Gegen Diskriminierung der Wirte

An der Jahreshauptversammlung von Gastro Wil und Umgebung war die Mehrwertsteuer ein wichtiges Thema. Zu Gast war der Wiler Nationalrat Lukas Reimann, der für einen Einheitssteuersatz für Lebensmittel plädierte.

Christoph Oklé
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schwarzenbach. Die Wirtevereinigung Gastro Wil und Umgebung hielt am Donnerstagnachmittag in der «Dörflibeiz» Schwarzenbach ihre Jahreshauptversammlung ab. Präsident Armin Signer vom Restaurant Freihof konnte 43 Wirtinnen und Wirte begrüssen.

Nicht nur klagen

In seinem Jahresbericht verglich Signer die Gastronomie mit einer Fussballmannschaft. Man könne wohl sehr gut gewinnen, aber noch besser auch verlieren.

Wichtig sei deshalb, dass Berufskolleginnen und -kollegen eine gute Mannschaft bilden und zusammenhalten würden: «Das heisst, dass wir in guten wie in schlechten Tagen die Probleme zusammen in den Griff bekommen.»

In diesem Zusammenhang wies er auf die Demonstration in Bern hin, an der fast 3000 Gastgewerbler teilgenommen hatten. Er bezeichnete dies als «einen super Auftakt» zur Lancierung der ersten Eidgenössischen Volksinitiative durch das Gastgewerbe. Sie trägt den Titel «Schluss mit der MwSt.

-Diskriminierung des Gastgewerbes!». Die Mitglieder seien nun gefordert, als geschlossene Gemeinschaft aufzutreten und damit zu zeigen, «dass wir nicht nur klagen, sondern auch etwas auf die Beine stellen können».

Dreifache Mehrwertsteuer

Einmal mehr konnte Armin Signer über ein auch gesellschaftlich aktives Vereinsjahr berichten. Höhepunkt war wohl die von Peter Rodel von der «Alpenrose» organisierte Wirtereise.

Diese führte unter dem Motto «Appenzeller Genuss-Safari» durch das Appenzellerland mit einer grossen Anzahl an kulinarischen Etappenhalten.

An der Trend-Tour in Zürich mit dem Besuch in zehn verschiedenen Trendlokalen habe man gelegentlich den Kopf über das Dargebotene geschüttelt und sich dabei gedacht: «Wie kann man nur so schnell und einfach so viel Geld verdienen?»

Nach Abschluss des geschäftlichen Teils konnte Präsident Signer den jungen Wiler SVP-Nationalrat Lukas Reimann begrüssen. In seinem Referat zum Thema Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie bezeichnete er es als ungerecht, dass Restaurants mit dem höheren Satz von 7,6 Prozent besteuert würden gegenüber Take away und Lebensmittelgeschäfte mit lediglich 2,4 Prozent. Die Zeiten, als der Restaurantbesuch als Luxus betrachtet worden war, sei längst vorbei.

Für Einheitssatz

Das Mittagessen könne in der heutigen Arbeitswelt vielfach nicht mehr wie früher zu Hause eingenommen werden, was bedeute, dass der Konsument für im Restaurant konsumierte Speisen und Getränke mehr als das Dreifache an Steuern zu entrichten habe. Dass auf das Luxusgut Kaviar hingegen nach wie vor nur der niedrige Satz gilt, bezeichnete er als nicht nachvollziehbar.

Reimann plädierte für einen Einheitssteuersatz für Lebensmittel und rief die Wirtinnen und Wirte auf, sich aktiv an der Unterschriftensammlung zu beteiligen und die Bögen nicht irgendwo verstauben zu lassen. «Ich habe mit den Beizern die Erfahrung gemacht, dass sie von ihren Gästen im Nu Unterschriftenbogen füllen lassen können», und er zeigte sich zuversichtlich, dass die Initiative zustande kommen wird.