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Gastroprojekt am Wiler Stadtweier geht vorerst baden: Start in diesem Jahr wohl nicht mehr möglich

Mit dem «Altstadtgarten» wollten die Projektinitianten und die Stadt das Gebiet beim Stadtweier attraktiver machen. Einsprachen verhindern den Bau der Snackbar aber. Ein Start in diesem Jahr scheint unrealistisch.
Gianni Amstutz
Die Skizze des Siegerprojekts «Altstadtgarten». (Bild: PD)

Die Skizze des Siegerprojekts «Altstadtgarten». (Bild: PD)

Für das Gastronomieprojekt am Stadtweier geht das Warten weiter. Nachdem gegen das Projekt mehrere Einsprachen eingegangen waren, versuchte das Team des «Altstadtgartens», die Situation in Gesprächen mit den Einsprechern zu klären. Noch vor einem Monat zeigten sich die Betreiber des Altstadtgartens verhalten zuversichtlich. «Ob eine zeitnahe Einigung mit den Einsprechenden möglich ist, können wir zu diesem Zeitpunkt nicht beurteilen. Wir hoffen aber natürlich weiterhin, dass dies möglich ist. Von unserer Seite besteht eine grosse Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft», liess Thiemo Fisch, einer der Initianten, damals verlauten. Nun zeigt sich: Die Bemühungen blieben erfolglos. Zumindest vorerst.

Ein fader Beigeschmack bleibt

Zu gross waren die Differenzen zwischen den Parteien. Die Einsprecher beklagten in erster Linie die Grösse des geplanten Baus und befürchteten Lärmimmissionen. «Es war unser erklärtes Ziel, durch Kompromissbereitschaft hinsichtlich der wichtigsten Einsprachegründe eine für alle involvierten Parteien gangbare Lösung zu finden», sagt Thiemo Fisch vom Altstadtgarten-Team. Im Gespräch habe sich jedoch gezeigt, dass von Seiten der Einsprecher wenig Kompromissbereitschaft bestehe. Vielmehr sei der Eindruck entstanden, die Einsprecher wollten das Projekt grundsätzlich verhindern. Das sei ihr gutes Recht. «Die Tatsache, dass eine der Parteien zuvor selbst einen Projektvorschlag bei der Stadt eingereicht hat, hinterlässt für uns jedoch einen etwas faden Beigeschmack», sagt Fisch.

Da das Projekt von der Stadt ausgeschrieben wurde, sassen auch Vertreter der Stadt bei den Gesprächen am Tisch. Schliesslich verfolge man dasselbe Ziel, wie die Projektgruppe des «Altstadtgarten». Das Gebiet beim Stadtweier bestmöglich nutzen, um so der Bevölkerung einen Mehrwert zu bieten, sagt Stadtschreiber Hansjörg Baumberger. «Wir haben gemeinsam mit dem Altstadtgarten-Team den Einsprechern Hand geboten, was die Ausmasse des Baus und die Öffnungszeiten und -tage angeht», sagt er. Da trotzdem keine Einigung erzielt werden konnte, entscheidet nun die Baukommission über die Einsprachen. Heisst sie diese gut, muss die Projektgruppe nochmals über die Bücher. Werden die Einsprachen abgelehnt, können die Einsprachen an die nächste Instanz weitergezogen werden. Dies wäre das Baudepartement des Kantons St. Gallen. Andernfalls erlangt das Baugesuch Rechtsgültigkeit. Doch selbst wenn das geschieht, ist es weiterhin mehr als fraglich, ob der «Altstadtgarten» noch in diesem Jahr realisiert werden kann. Das Gastronomieprojekt am Stadtweier wurde von der Stadt als Testbetrieb ausgeschrieben. Dieser sollte von Mai bis Oktober stattfinden. Eine Entscheidung der Baukommission erwarte er kurz vor oder nach den Sommerferien, sagt Hansjörg Baumberger. Für einen richtigen Testlauf dürfte die Zeit in diesem Jahr also zu knapp werden – selbst wenn die Einsprachen nicht weitergezogen werden.

Das sehen auch die Betreiber des Altstadtgartens so: «Derzeit rechnen wir nicht damit, dass das Projekt noch in diesem Jahr zustandekommt», sagt Fisch. «Für uns würde es auch bei einem positiven Verlauf des juristischen Prozesses wirtschaftlich gesehen wohl keinen Sinn mehr ergeben, den Betrieb für ein bis zwei Monate noch zu eröffnen.» Das sei besonders deshalb ärgerlich, da für den Betrieb bereits Mitarbeiter eingeplant worden seien, die sich nun anderweitig umschauen müssten.

Fisch sieht nicht nur negative Aspekte in den Einsprachen. «Durch die Verzögerung haben wir mehr Zeit für die Planung der Abläufe und des Angebots gewonnen. Diese werden wir nutzen, um bei der Eröffnung gut vorbereitet zu sein.» Das Team sei weiterhin vom Projekt überzeugt und werde alles dafür tun, dass es noch zustandekommt.

Projekt in den Sozialen Medien heiss diskutiert

Auch in den Sozialen Medien beschäftigt das Thema. Die Meinungen gehen dabei auseinander. «Mitten auf einer zentralen Spielwiese ist ein solches Projekt ein ‹No-Go›», meint ein Nutzer der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Wil, wenn». «So etwas braucht es in Wil nicht», findet ein anderer. Schliesslich habe es auch bisher gut ohne Gastronomieangebot am Weier funktioniert.

Der Grossteil der Stimmen tendiert jedoch in die andere Richtung. «Nur weil es drei Bünzlis nicht passt, müssen alle anderen darunter leiden», lautet ein Kommentar der Altstadtgarten-Befürworter. Der Tenor geht bei ihnen in die Richtung, dass Wil in Sachen Freizeitangebote und Lebensqualität mit dem Gastroprojekt am Weier einen Schritt nach vorne hätte machen können. «Wir bleiben stehen und andere Städte ziehen an uns vorbei. Wo bleiben Fortschritt und Innovation?», schreibt eine Frau dazu.

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