Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ganz gelungenes Gedenkjahr

Im Jahr 2012 gedachte die Gemeinde Kirchberg mit verschiedenen Anlässen dem Besuch des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. im Jahr 1912. In der Stadt St. Gallen wird die Ausstellung zum Thema um einen Monat verlängert.
Sebastian Keller

KIRCHBERG. Ein Herr mit schwarzem Béret und drei Edelweissen auf jeder Schulter unterhält sich mit einer Journalistin des Schweizer Fernsehens. Der Herr, es ist André Blattmann, Chef der Schweizer Armee, blinzelt. Die Sonne blendet ihn; kein Wölkchen ist am Himmel zu sehen. Die Präsenz des Armeechefs und des Staatsfernsehens unterstreicht die Bedeutung des Anlasses. Blattmann kam am 8. September 2012 auf den Kaiserhügel ob Kirchberg. Er wohnte einem Anlass bei, mit dem des Besuchs des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. im Jahr 1912 gedacht wurde. Dazumal besuchte der Monarch Manöver der Schweizer Armee in der Ostschweiz. Gegen 100 000 Schaulustige liessen sich dies nicht entgehen. Auch die Anlässe im vergangen Jahr lockten viele Besucher an, wenn auch nicht 100 000.

«Ohne zu vergessen»

Im Gedenkjahr stand aber weniger das Militärische im Vordergrund, sondern vielmehr die Lebensumstände der damaligen Zeit. Linus Calzaferri, Gemeinderat und Präsident der Kommission für Kultur, Freizeit und Sport, war sich der Brisanz des Themas von Beginn weg bewusst. Denn: Zwei Jahre nach dem Kaiserbesuch – im Jahr 1914 – brach der Erste Weltkrieg über Europa und die Welt herein. «Vor dem Jubiläumsjahr wurden kritische Stimmen laut», sagt Calzaferri. Er wurde gefragt: Werden die Geschehnisse von 1912 glorifiziert? Nun stellt er fest: «Ich meine, es ist uns gelungen, ein Bild dieser Zeit zu zeigen, ohne zu vergessen, was danach die Welt erschütterte.»

Ein eigentliches Volksfest

Ausgeblendet wurde das Militär im Gedenkjahr dennoch nicht. Auf dem Kaiserhügel übergab das Tessiner Gebirgsinfanteriebataillon 30 Ende Mai nach geleistetem WK die Fahne. Solche Rituale werden sonst häufig auf dem Wiler Hofplatz begangen. Die Soldaten sahen neben der mächtigen Kaiserlinde aus wie Schachfiguren. Die Linde wurde im Jahr des Kaiserbesuches gepflanzt. Die 100 Jahre sind dem mächtigen Baum anzusehen. Am 8. und 9. September 2012 fand unter dem Titel «Schauplatz Kaiserhügel 1912» ein eigentliches Volksfest statt. Zelte wurden aufgestellt, Oldtimer fuhren vor, ein Gedenkstein wurde enthüllt, die Musik spielte, Zeitbilder nahmen Besucherinnen und Besucher mit in die Zeit ihrer Urgrossmütter und Urgrossväter. Auch die Vernissage des Buches «…der Kaiser kommt!», das der Dietschwiler Historiker Armin Eberle erarbeitet hatte, fand auf dem Kaiserhügel statt. Gemeinderat Linus Calzaferri erinnert sich gerne an dieses Wochenende mit Kaiserwetter zurück: «An diesem Anlass waren sehr viele Vereine und Gruppierungen beteiligt, und es war rundum eine gefreute Sache.» Dazu beigetragen haben viele Freiwillige und Sponsoren. «Haften bleibt die Erinnerung an ein tolles Fest», sagt Calzaferri.

Musik und Vorträge

Das Gedenkjahr war damit nicht vorüber. Mitte Oktober konzertierte das Spiel Luftwaffe der Armee in Bazenheid. Bewaffnet einzig mit den Waffen des Friedens, unterhielten die rund 70 Musikantinnen und Musikanten die Gäste. Drei Vorträgen zu historischen Themen sollten den Abschluss des Gedenkjahres bilden. Calzaferri: «Die Mischung der Anlässe war ideal und hat ein breites Publikum angesprochen.»

Verlängerung der Ausstellung

Das Gedenkjahr dauert nun aber noch etwas an: Die Sonderausstellung zum Thema im Historischen und Völkerkundemuseum in St. Gallen wird um einen Monat bis zum 10. Februar verlängert. Margrit Sutter, Leiterin Besucherinformation: «Das Interesse an der Ausstellung ist gross.» Die Besucher seien eher ältere Leute, die einen persönlichen Bezug zum Thema haben. Neben dem Besucherinteresse begünstige die Verzögerung der Museumssanierung die Verlängerung der Ausstellung.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.