«Gehe davon aus, dass Strafe bestätigt wird»

Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Mario Schmitt steht morgen nachmittag vor dem Kreisgericht Wil.

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Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Mario Schmitt steht morgen nachmittag vor dem Kreisgericht Wil. Er hatte auf Facebook einen Artikel über die Enthauptung eines US-Journalisten durch den «Islamischen Staat» (IS) verlinkt und den Kommentar angefügt: «Mir kommt gleich das Kotzen… wann wird diese Religion endlich ausgerottet?!?» Der Eintrag brachte ihm eine Anklage wegen Rassendiskriminierung ein. Die St. Galler Staatsanwaltschaft auferlegte ihm eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 140 Franken und einer Busse von 1000 Franken. Dagegen erhob Schmitt Einsprache.

Herr Schmitt, wie fühlen Sie sich so kurz vor der Gerichtsverhandlung?

Nicht anders als sonst.

Nicht nervös?

Nein, ich bin gelassen. Ginge es um einen anderen Fall, beispielsweise um eine Menge Geld, sähe meine Gefühlslage wahrscheinlich anders aus.

Mit welcher Strategie treten Sie und Ihr Anwalt morgen an?

Ich weiss es nicht genau. Ich lege mein Schicksal voll und ganz in die Hände meines Anwalts Hermann Lei (Thurgauer SVP-Kantonsrat, Anm. der Redaktion).

Werden Sie auf einen Freispruch plädieren?

Ja, wir fordern einen Freispruch.

Erwarten Sie, den Freispruch zu erhalten?

Es kommt auf den Richter an. Ich kenne ihn nicht. Doch ehrlich gesagt, scheint es mir angesichts der letzten Urteile, beispielsweise beim Messerstecher-Inserat, gegenwärtig en vogue zu sein, den Rassendiskriminierungsartikel anzuwenden. Von daher gehe ich davon aus, dass das Verdikt der Vorinstanz bestätigt wird.

Sollte es zu einer Verurteilung kommen, ziehen Sie den Entscheid weiter ans Kantonsgericht?

Das kann ich heute noch nicht sagen. Den Entscheid fälle ich, wenn die schriftliche Begründung vorliegt. (ph)

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