Gefahr bei Hochwasser bannen: Die Linienführung des Lenggenwiler Dorfbachs gab am Informationsanlass zu reden

Dass der Lenggenwiler Dorfbach saniert werden soll, war am Infoanlass unstrittig. Zu reden gab die Linienwahl. Das Dorfbachsanierungsprojekt der Firma NRP Ingenieure hat beim Kanton St.Gallen die Vorprüfung bestanden und wurde als «realistisch und realisierbar» eingestuft.

Christof Lampart
Drucken
Teilen
Die am Infoanlass vorgestellten Sanierungsmassnahmen stossen bei der Bevölkerung auf Interesse.

Die am Infoanlass vorgestellten Sanierungsmassnahmen stossen bei der Bevölkerung auf Interesse.

Bild: Christof Lampart

Am Mittwochabend fanden sich rund 45 Personen im Kulturraum von Lenggenwil ein, wo Gemeindepräsident Simon Thalmann die Zuhörerschaft darüber informierte, dass das vorliegende Dorfbachsanierungsprojekt, das im Anschluss von Stefan Raschle und Roland Hollenstein (beide von der Firma NRP Ingenieure, St.Gallen) vorgestellt wurde, beim Kanton St.Gallen die Vorprüfung bestanden habe und als «realistisch und realisierbar» eingestuft worden sei.

Doch um was geht es genau bei diesem Projekt, dass, sollten die Niederhelfenschwiler voraussichtlich im Jahr 2021 an einer Urnenabstimmung Ja dazu sagen, sie geschätzte 2'070'000 Franken an Bruttoinvestitionen, abzüglich der Subventionen von Bund und Kanton, rund 1,4 Millionen Franken an Nettoinvestitionen kosten wird?

Die Röhre ist nicht mehr rund und zu klein für ein Hochwasser

Es geht um den Hochwasserschutz und die Sanierung der Eindolung, durchquert doch der Dorfbach heute weitestgehend im Untergrund das Dorf. Unstrittig ist, dass die Eindolung im Siedlungsgebiet sanierungsbedürftig ist. Projektleiter Stefan Raschle zeigte Kanal-TV-Bilder, aus denen hervorging, dass die «Röhre nicht mehr rund» ist, «Risse und Hindernisse» aufweist und «zu klein für ein Hochwasser ist».

Gerade ein Hochwasser würde die heutige Eindolung kapazitätsmässig schnell überfordern, was dazu führen würde, dass der Abfluss des Hochwassers zwangsläufig durchs Siedlungsgebiet – sprich über die Strassen, Gärten und Grundstücke im Dorfkern – führen würde. Für das Problem präsentierten die Ingenieure am Infoabend einen zweiteiligen Lösungsansatz. Zum einen soll eine grössere Eindolung mit einem Rohrdurchmesser von 100 statt wie bisher 60 Zentimetern gebaut, und zum anderen im Bereich Gassetsriet am Dorfrand ein natürlich vorhandenes Retentionsvolumen für ein Rückhaltebecken samt Damm genutzt werden.

Mit dem Rückhaltebecken soll das Fassungsvermögen erhöht und der Durchfluss der Wassermenge im Dorfbach bei einem Hochwasser reguliert werden können. Der Damm, welcher sich aufgrund der topografischen Gegebenheit weitestgehend unauffällig und mit wenigen Anpassungen im Gelände bauen liesse, sei nötig, um das Wasser bei einem Hochwasser im Retentionsbecken zurückhalten zu können, «denn wir wollen keinen grossen See oberhalb der Siedlung anlegen, der dann irgendwann überlauft», so Raschle.

Weitere Bestandteile des Projekts sind die Ausarbeitung des Sondernutzungsplans «Lenggenwiler Dorfbach», in dem der Gewässerraum und die Baulinien im Projektperimeter festgelegt werden sowie die Änderung des Überbauungsplans «Dietrütistrasse».

Perimeterkosten sind nicht vorgesehen

In der angeregt geführten Diskussion zeigte es sich, dass die geplanten Massnahmen unbestritten sind, im Sinne des St.Florian-Prinzips aber viele Votanten gerne eine andere Linienwahl vorziehen würden. Thalmann forderte die Redner dazu auf, allgemeine Fragen zu stellen und private Anliegen und Fragen auf die «Kontaktstunde» (siehe Kasten) nächste Woche zu verschieben.

Die weiteren Schritte

Am nächsten Dienstag, 20. Oktober, findet um 19.30 Uhr im Mehrzweckgebäude von Lenggenwil eine sogenannte Kontaktstunde statt, bei welcher die Ingenieure und Behördenmitglieder Auskunft geben. Die öffentliche Planauflage läuft vom 2. November bis zum 1. Dezember.

Im nächsten Jahr soll es dann, vorbehaltlich allfälliger Rechtsverfahren in Bezug auf die öffentliche Auflage, zu einer Urnenabstimmung über den Bruttoinvestitionskredit von 2,07 Millionen Franken kommen. Das Projekt soll später in Teiletappen, verteilt über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren, realisiert werden. (art)

Eine wichtige Frage beantwortete der Gemeindepräsident aber jetzt schon: «Bis jetzt geht der Gemeinderat davon aus, dass es keine Perimeterkosten gibt. Das ist ein Riesenentgegenkommen an die Lenggenwiler und geht zu Lasten aller Steuerzahler der Gemeinde», sagte Thalmann. Warum der Gemeinderat dies so machen möchte, begründete er auch: «Wir wollen das jetzt wirklich mal für Lenggenwil realisieren. Denn wir sind jetzt 10, 15 Jahre dran – da ist es uns jetzt das wert und wir gehen nicht in Richtung Perimeter», so Thalmann.