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Geballte Politpower aus Wil: Zwei Frauen mischen Bern auf

Keine Schweizer Stadt vergleichbarer Grösse bringt es auf so viele Politschwergewichte wie Wil. Zwei Frauen stechen besonders hervor und stehen national im Fokus: Am Samstagmorgen Barbara Gysi, am Mittwochmorgen Karin Keller-Suter.
Hans Suter
Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter (links) begann ihre Politkarriere als Stadtparlamentarierin und Regierungsrätin, Nationalrätin Barbara Gysi (SP) als Stadtparlamentarierin und Stadträtin. (Bilder: Gaetan Bally, Peter Klaunzer/Keystone)

Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter (links) begann ihre Politkarriere als Stadtparlamentarierin und Regierungsrätin, Nationalrätin Barbara Gysi (SP) als Stadtparlamentarierin und Stadträtin. (Bilder: Gaetan Bally, Peter Klaunzer/Keystone)

Es knistert vor lauter Spannung: Am Samstag um 8.45 Uhr entscheidet sich im Kursaal in Bern, wer die Nachfolge des St. Galler Ständerats Paul Rechsteiner (SP) als Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) antreten wird. Zur Wahl stehen die 54-jährige Wiler Nationalrätin Barbara Gysi und der 50-jährige Waadtländer Staatsrat Pierre-Yves Maillard. Beide gehören der Sozialdemokratischen Partei (SP) an.

Der Ausgang scheint bis kurz vor der Wahl noch immer offen, wenngleich die Westschweiz zu Yves Maillard tendiert und die Frauenpower plötzlich nicht mehr so wichtig ist, obwohl sie im linken Politspektrum sonst bei jeder Gelegenheit eingefordert wird. Wie immer die Wahl ausfällt: Barbara Gysi bleibt ein Symbol für Frauenpower schlechthin.

Vom Wiler Stadtrat in den Nationalrat

Die 1964 in Zürich geborene Sozialdemokratin lebt seit 1991 in Wil. 1997 wurde die Fachlehrerin für Biologie und Geografie sowie spätere Sozialpädagogin in das Wiler Stadtparlament gewählt, dem sie bis zum Jahr 2000 treu blieb. 1999 folgte die Wahl in den St. Galler Kantonsrat, wo sie von 2009 bis 2012 die SP-Fraktion präsidierte. 2001 gelang Barbara Gysi zudem der Sprung in die Wiler Exekutive; im fünfköpfigen Stadtrat stand sie bis 2004 in einem 35-Prozent-Pensum dem Ressort Freizeit und Sport vor, von 2005 bis 2012 dem Departement Soziales, Jugend und Alter in einem 60-Prozent-Pensum. Seit 2011 ist die Wiler Politikerin im Nationalrat und seit 2012 Vizepräsidentin SP Schweiz.

Vom Regierungsrat in den Ständerat

29. November 2017, Hofplatz in Wil: Im Beisein von Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird Karin Keller-Sutter als Ständeratspräsidentin in ihrer Heimatstadt empfangen. (Bild: red)

29. November 2017, Hofplatz in Wil: Im Beisein von Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird Karin Keller-Sutter als Ständeratspräsidentin in ihrer Heimatstadt empfangen. (Bild: red)

National gar noch bekannter ist Karin Keller-Sutter. Die 1963 geborene Wilerin begann ihre politische Karriere im Wiler Stadtparlament (1992 bis 2000) und im Kantonsrat (1996 bis 2000). Zum Millennium wurde die diplomierte Konferenzdolmetscherin und Berufsmittelschullehrerin in die St. Galler Regierung gewählt. Als Vorsteherin des Sicherheits- und Justizdepartements bewies sie nicht nur Führungsqualitäten und höchste Flexibilität, sondern setzte auch nachhaltige Akzente. Mit einem Gesetz, mit dem Randalierer bei Veranstaltungen festgesetzt und in einem Schnellverfahren abgeurteilt werden können, sorgte sie schweizweit für Aufsehen. Seit 2011 vertritt die Freisinnige neben Paul Rechsteiner (SP) den Kanton St. Gallen im Ständerat, wo sie im Eilzugstempo die Aufnahme in wichtige Kommissionen fand. Aktuell ist die Wilerin Präsidentin des Ständerats. Am nächsten Mittwoch wird sie mit grosser Wahrscheinlichkeit als Nachfolgerin von Johann Schneider-Ammann in den Bundesrat gewählt.

Weitere Schwergewichte

Wil hat aber noch mehr Politpower zu bieten. Da sind aus den Reihen der SVP Nationalrat Lukas Reimann und Regierungsrat Stefan Kölliker (Bildungsdirektor). Bis vor drei Jahren sass mit Yvonne Gilli (Grüne) noch eine weitere Wilerin im Nationalrat. Wil darf sich ausserdem rühmen, mit Susanne Hartmann (CVP) die erste Stadtpräsidentin des Kantons St. Gallen zu haben.

Bei einer Wahl von Karin Keller-Sutter wird deren Sitz im Ständerat frei. In SVP-Kreisen wird Stefan Kölliker als aussichtsreicher Kandidat im Kampf um den FDP-Sitz gehandelt, womit der Sitz in Wiler Hand bliebe.

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