GANTERSCHWIL: Der Ferienprospekt für die Kinder

Die Sommerferien haben in der Region Einzug gehalten und mit ihnen der Ferienplausch. So wird die junge Generation kurzerhand zur Schatzsucherin, Pizzabäckerin oder sie turnt auf Pferderücken.

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Die Hälfte der Kinder versuchten Simi, dem Pferd zu folgen.

Die Hälfte der Kinder versuchten Simi, dem Pferd zu folgen.

Simi, 15 Jahre, trägt alle, von Klein bis Gross. Die zwölf Kinder des Ferienplauschs Ganterschwil schwingen ihre in Leggins gehüllten Beinchen hoch aufs Pferd und stehen in ihren Söckchen fast senkrecht auf Simis Rücken. Simi ist das Pferd aus dem Stall Kläger in Bazenheid. Diese Art von Turnen nennt sich Voltige. Kinder vom grossen Kindergarten bis zur sechsten Klasse üben sich in dieser Sportart, für einige nicht das erste Mal. Larissa, bald zehn Jahre, voltigiert regelmässig und schaut zum Rechten auf dem Sägemehl. Für Livia, 6, ist das Turnen hoch zu Ross eine Premiere. Doch Angst habe sie keine, es sei auch gar nicht schwer, sagt sie.

Nach zwei Stunden gelingt das Stehen auf Simi

Bereits das vierte Mal ist es für Manuela Roth, Leiterin des Kurses. «Neu haben wir dieses Jahr Piet, einen beweglichen Bock. Die­ser ist in vier Stufen regulierbar. So werden Trockenübungen zum Balanceakt», erklärt Manuela Roth. Die drei Jungs versuchen, den Mädchen mit Liegestützen und kecken Sprüchen zu impo­nieren. «Ihh, er hät Gagi gmacht», meint einer der Jungs zu den Rossäpfeln. Larissa sieht das gelassen: «Machen wir ja auch».

Nach zwei Stunden gelingt das Stehen auf Simi beinahe allen Kindern. Erste Erkenntnis aus den Übungen: Vieles ist um einiges schwieriger, als es auf den ersten Blick aussieht. Kein Wunder, dass erfolgreiche Voltis viel und regelmässig üben.

Animieren, überwinden und mitmachen

24 Seiten mit tollen Angeboten und jeder Menge Spass. Klingt wie ein Ferienkatalog von Tui, ist jedoch die diesjährige Broschüre des Ferienplauschs Gantersch­wil. Was seit 1988 Erfolg und Freude bringt, führen Regula Grunauer und Christine Honegger engagiert weiter. «Wir müssen die Menschen anfangs motivieren zum Mitmachen, denn jeder denkt, der andere macht’s», erläutert Regula Grunauer. Wenn sie sich überwunden hätten, seien alle begeistert bei der Sache.

Für die über 150 angemeldeten Ferienpläuschler gibt es in diesem Jahr einige neue Ange­bote zu entdecken. So wird zum Beispiel eine Schatzsuche oder ein «Gschichtlimorge» für die Kleinen organisiert. Dabei werden Geschichten vorgetragen, während die Kinder im Zelt mithören und basteln können. Neu im Programm sind auch Unihockey und Frisuren. So lernen die Kinder, mit einfachen Handgriffen Fischgräten- und Wasserfallzöpfen zu machen.

Kutschenfahrt und Töpfern sind beliebt

«Die Kutschenfahrt ist seit Jahren der Höhepunkt für die Kindergartenkinder. Besonders viele Anmeldungen haben wir beim Töpfern, der Schatzsuche und der Schnitzeljagd», sagt Regula Grunauer. Bei diesen innova­tiven Ideen kann Petrus machen, was er will, denn jedes Angebot kann voraussichtlich durch­geführt werden. Die vielen Erfahrungen und spassigen Tage füllen den Schulthek, und so kann in wenigen Wochen das neue Schuljahr angegangen werden. Und für die Eltern bleibt während der Ferien etwas Zeit für sich. So geniessen Mamas und Papas ihre Zweisamkeit während der Sommertage.

Delia Hug

delia.hug@toggenburgmedien.ch