Gegentrend seit 2010: Wieder mehr Ehrenamtliche in Sportvereinen

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Immer häufiger in Vereinen: Treten Ehrenamtliche wie der Präsident oder Aktuar zurück, bleiben deren Sitze über länger leer. (Bild: Hans Suter)

Immer häufiger in Vereinen: Treten Ehrenamtliche wie der Präsident oder Aktuar zurück, bleiben deren Sitze über länger leer. (Bild: Hans Suter)

2016 hat das Observatorium Sport und Bewegung Schweiz zum vierten Mal ein Monitoring von Sportvereinen durchgeführt. Dies im Auftrag von Swiss Olympic, dem Bundesamt für Sport und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft.

Die aktuelle Vereinsstudie«Sportvereine in der Schweiz – Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven» wurde im vergangenen Jahr publiziert. Sie kommt unter anderem zu einem überraschenden Schluss bezüglich ehrenamtlicher Tätigkeit in Sportvereinen. Zwar hat sich die Anzahl Ehrenamtlicher in Sportvereinen von 1996 bis 2016 um 15000 Personen verringert. Doch von 2010 bis 2016 ist ein deutlicher Zuwachs festzustellen: Waren es damals nur 285000 Ehrenamtliche, stieg die Zahl bis 2016 auf 335000 Personen an. Wie aber ist das möglich? «Bei den Ehrenamtlichen kann ein klarer Trend zum Jobsharing festgestellt werden», heisst es in der Studie. Die Zahl der Ehrenamtlichen sei deutlich gewachsen, ohne dass der monatliche Arbeitsaufwand pro Person dabei signifikant gesunken wäre. Martin Senn bestätigt dieses Phänomen für Wiler Vereine: «Nicht nur beim Präsidium, auch bei Trainerämtern setzen sich immer mehr Co-Lösungen durch.» Die Vorteile würden auf der Hand liegen: «Man kann die Aufgaben so nach Stärken aufteilen». Weiter zeigt die Vereinsstudie, dass das Ehrenamt das effektive Fundament von Sportvereinen bildet: 96 Prozent der Vereinsarbeit erfolgen ehrenamtlich, nur 4 Prozent sind entschädigt.

Auch für Sportvereine aus dem Kanton St. Gallen haben die Studienautoren eine Untersuchung durchgeführt. Dabei werden St. Galler mit allen Schweizer Vereinen verglichen. Bezüglich des Ehrenamtes gibt es keine grossen Unterschiede: Die zwei Bereiche «Nachwuchs» und «Mitarbeiter und Ehrenamt» werden aktuell als generell grösste Herausforderungen von Sportvereinen angesehen. (tm)