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Zuzwiler Dorfbach-Knatsch:
«Gegen einen Stollen wehren wir uns bis vors Bundesgericht»

Er trete keinesfalls nochmals Land ab, sagt der Zuzwiler Joachim Moser. Bleibt er dabei, ist das Stollenprojekt zur Entlastung des Dorfbachs faktisch Makulatur.
Andrea Häusler
Die Pflöcke zeigen auf, wie viel Land das Einlaufbauwerk des Stollens beanspruchen würde. (Bilder: Andrea Häusler)

Die Pflöcke zeigen auf, wie viel Land das Einlaufbauwerk des Stollens beanspruchen würde. (Bilder: Andrea Häusler)

«Für den Bau eines Hochwasserentlastungsstollens geben wir keinen Quadratzentimeter Land her.» Was Joachim Moser am Informationsanlass zur Dorfbachsanierung vom 25. September in Zuzwil gesagt hatte, war keine unbedachte Drohung. Es ist ihm bitterernst. Und er weiss, dass er und seine Familie zu den Schlüsselfiguren gehören, wenn es um die Realisierbarkeit des Stollenprojekts geht – Abstimmungsergebnis hin oder her. Denn der Boden, auf dem das Einlaufbauwerk geplant ist, gehört den Mosers. Und die sagen: «Egal ob gross oder kleiner dimensioniert, einen Stollen gibt es hier nicht.»

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht»

Die Liegenschaft Chellhof an der nordwestlichen Peripherie der Gemeinde grenzt über weite Strecken an den Dorfbach an. Vom geplanten Hochwasserschutzprojekt profitieren die Grundeigentümer jedoch nicht. «Denn wir haben unsere Hausaufgaben bereits vor knapp 35 Jahren gemacht», begründet Joachim Moser.

Joachim Moser

Joachim Moser

Er legt einen Stapel Fotos auf den Tisch. Es sind Bilder vom Gerinneausbau, der Mitte der 1980er-Jahre zwischen dem Ortsteil «Im Hag» und der Kantonsgrenze zum Thurgau ausgeführt worden waren. Die Emissionen der Bauarbeiten, denen die Familie während rund dreier Jahre ausgesetzt waren, sind inzwischen vergessen, die Steinverbauungen an den Ufern unter grün wucherndem Bewuchs verborgen.

Wieder erwacht sind hingegen die Erinnerungen an die damals harten, aber erfolgreichen Verhandlungen mit den Gemeindebehörden sowie die Abtretung von tausenden Quadratmetern Land für den Bachausbau und die neuen Fusswegführungen. «Landwirtschaftsboden, für den wir einige wenige Franken erhalten hatten», wie Joachim Moser klar macht.

«Wir sind redliche Leute. Und ganz sicher ist die Familie Moser nicht käuflich.»

Er ist überzeugt, seinen Beitrag zu Gunsten der Hochwassersicherheit und der Allgemeinheit geleistet zu haben, und er versteht nicht die Anspruchshaltung der Gerinneausbaugegner und Stollenbefürworter: «Nur weil die Bachsanierung ab ‹Im Hag› in Richtung Thur so lange verschlafen wurde, bis die ganzen Ufer zugebaut waren, soll ich nun wieder Land hergeben? Wir haben nichts vom neuerlichen Bachausbau. Weil aber die betroffenen Grundeigentümer weder – wie wir 1985 – die Konsequenzen der Bautätigkeit tragen noch ihre hochwassergefährdeten Grundstücke beschneiden lassen wollen, soll die Last ein zweites Mal auf uns abgewälzt werden.» Joachim Moser schüttelt den Kopf. Über den vorgesehenen Holzrechen im oberen Teil des Baches könne man mit ihm verhandeln, gibt er sich durchaus kooperativ. Dessen Notwendigkeit sei ja auch nachvollziehbar – im Gegensatz zum Entlastungsstollen.

Der Ausbau des Bachgerinnes im Jahr 1985.

Der Ausbau des Bachgerinnes im Jahr 1985.

Um das umstrittene Wasserbauwerk zu bekämpfen, sind ihm keine Anstrengungen zu gross: «Gegen einen Stollen wehren wir uns bis vor Bundesgericht.» Moser ist zuversichtlich, spätestens in Lausanne Recht zu bekommen. Da mit dem Gerinneausbau eine kostengünstigere, üblichere und von Fachleuten empfohlene Alternative zur Verfügung stehe.

Harsch kritisiert Joachim Moser das Verhalten des Ad-hoc-Komitees, das nie den Kontakt zu ihm und seiner Familie gesucht habe und nun tatsächlich glaube, man liesse sich mit Geld zum Landverkauf ködern (Interview mit Peter Link vom AHK/«Wiler Zeitung» vom 4. Oktober). «Wir sind redliche Leute. Und ganz sicher ist die Familie Moser nicht käuflich.»

Es geht ums Prinzip, nicht um Geld

Der sanierte Dorfbach zwischen dem Ortsteil Im Hag und der Kantonsgrenze

Der sanierte Dorfbach zwischen dem Ortsteil Im Hag und der Kantonsgrenze

Es gehe in dieser Sache ohnehin nicht um Geld, betont Moser, sondern um das Prinzip einer korrekten Verteilung der Lasten unter den Bachanstössern und darum, dass nicht noch mehr Steuergelder für unnötige Planungen verschleudert würden.

Hinweis: Abstimmung über die Dorfbachsanierung in Zuzwil am 20.Oktober.

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