GEKNACKT: «Hätte noch weiterspielen können»

Der Weltrekord im Dauermusizieren ist in trockenen Tüchern. Nach 31 Stunden an den Instrumenten sagte Roland Hug gestern Abend der Wiler Zeitung, warum er am Freitagmorgen fast aufgegeben hätte.

Simon Dudle
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Auch nach mehr als 27 Stunden hatte Roland Hug noch genug Kraft für das Alphorn. (Bild: Simon Dudle)

Auch nach mehr als 27 Stunden hatte Roland Hug noch genug Kraft für das Alphorn. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Nach 27 Stunden war der Weltrekord gestern um 15 Uhr gesichert. Seit Donnerstagmittag hatte der 50-jährige Roland Hug, der in Lenggenwil aufgewachsen ist und nun in Zuzwil wohnt, 31 Stunden musiziert. Nicht für das Guinnessbuch, sondern für Spitalclowns der Stiftung Theodora.

Roland Hug, wie geht es nach diesem Musik-Marathon?

Es fühlt sich wahnsinnig gut an. So kurz nach dem Ende des Auftritts kann ich nicht einfach herunterfahren. Jetzt könnte ich glatt weitermachen. Allerdings wollte ich mit meinen Leuten um 19 Uhr auf den Rekord anstossen, bevor diese nach Hause gehen.

Gab es einen Zeitpunkt, an dem Sie sich überlegt haben, aufzuhören? Nur ganz kurz um 8.40 Uhr am Freitagmorgen. Da habe ich in der linken Hand Schmerzen gespürt. Dann machte ich zwischen den Stücken einige kurze Pausen mehr und habe mich am Keyboard aufgelockert. Danach ging es wieder besser. Ich habe gewusst, dass der Morgen die kritische Phase werden würde.

Warum?

Dann hat es am wenigsten Publikum. Je mehr Leute da sind, desto besser ist es für einen Musiker. Man spielt ja nicht für eine Wand. Mich hat sehr gefreut, dass immer mindestens fünf Personen im Saal waren.

Gab es sonst Schwierigkeiten?

Das Licht hat mich geblendet, so dass ich die Notizen mit den Liederlisten nicht mehr lesen konnte. Das brachte mich aber nicht aus dem Konzept. Alles in allem habe ich mein Repertoire dreimal wiederholt. Pro Stunde waren es rund 25 Musikstücke.

Sie haben 31 Stunden lang fast nichts gegessen.

Das stimmt. Es waren ein halber Pack Energie-Gummibärli, drei Mandarinen, eine Banane und eine Tafel Schokolade. Hauptsache Zucker.

Waren Sie im Vorfeld sicher, dass es zum Rekord reicht?

Als ich mich am Donnerstagmittag eingerichtet hatte, war ich mir sicher, dass es klappt. In den Tagen zuvor allerdings nicht. Ich hatte Ferien, machte körperlich wenig und wurde deshalb müde. Jetzt nach dem Konzert bin ich topfit und könnte davonrennen.

Gibt es schon weitere Pläne für einen neuen Rekord?

Nein. Dieser Auftritt war gleichzeitig mein letzter als Alleinunterhalter.36