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Fahrplanwechsel: Gegen Osten ein Rückschritt

Die SBB haben am Mittwoch über den viel diskutierten Fahrplanwechsel im Dezember detailliert informiert. In Wil wird es Richtung St. Gallen die befürchtete Verschlechterung des Angebots geben. Es gibt aber auch Lichtblicke. Zu den Profiteuren gehören Uzwil und Flawil.
Simon Dudle
Die Drehung der S1 sorgt für diverse Umstellungen im Fahrplan. (Bild: Simon Dudle)

Die Drehung der S1 sorgt für diverse Umstellungen im Fahrplan. (Bild: Simon Dudle)

Schon viel wurde diskutiert über den nächsten grossen Fahrplanwechsel im Dezember. Nun ist der Fahrplanentwurf gediehen. Noch bevor dieser am 28. Mai unter www.fahrplanentwurf.ch publik gemacht wird, hat die SBB am Mittwoch über die Änderungen informiert. In Wil wird einiges neu. Da der Güterverkehr eine Aufwertung erfährt und nun mit dem Personenverkehr gleichgestellt ist, muss der Takt der S1 (Regionalzug) von Wil nach St. Gallen um eine Viertelstunde gedreht werden. Das wiederum hat zahlreiche Anpassungen im gesamten Busnetz von Stadt und Region Wil zur Folge, teilweise verbunden mit längeren Wartezeiten am Bahnhof Wil.

Aus dem Fahrplanentwurf gehen Details samt genauen Abfahrtszeiten hervor. In Fahrtrichtung St. Gallen ist die Abfolge alles andere als optimal. Um x.19 und x.49 fährt die S1 und schon sieben Minuten später folgen um x.26 und x.56 die Schnellzüge, wobei jener um x.26 in St. Gallen endet und jener um x.56 nach Chur weiterfährt. Das hat zum Beispiel für die Bazenheider negative Konsequenzen. Ihr Anschluss in Wil Richtung St. Gallen funktioniert nicht mehr und es ist für sie besser, via Wattwil in die Kantonshauptstadt zu reisen. Dies beansprucht aber deutlich mehr Zeit.

Die alten Wagen werden ausrangiert

Besser sieht es in Richtung Winterthur und Zürich aus, wo es ab Dezember einen Viertelstundentakt gibt. Um x.04 Uhr fährt der neue Interregion13, welcher von Chur und St. Gallen her kommt und nach Zürich verkehrt. Um x.18 folgt neu die S12 via Winterthur und Stadelhofen nach Zürich. Sie hält bis Winterthur an allen Bahnhöfen und wird nachher beschleunigt. Um x.34 verlässt der IC5 Wil und fährt via Zürich und Biel nach Lausanne. Um x.48 schliesst die S35 nach Winterthur mit Halt an allen Stationen den stündlichen Kreis. Die beiden Schnellzüge verkehren beide via Zürich Flughafen und halten neu in Zürich Oerlikon. «Das entspricht einem Kundenbedürfnis», sagt Stefan Huber, bei der SBB für die Angebotsplanung in der Ostschweiz zuständig. Die direkte Verbindung nach Basel entfällt mit dem neuen Fahrplan genauso wie jene nach München, da der Eurocity ab Dezember in Wil nicht mehr halten wird.

Betreffend Rollmaterial lässt sich folgendes sagen: Auf der Strecke Chur-St. Gallen-Flawil-Uzwil-Wil-Zürich sind die neuen Fernverkehrs-Dosto-Doppelstöcker geplant. Voraussetzung ist, dass diese bis im Dezember zur Verfügung stehen. Ansonsten kämen die Regio-Dosto-Doppelstöcker zum Zug, welche schon heute auf der Strecke Chur-St.-Gallen-Flawil-Uzwil-Wil verkehren. Der IC5 St. Gallen-Flawil-Uzwil-Wil-Zürich-Biel-Lausanne wird weiterhin mit dem Neigezug befahren. Ebenerdiges, behindertengerechtes Einsteigen ist somit pro Stunde in einem der beiden schnellen Züge möglich. Bei der S12 kommt der Regio-Dosto-Doppelstöcker zum Einsatz. In Winterthur wird zu den Hauptverkehrszeiten eine zweite Kombination angehängt. In der Gegenrichtung passiert das Gegenteil und in Winterthur wird am Morgen und Abend eine der zwei Kombinationen abgehängt. Das rund 40-jährige Rollmaterial, welches aktuell im Einsatz ist, hat im Dezember ausgedient.

Was die SBB zur Situation in Wil sagt

Eine deutliche Verbesserung gibt es auf der Strecke der S10 Wil – Weinfelden, wo ab Dezember von Montag bis Freitag ab Betriebsbeginn bis um 20 Uhr ein Halbstundentakt eingerichtet wird. Aktuell ist es ein Stundentakt, der zur Hauptverkehrszeit verdichtet wird. Die S10 verkehrt künftig ab Weinfelden weiter via Sulgen und Amriswil nach Romanshorn. Die auf der Strecke Wil-St. Gallen eingeschobenen Züge der S11 entfallen ab Dezember hingegen, da es für sie auf den Schienen wegen der Güterzüge keinen Platz mehr hat.

Es kann also gesagt werden: Bei den Schnellzügen gibt es aus Wiler Optik keine grossen Veränderungen Für die Uzwiler und Flawiler wird die Situation hingegen markant besser, da stündlich zwei Schnellzüge anhalten. Aktuell ist es nur einer pro Stunde. Ab Dezember 2020 soll es dann wieder eine direkte Verbindung in die Bundeshauptstadt Bern und nach Genf geben. Bei den Regionalzügen wird sich aber einiges ändern – nicht nur zum Guten. Angesprochen auf das Thema «Angebotsabbau in Wil» sagt Stefan Huber: «Das sehe ich nicht so. Wil leidet nicht und wird auch nicht abgeschnitten. Es gibt weiterhin einen Halbstundentakt Richtung Zürich und St. Gallen. Von Wattwil her funktioniert der Anschluss Richtung St. Gallen allerdings aber nicht mehr.»

Mehr Busse bringen Mehrkosten

Auch bei der Stadt Wil hat man den neuen Fahrplan zur Kenntnis genommen. Der zuständige Stadtrat Daniel Stutz sagt: «Der Verlust der wichtigen Anschlüsse der regionalen Buslinien an die S1 Richtung St. Gallen können dank einer guten Busplanung und finanziellen Zusatzaufwendungen zum Teil aufgefangen werden. Die Situation ist aber nicht ideal. Die Stadt Wil wir sich weiter für bessere Verbindungen und Anschlüsse einsetzen.» Ob sie sich zum Fahrplanentwurf äussern wird, steht noch nicht fest. «Erfahrungsgemäss sind die Chancen sehr gering, kurzfristig noch Veränderungen zu erwirken», sagt Stutz.

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