«Gassi» mit drei Hunden erlaubt

Das neu ausgearbeitete St. Galler Hundegesetz sieht unter anderem vor, dass eine Person nur jeweils drei Hunde gleichzeitig ausführen darf. Unsere Zeitung hat Meinungen eingeholt. Ginge es nach Hundetrainer Ruedi Monstein aus Gähwil, würde man gar auf zwei Hunde reduzieren.

Martina Signer
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Ob die Hunde nun gross oder klein sind: Künftig soll eine Person gleichzeitig nur noch drei Hunde ausführen dürfen. (Bild: Martina Signer)

Ob die Hunde nun gross oder klein sind: Künftig soll eine Person gleichzeitig nur noch drei Hunde ausführen dürfen. (Bild: Martina Signer)

REGION. Das Hundegesetz des Kantons St. Gallen regelt zahlreiche Pflichten und Rechte im Zusammenhang mit der Hundehaltung. Wo man seinen Hund anmelden muss, wann für einen Hund Steuern entrichtet werden müssen, was mit streunenden Hunden passiert und noch vieles mehr. Die Regierung hat ein neues Gesetz ausgearbeitet. Derzeit befindet sich das St. Galler Hundegesetz in der Vernehmlassung. Bis September können Verbände und Gemeinde zum neu ausgearbeiteten Hundegesetz Stellung nehmen.

Fachleute nehmen Stellung

Mit wie vielen Hunden gleichzeitig darf man spazieren gehen? Diese Frage soll mit dem neu ausgearbeiteten Hundegesetz endgültig geklärt werden. Bis anhin war diese Anzahl nicht geregelt, aber der neue Gesetzestext sieht drei Hunde pro Person vor. Diese Zeitung hat bei Fachleuten aus dem unteren Teil des Toggenburgs nach deren Meinung zum Nutzen der Vorschrift gefragt.

An der Leine unter Kontrolle

Mirjam Koller ist Leiterin der Hundeschule Dog Academy in Wattwil. Sie erachtet es zwar als sinnvoll, dass man nicht mit zu vielen Hunden gleichzeitig spazieren geht, ist aber skeptisch, ob die neue Vorschrift auch etwas bringt. «Man muss an den gesunden Menschenverstand appellieren. Mir würde es nie in den Sinn kommen, drei Hunde gleichzeitig frei laufen zu lassen. Dabei kann es zu gefährlichen Begegnungen mit anderen Hunden kommen.» Würden jedoch mehrere Hunde gleichzeitig an der Leine Gassi geführt, sehe sie kein Problem. «Dann sind die Hunde unter Kontrolle. Wenn man einen Hund freilässt und auf dem Spaziergang anderen Hunden begegnet, rate ich, das Tier zu sich zu rufen und an die Leine zu nehmen.»

Vorschrift ist vernünftig

Gloria Grob aus Mosnang von der Hundeschule Langeleine.ch sagt: «Ich finde es vernünftig und könnte gut damit leben, sollte die Beschränkung tatsächlich ins Gesetz aufgenommen werden.» Ausserdem gebe es diese Vorschrift in anderen Kantonen schon länger. Grundsätzlich komme es dabei auch nicht auf die Grösse der Hunde an. Jeder, der schon alleine mit mehreren Hunden unterwegs gewesen sei, wisse, dass ein Rudel eine eigene Dynamik entwickeln könne. «Dadurch können sehr schnell problematische Situationen entstehen, die manchmal sehr schwierig zu handhaben sind oder auch entgleisen können.»

Das kann ihrer Einschätzung nach sowohl einem erfahrenen Hundetrainer als auch einem unerfahreneren Hundebesitzer passieren. Manchmal genüge eine kurze Unaufmerksamkeit seitens des Hundehalters schon. Des weiteren dürfe auch nicht unterschätzt werden, dass mehrere Hunde bei Menschen schneller unangenehme Gefühle und Ängste auslösen können, was wiederum eine erhöhte Anforderung an den Hundehalter in punkto Leinenführung stelle, so Grob.

«Zwei Hunde wären noch besser»

Auch Ruedi Monstein von der Hundeschule Dog-Sport in Gähwil findet die Beschränkung sinnvoll. «Noch besser wäre es sicher, wenn man auf zwei Hunde beschränken würde. Denn auch wenn man drei Hunde an der Leine hat, kann die Situation je nach Umständen eskalieren.» Jeder Hund sei individuell und könne einmal so und einmal anders reagieren. Das habe er schon vielfach selbst erlebt. Hinzu komme, dass eine Frau von vielleicht 50 bis 60 Kilogramm nicht in der Lage sei, drei Hunde unter Kontrolle zu halten. «Da wirken Kräfte, die man nicht kontrollieren kann.» Seiner Meinung nach sei es ausserdem fahrlässig, zu sagen, man habe als Hundeführer auch vier oder noch mehr Hunde immer im Griff. «Ich würde so etwas von mir niemals behaupten, auch wenn ich schon über 30 Jahre mit Hunden arbeite», sagt der erfahrene Hundetrainer.