Geist lebt in der Stiftung weiter

Aus dem Erlös des Verkaufs der Elektrizitätsversorgung ist die Stiftung «Dorfleben Bichwil» entstanden. Als erster offizieller Festakt wurde die Bevölkerung zu einem reichhaltigen Brunch eingeladen.

Kathrin Meier-Gross
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Mit der Einladung zum Frühstücksbuffet hat der Stiftungsrat, bestehend aus Thomas Schwarz, Andrea Bernhardsgrütter, Myriam Baumgartner, Silvan Brun und Ruedi Merz (von links) die Stiftung «Dorfleben Bichwil» vorgestellt. (Bild: kmg.)

Mit der Einladung zum Frühstücksbuffet hat der Stiftungsrat, bestehend aus Thomas Schwarz, Andrea Bernhardsgrütter, Myriam Baumgartner, Silvan Brun und Ruedi Merz (von links) die Stiftung «Dorfleben Bichwil» vorgestellt. (Bild: kmg.)

BICHWIL. Freude herrscht! Ogis Bonmot galt am Sonntagmorgen nicht nur dem köstlichen Frühstücksbuffet in der Mehrzweckhalle. Auch der Grund für die Einladung war höchst erfreulich: Die neu gegründete Stiftung «Dorfleben Bichwil» hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung des Dorfes in gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht nachhaltig zu fördern. Zusätzlich sollen umweltschonende Energieproduktion und -effizienz unterstützt werden.

Auflösung Dorfkorporation

Beat Kägi, der seit 16 Jahren die Dorfkorporation präsidiert, zeigte sich überwältigt vom Aufmarsch der Bichwiler. «Mit diesem Anlass hat die Stiftung voll ins Schwarze getroffen.» In einem geschichtlichen Abriss erinnerte er an die ersten Protokolle der Dorfgenossenschaft Bichwil im Jahre 1836. 1903 kam mit dem Bau der Wasserversorgung die Gründung der Dorfkorporation dazu. 1922 erfolgten der Bau des Elektroverteilnetzes und der Betrieb einer eigenen Elektrizitätsversorgung. Weitere Aufgaben der Dorfkorporation Bichwil waren das Kehrichtwesen, der Unterhalt der Dorfstrasse, der Betrieb einer Tiefkühlanlage und vieles mehr. Im Lauf der Zeit änderten die Bedürfnisse. Es musste eine neue Organisationsform gefunden werden. Mit dem Verkauf der Elektrizitätsversorgung Bichwil an die SAK fiel ein grosser Teil der Aufgaben der Dorfkorporation weg. Somit lag es auf der Hand, dass die Wasserversorgung Bichwil in die Wasserversorgung Oberuzwil eingegliedert wurde. Kägi sprach seinen Ratskollegen und den Bichwilern Dank aus für die Unterstützung. Ein bisschen Wehmut verspüre er schon, «aber der Geist der Dorfkorporation lebt in der Stiftung weiter».

Gelebtes Netzwerk

Im Februar hat der Oberuzwiler Gemeinderat dem Wahlvorschlag des Dorfverwaltungsrates zugestimmt. Dem für vier Jahre gewählten Stiftungsrat gehören Myriam Baumgartner, Andrea Bernhardsgrütter, Thomas Schwarz, Ruedi Merz und Präsident Silvan Brun an. Brun drückte bei seiner Rede die Freude darüber aus, dass er in der vollen Turnhalle lauter zufriedene Gesichter sehe. «Das ist für mich ein soziales, reales und gelebtes Netzwerk. Solche Anlässe sind die Idee der Stiftung.» Den zahlreichen Helfern sprach er Dank aus für die einwandfreie Organisation dieses Frühstücksbuffets. Zusammenfassend berichtete Brun über den Bürgerentscheid zum Verkauf der Elektrizitätsversorgung im März 2011 bis zur Ausarbeitung des Stiftungsreglements und dem Eintrag ins Handelsregister. Brun betonte, dass die Bichwilerinnen und Bichwiler die Stiftung präsentieren würden, nicht die Stiftungsräte. Diesen obliege die Umsetzung des Stiftungszwecks. «Wir sind in einer privilegierten Situation. Finanzielle Mittel sind vorhanden – was wir brauchen, ist Ihre Mitwirkung.» Durch den Verkauf der Elektrizitätsversorgung fliesst seit 2012 für zehn Jahre ein Betrag von 240 000 Franken in die Stiftung.

Dank den Vorgängern

Ruedi Merz oblag die Ehre, die Aufgaben der Ratsmitglieder der Dorfkorporation in Erinnerung zu rufen. Diese hätten in ihrer Freizeit einen «Top-Job» geleistet. Verdankt wurden Silvan Brun, Brigitte Damdhül, Karin Vollenweider, Hanspeter Blaser und Beat Kägi. Stellvertretend für alle Vorgänger wurde auch Bruno Klaus auf die Bühne gebeten. Er hatte während gut 30 Jahren die Dorfverwaltung präsidiert. Geplant war eigentlich, die ehemaligen Räte und die Mitglieder der GPK «in den Himmel zu schicken». Der Nebel machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Der Ballonausflug wird im nächsten Jahr durchgeführt. Mit dabei sein wird auch Berti Handermann. Sie wurde beim Wettbewerb ausgelost.

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