktisch als Junioren-Nationaltrainer. Der Vater macht somit das, was sein Sohn Manuel schon vor fünf Jahren einmal gemacht hat. Dass diese Jugendlichen aber noch sehr viel lernen müssen, macht Ruch gar nichts aus, im Gegenteil: «Umso besser sind nachher die Fortschritte sichtbar.»

Gast des Präsidenten

Die spanischen Gäste waren im Pfadiheim Hinterberg in Andwil untergebracht. Sie zeigten sich fasziniert von der dort herrschenden Ruhe und ihrer nächsten Umgebung mit Blick auf die Berge. Die meisten Besucher kochten während ihres Aufenthalts für sich selber, vor allem aus Kostengründen. Gespart und trotzdem ganz gut gegessen haben sie zudem im Restaurant timeout, wo sie einmal von Marc Stäheli und seiner Frau Claudia eingeladen und bekocht wurden.

Schwung fürs eigene Turnier

Zum Abschluss fand das Turnier um den «Copa Suiza» statt. Während eineinhalb Tagen spielten zwölf Teams, teilweise in gemischten Formationen. Als Gesamtsieger liess sich selbstredend ein einheimisches Team feiern. In der «spanischen Rangliste» gewann Puigcerdà, das in einer Woche am eigenen international stark besetzten Turnier zeigen möchte, dass sein Erfolg das Ergebnis intensiven Trainings – vor allem jenem in Uzwil – ist. «Fortschritte haben alle gemacht und genügend Eiszeit hatten unsere Gäste auch», zog Romano Ruch ein positives Fazit der vergangenen vier Tage.

Mit dem Flugzeug

Jetzt steht für die spanischen Curler – wie auch für die Uzwiler – die Turniersaison bevor. «Die Spanier beteiligen sich in der Regel an sieben bis acht Turnieren im Winter», weiss Ruch. «Und meistens müssen sie dazu mit dem Flugzeug anreisen.»

Noch schöner als in Uzwil

Unterdessen sind die meisten mit dem Flugzeug wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Jene Grüppchen, die mit dem Auto anreisten, nehmen es ein bisschen gemütlicher und bereisen noch ein bisschen die Ostschweiz. Vor allem wollen sie noch Appenzell und Stein am Rhein besuchen. Dort soll es noch schöner als in Uzwil sein, obwohl es an beiden Orten keine Eishalle hat.