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Gebr. Eisenring AG gibt nicht auf: Zwischennutzung statt Beschwerde

Einsprachen verhindern bisher, dass das Holzbearbeitungs- und Handelsunternehmen seinen Sitz von Gossau nach Lenggenwil in einen Neubau verlagern kann. Firmeninhaber Peter Marty hofft, nach dem neuen Planungs- und Baugesetz doch noch in Lenggenwil bauen zu können, nachdem die Rekurse zum Teil geschützt worden sind. Auf eine Beschwerde gegen die Entscheide des kantonalen Baudepartements verzichtet er.
Hans Suter
Die Gebr. Eisenring AG will von Gossau nach Lenggenwil umziehen. (Bilder: Urs Bucher)

Die Gebr. Eisenring AG will von Gossau nach Lenggenwil umziehen. (Bilder: Urs Bucher)

«Die Gebr. Eisenring AG Gossau (Geag) verzichtet auf eine Beschwerdeführung gegen den Entscheid des Baudepartements des Kantons St. Gallen vom 9. Juli 2018.» Dies teilte Geschäftsleiter und Inhaber Peter Marty gestern Abend in einen Communiqué mit. Das Unternehmen will indessen die Auswirkungen des neuen kantonalen Baurechts abwarten und sieht die Gemeinde Niederhelfenschwil in der Verantwortung für die «rechtsgenügende Erschliessung ihres Baulandes im Gebiet Geren/Oberwisen in Lenggenwil». Für das Areal werde eine Zwischennutzung angestrebt. Ob es in einigen Jahren zur Realisierung der «Holzkompetenz Lenggenwil» kommt, lässt die Geag offen.

Bereits eine Million Franken investiert

Das Holzbearbeitungs- und Handelsunternehmen Gebr. Eisenring AG möchte den Sitz von Gossau nach Lenggenwil verlegen und im Gebiet Geren einen Neubau errichten. Dagegen regte sich Widerstand. Das Kantonale Baudepartment hat die Rekurse gegen den Überbauungsplan Geren geschützt und den Teilstrassenplan Buchenstrasse der Politischen Gemeinde Niederhelfenschwil, der für das Projekt der Geag zusammen mit den Anstössern ausgearbeitet worden ist, abgewiesen (wir berichteten).
«Dies löste weit über das traditionsreiche Unternehmen in Gossau grosses Erstaunen aus», hält Peter Marty in der gestrigen Medienmittelung fest. «Denn sämtliche sorgfältig geführten Vorabklärungen zur Planung bei der Gemeinde, den kantonalen Fachinstanzen, den Raumplanern und den Anstössern waren zuvor positiv verlaufen.» Die Geag habe bisher schrittweise rund eine Million Franken in die Planung ihres Zukunftsprojekts «Holzkompetenz Lenggenwil» investiert. «Wir bedauern die überraschende Entwicklung zutiefst und sehen alle Beteiligten – auch die Bevölkerung und die Einsprechenden – als Verlierer», bilanziert Peter Marty. Anstelle des Vorantreibens einer zügigen Umsiedlung nach Lenggenwil mit mehr als 40 Arbeitsplätzen und dem Firmendomizil müssten nun weitere Ersatzinvestitionen in den übervollen Standort in Gossau getätigt werden.

Peter Marty, Geschäftsführer Gebr. Eisenring AG

Peter Marty, Geschäftsführer Gebr. Eisenring AG

«Ansiedlung wäre durchaus konform»

Dem Entscheid des Kantonalen Baudepartements, der unserer Zeitung nicht vorliegt, sei zu entnehmen, dass die Ansiedlung eines konkreten Holzbearbeitungsbetriebs, wie es die Geag sei, im Geren in allen Belangen zonenkonform sei. Auch das dadurch zu erwartende Verkehrsaufkommen werde als vollkommen zulässig beurteilt, heisst es in der Medienmitteilung weiter. «Das Baudepartement hat den Überbauungsplan einzig mit dem Verdikt zu Fall gebracht, dass die geplanten maximalen Abmessungen der Betriebsgebäude in der heutigen Gewerbe- und Industriezone zu gross seien», hält Peter Marty fest.

Diese Feststellungen seien für die Geag von grosser Bedeutung, denn: Anstatt jetzt gegen den Entscheid vom 9. Juli beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde zu führen, wartet die Gebr. Eisenring AG die Auswirkungen des neu in Kraft getretenen kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PBG) ab. Auch die Gemeinde Niederhelfenschwil müsse aufgrund des PBG ihre Ortsplanung gesamthaft revidieren. Die bisherigen Gewerbe- und Industriezonen würden zwingend von Arbeitszonen für alle Belange abgelöst. Sobald die revidierte Ortsplanung in Kraft sei, würden alle Baugesuche, auch ein allfälliges der Geag, nach neuem Massstab beurteilt.

Pflicht zur genügenden Erschliessung

Der abweisende Entscheid des Baudepartements gegen den Teilstrassenplan Buchenstrasse spreche von einer «nicht hinreichenden Erschliessung» mit den vorgesehenen Massnahmen sowohl der bestehenden Gewerbe-/Industriebauten als auch des noch nicht überbauten Gebietes Geren (Landparzellen der Geag). So fehle eine Wendemöglichkeit auf öffentlich-rechtlich gesichertem Grund. Heute wendeten solche Fahrzeuge entweder auf den privaten Vorplätzen oder am Ende der Buchenstrasse (Sackgasse), oder lediglich geduldet auf dem Areal der Geag, «die dort eine allen Anstössern dienende Wendemöglichkeit erstellen wollte».
«Die Gemeinde Niederhelfenschwil sehen wir verpflichtet, eingezontes Bauland – auch unseres – verkehrs- und rechtsgenügend zu erschliessen», lässt sich Peter Marty in der Medienmitteilung zitieren. Er weist zudem darauf hin, dass heute Anstösser und ihre Lieferanten auf der nicht ausgebauten Buchenstrasse anstatt auf den dafür ursprünglich vorgesehenen Vorplätzen regelmässig Güter umschlagen und den Durchgangsverkehr widerrechtlich behindern. Für die Gebr. Eisenring AG ist deshalb klar, dass der Druck auf die Gemeinde, die Erschliessung des gesamten Gebietes durch die Buchenstrasse (oder eine Alternative) zu verbessern, mit der Abweisung des Teilstrassenplans zugenommen hat.

Die Geag hält sich für die Zukunft alles offen

Im Falle einer Neuauflage der «Holzkompetenz Lenggenwil» müsste das Bauprojekt von Grund auf neu konzipiert und eingereicht werden. «Es ist für uns zurzeit nicht möglich, zu sagen, was wir in ein paar Jahren diesbezüglich tun werden», sagt Marty. Die Geag sieht nun vor, ihre Parzellen im Geren einer Zwischennutzung zuzuführen, auch um den durch eine verzögerte Überbauung finanziell entstandenen Schaden zu begrenzen.

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