GEFAHR: Schüsse über den Wanderweg

Visiere deuten auf bauliche Veränderungen am Schiessstand beim Bettenauer Weiher hin. Um die Sicherheit zu erhöhen, wird ein Fussweg oberhalb des Scheibenstocks aufgehoben.

Philipp Stutz
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Eine Hochblende soll mehr Sicherheit gewährleisten. (Bild: Philipp Stutz)

Eine Hochblende soll mehr Sicherheit gewährleisten. (Bild: Philipp Stutz)

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

Ein Wanderweg führt direkt unter dem Kugelfang durch. Er ist auch während des Schiessbetriebs begehbar, was bei Fussgängern mitunter ein mulmiges Gefühl entstehen lässt. Eine vier Meter hohe Tiefblende vor dem Schiessstand verhindert jedoch, dass Fussgänger Gefahren ausgesetzt sind. «Die Tiefblende deckt den Fussweg ab», sagt Andreas Eisenring, Präsident der Schützengesellschaft Oberuzwil. Eine Tafel weist darauf hin, dass der Weg auch bei Schiessbetrieb begehbar ist. Um die Sicherheit zu erhöhen, sollen nun vor dem Schiessstand zwei weitere Blenden angebracht werden – eine Hoch- und eine Nahblende. Nach diesen baulichen Massnahmen werden Schützen nurmehr durch einen engen Schlitz hinüber zum Zielhang schiessen (die Wiler Zeitung hat berichtet).

Oberhalb des Kugelfangs und des Wanderwegs befindet sich aber noch ein Gemeindeweg dritter Klasse. Er führt von Schooren bis zur Windegg. Der Pfad ist im Gelände schwer erkennbar und wird kaum mehr benützt. Die Standgemeinschaft Bettenauer Weiher hat zur weiteren Verbesserung der Sicherheit den Antrag gestellt, diesen Weg aufzuheben. Der Oberuzwiler Gemeinderat zeigt sich damit einverstanden. In Anwendung des kantonalen Strassengesetzes liegt der Teilstrassenplan Schooren–Windegg bis 27. Februar in den Gemeinden Oberuzwil und Jonschwil zur öffentlichen Einsichtnahme auf.

Das Baubewilligungsver­fahren für die Sanierung der 300-Meter-Schiessanlage ist im Gang. «Weil sich das Gebiet ausserhalb der Bauzone befindet, ist noch die Zustimmung des Kantons erforderlich», sagt Gemeindepräsident Cornel Egger. Die Investition erachtet er als notwendig. Sei doch die Gemeinde aufgrund des noch immer ­bestehenden obligatorischen Schiessprogramms für Angehörige der Armee verpflichtet, den Schützenvereinen eine Anlage zur Verfügung zu stellen.

Sanierung kostet 93000 Franken

Laut Andreas Eisenring ist mit einer Investition von 93000 Franken zu rechnen. Der Oberuzwiler Gemeinderat hat einen Kostenbeitrag von 20000 Franken zugesichert. Dies unter Vorbehalt der Genehmigung des Budgets an der Bürgerversammlung. Zudem beteiligt sich Sport-Toto an der Investition und leistet einen Beitrag von rund 42000 Franken. Den Rest hat die Standgemeinschaft zu tragen, die neben der Schützengesellschaft Oberuzwil aus dem Militärschützenverein Oberrindal besteht. «Verläuft alles plangemäss, hoffen wir, Anfang März im Besitz der Baubewilligung zu sein», sagt Eisenring.

Einst wurde innerhalb der Gemeinde auf drei verschiedenen 300-Meter-Anlagen geschossen: in Oberuzwil, Bichwil und in Niederglatt. Die Schiessanlage in Bichwil wurde vor einigen Jahren geschlossen. Konnten doch verschiedene Auflagen – etwa wegen Lärmimmissionen – nicht mehr erfüllt werden.

Nach regionalen Lösungen suchen

Die Anlage in Niederglatt wird noch immer genutzt. Sie erhält aber seitens der Gemeinde keine Beiträge mehr. Der Schiessstand beim Bettenauer Weiher werde noch einige Zeit in Betrieb stehen, sagt Cornel Egger: «Ich bin aber überzeugt, dass in Bezug auf Schiessanlagen mittelfristig nach regionalen Lösungen gesucht werden muss.»

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