GELDGIER: Komödienspass um Millionen

Mit der Komödie «Funny Money» von Ray Cooney hat das Theaterensemble der Klinik Wil eine gute Wahl getroffen, wusste doch am Samstagabend die Premiere des absurden Stücks zu überzeugen.

Christof Lampart
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Das Kliwi-Theaterensemble überzeugte in der ebenso tempo- wie pointenreichen Premiere von Funny Money voll und ganz. (Bild: Christof Lampart)

Das Kliwi-Theaterensemble überzeugte in der ebenso tempo- wie pointenreichen Premiere von Funny Money voll und ganz. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

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Die Frage ist praktisch so alt wie die Erfindung des Geldes an sich: Was würde ich tun, wenn ich ebenso unverhofft wie unverdient auf einmal reich würde? Für Heinz Binder (Heiner Kick, bieder-durchtrieben) ist die Sache klar. Ungeachtet der Tatsache, dass er heute Geburtstag hat und zusammen mit seiner Frau Jeanette (Daniela Bissegger, je länger, je krimineller) Freunde zum Abendessen erwartet, muss sofort ausgewandert werden – schliesslich könnte es ja sein, dass der Unbekannte, mit dem er versehentlich den Aktenkoffer im Tram tauschte, doch seine zwei Millionen zurückhaben wollte.

So klar die Ausgangslage ist und so deutlich die Geschichte vor einem liegt – Cooneys Geschichten finden stets ein glückliches Ende –, sind doch die Irrungen dermassen zahlreich, dass man am Ende des Abends wohl kaum alle aufzählen könnte.

Zielgerichtete Personenführung

Das Stück lebt jedoch nicht nur durch seine Pointen, sondern vor allem durch die zahlreichen Darsteller, die ihren Figuren Leben einhauchten. Sandra Burics, die erstmals beim Kliwi-Theater Regie führte, verstand es durch eine sehr zielgerichtete Personenführung, dem bereits explosiven Stoff noch weitere Dynamik zu verleihen, sodass die Zuschauer sowohl wegen der Situationskomik als auch der Gags wegen laufend lachten.

Wie bereits gesagt, waren die Leistungen der Laiendarsteller famos. Das befreundete Ehepaar Rolf (Andreas Bosshard, impulsiv-eigenbrötlerisch) und Bettina (Ilona Scheuring, verständnisvoll-durchtrieben) funktioniert nur anfänglich als moralisches Korrektiv zu den immer weiter in den moralischen Bankrott abgleitenden Binders. Doch unverdientes Geld korrumpiert nicht nur die Braven, sondern auch den das Geld einsteckenden Wachtmeister Rüfenacht, (Walter Rombach, herrlich moralisch verdorben) und die Taxifahrerin Brigitte (Ingeborg Nienhuis, als Crashpilotin ein Naturtalent).

Der kochende Kommissar und die Fussgängerin

Und dann sind da noch der ermittelnde Kommissar Schlatter (Dominic Scheuring, zuerst geduldig, dann vor Wut kochend) und die ominöse Fussgängerin (Samira Scheiwiller, sehr aktionsgeladen), welche das Chaos im Wohnzimmer erst recht vollkommen machen.

Das Bühnenbild (Renato Kissling) zeigte alles, was ein Theaterwohnzimmer zeigen muss: grosses Sofa und Bar – die restliche freie Fläche wurde durch die adrett gestylten Akteure (Kostüme: Kliwi-Team, Masken und Frisuren: Carmen Bähler/Samira Scheiwiller) als Spielfläche genutzt. Dies sehr zur Freude des Publikums, das den Darstellern am Ende einen langen Applaus schenkte.